Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1923
- Issue
- Heft 14 (15.7.1923)
- Date
- 1923-07-15
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3062972-3064121-3064135--12265-3079708- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 18 DIE WAHRHEIT Nr. 14 Badener Friedhofe beerdigt. Eine zahlreiche Menge folgte seinem Sarge und gab ihm das letzte Geleite. Oberrabbiner Wilhelm Reich hielt einen tiefempfundenen Nachruf, der die großen Verdienste dieses Mannes hervorhob. An seinem Sarge sprachen em Freund des Hauses, Herr Haus m a n n, Direktor Theodor L a s s n e r, Doktor Ernst, Vorsteher J. Schwarz namens der Kultusgemeinde Wien, Vorsteher der Chewra Kadischah Baden Herr Ludwig Lackenbach er, der im Namen des Präsidenten der Chewra Kadischali und der Chewra-Mitglieder ihm den Dank für sein Wirken verdolmetschte. Anwesend waren u. a. m.: Vorsteher Neumann der Kultusgemeinde Neunkirchen und Vertreter vieler Korporationen und einiger Eisenindustrien Oesterreichs. Anton Schneider gehörte der Leitung der Kultusgemeinde Baden seit dem Jahre 1878 an, war deren Reorganisator, gehörte zu den Gründern der Chewra Kadischah Badens und des Israelitischen Frauenwohltätigkeitsvereines, dessen langjähriger Beirat er ebenfalls war. In allen diesen Körperschaften enüaltete er eine fruchtbringende Tätigkeit und verhalf durch seinen oidnen den Geist der Gemeinde zu wirtschaftlichen Gedeihen und. Ansehen. Er wurde für seine Verdienste zum Ehrenmitglied der Kultusgemeinde und Chewra Kadischah ernannt, für die er nahezu fünfzig Jahre wirkte. Er hinterläßt eine Witwe, zwei Söhne und eine Tochter. Den Hinterbliebenen sowohl als auch der Kultusgemeinde gingen zahlreiche Beileidskundgebungen zu. Die Kultusgemeinde, deren Vertretung mit dem Präsidenten an der Spitze vollzählig erschienen war, wird ihrem Mitgründer und Ehrenmitglied e stets ein dankbares Andenken bewahren. Den Trauer- Kottesdienst zelebrierte Kantor L. Funke mit Chor aus Wien und Kontor Kurz der Gemeinde Baden. Nach einem kurzen Intervall beklagen wir Brigittenauer Juden wieder einen überaus schmerzlichen Verlust. Donnerstag, den 31. Mai ist Hermann Fischer in der Vollkraft des Lebens und Schaffens," 46 Jahre alt, plötzlich gestorben. Auf die .Judenschaft des Bezirkes übte dieser Todesfall eine ungeheure, tiefbetrübende Wirkung; es kam ihr erst recht zum Bewußtsein, daß mit diesem Manne ein ganz ungewöhnlich braver und wackerer Charakter frühzeitig aus diesem Leben abberufen wurde. War er es doch, der den human. Kriegerwitwen und -Waisen-Verein, dessen Obmann er bis vor kurzem war, zu großer Bedeutung und Leistungsfähigkeit gebracht hat. Bei der letzten Generalversammlung des Tempelvereines wurde er in den Vorstand gewählt. Wir haben seine sterblichen Ueberreste auch zum Tempel in die Kluckygasse geführt, die Tore weit geöffnet und das Gotteshaus hell beleuchtet. Bei dem Sonntag, den 3. Juni stattgehabten Leichenbegängnis manifestierte sich die Popularität des Verblichenen in imposantester Weise. Es war gut, daß man die religiöse Zeremonie unter freiem Himmel vornahm, da die Halle (III. Tor) die zahlreich herbeigeeilten Leidtragenden und Deputationen nicht fassen konnte. Nicht nur die, welche diese Bahre dichtgedrängt umstanden, waren tief erschüttert, auch die Funktionäre konnten nur mühsam ihre Ergriffenheit unterdrücken. Aus der Brust des