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Die Wahrheit · 1923-07-15 · Heft 14 (15.7.1923) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1923
Issue
Heft 14 (15.7.1923)
Date
1923-07-15
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 DIE WAHRHEIT Nr. 14 Lissabon ein. In Indien empfing er an Bord einen castilianisch sprechenden Gesandten des S a b a y o, Herrschers von G o a. Dieser Gesandte war ein Jude aus Posen (geb. 1456) namens G a s p a r d. Nun stehen sich in Indien zwei gegensätzlich verschiedene Menschen gegenüber: der nach der Stimme seines Gottvertrauens aus Polen ausgewanderte Kulturmensch und der Faustrechtler aus Portugal. Vasco de Gama, dessen Rechtsbegriffe nicht weiter reichten als die Faust, ließ den Gesandten foltern, bis er in die Taufe einwilligte, für den König fangen, um die portugiesischen Schifte dorthin zu führen, wo er Schätze vermutete. Nach Portugal gebracht, wurde Gaspard vom König Emanuel als Gaspard de Gama geadelt, mit Hofkleidern, Rossen und Dienerschaft beschenkt. Ein Kavalier, namens Pedro Alvarez Cabral wurde ihm zugeteilt, in dessen Begleitung er selbständige Entdeckungsreisen zugunsten der portugiesischen Krone unternehmen sollte. Am 21. April 1500 entdeckte Gaspard mit Cabral an Bord Brasilien. Vier Tage später landete er dort mit Cabral in Porto- Seguro. Unter anderem führte Gaspard die .königlichen Schiffe auch nach