jugendlichen Oberkantors Josef Alter ergoß sich ein Strom von Herzens- und Gefühlstönen. Ehrw. Dr. A b e 1 e s sprach mit gedämpfter Stimme. Mit seiner großen Beredsamkeit führte er aus, was in diesem Berichte nur schwach angedeutet erscheint. Dann ergriff der Obmann des Tempelvereines Herr Hermann E11 b o g e n das Wort, um Abschied von dem Kollegen zu nehmen, ebenso der frühere Obmann Herr Josef Kohn. Am Grabe fungierte Herr Kantor Roth und der neue Kantor des Bethaus Vereines „Bne Brith". Ein Delegierter des Hausierervereines sandte ihm in das offene Grab die letzten Abschiedsgrüße nach. Er hinterläßt eine Witwe und zwei Knaben im zarten Alter von 9 und 5 Jahren, sowie eine Schwester und Nichte, deren Lebeisstütze er war. — Wir, die ihm nahestunden, seine treftüchen Eigenschaften und goldenes Herz kannten und schätzten, werden Hermann Fischer nicht vergessen. Nathan C h a m e i d e s. 70. Geburtstag. Am 2. Juli beging unser Mitarbeiter, der weitesten Kreisen der deutschen Judenheit als Schriftsteller bekannt gewordene frühere Religionslehrer der Magdeburger Synagogen-- gemeinde, Dr. phil. M. S p a n i e r in Magdeburg seinen 70. Geburtstag. Wir snreehen dem verdienstvollen langjährigen Vorkämpfer für Deutschtum und .Judentum unsere herzlichsten Glückwünsche aus, in der Hoffnung, daß es ihm noch recht lange vergönnt sein möge, in voller geistiger und köperlicher Frische ein otium cum dignitate zu genießen. 100. Geburtstag. Am 16. Juli dieses Jahres jährt sich zum 100. Male Dr.-Gerson Wolfs, des bedeutenden jüdischen Historikers, Geburtstag. Aus der alten mährischen Gemeinde H o 11 e s c h a u stammend, wird seiner in Ehren gedacht werden. . Austritte aus dem Judentum. Klara Bienenfeld, geb. 17. Jänner 1886, Wien, Beamtin, VIII., Lerchenfelderstraße 130. — Friedrich Berger, geb. 9. Juni 1896, Wien, II., Rueppgasse 10. — Max Eisenberg, geb. 13. April 1899, Holleschau, II., Nordwestbahnstraße 15. — Dr. Bruno Eisler, geb. 1. Oktober 1882, Wien, Industrieller, IV., Prinz Eugenstraße 62. — Johanna Fritz geb. Mildem, geb, 22. April 1888, Wien X., Gellertgasse 58. — Adolf Friedmann, geb. 10. November 1897, Wien, Telegraphenbediensteter, XVI., Konstantingasse 4. — Alexander Frisch, geb. 1. Jänner 1847, Essek, Beamter, VIII., Albertplatz 13. — Josef Goldberg, geb. 31. März 1902, Wien XXL, Beutheimgasse 8. — Charlotte Herrmann, geb. 8. April 1893, Starazynek, Hilfsarbeiterin, III., Landstraßer Gürtel 31. — Jacob Hainbach, geb. 7. Juli 1851, Lemberg, IL, Weintraubengasse 1. — Eugen Job, geb. 26. April 1896, Budakeszi, Direktor, VII., Neustiftgasse 85. — Viktor Kantor, geb. 27. April 1922, Wien IL, Heinestraße 3. — _ Elte : ■ : Ich suche für meine alleinstehende Ver- 5 j ■ : wandte (Witwe, 50 Jahre alt, fesche, intelligente : | Person, ausländische Milliardenmitgift), einen; : intelligenten Mann aus Kaufmanns- oder aka- 5 j ■ : demischen Kreisen in halbwegs gutsituierter : \ Stellung im Alter von 50 bis 60 Jahren. Unter : : Chiffre „J. G. 38099" an die Redaktion des \ \ Blattes 1 ■ ■ HOLZ und KOHLE von 2 Säcken aufwärts Zustellung ins Haus Prima Sorten stets lagernd P. DR9H0S-FLE155IB ™feü=Bfr^ UNSTB Größtes Speziglhans aller Qualitäten Seidenstoffe für Kleider und Futter. Herrliche Brokate, Crepe de Chine, Crepe Maroquine etc., zu staunend billigen Preisen ffien I., ffleischmorki Nr. 26 - Telephon Nr. 79.201 und 79.202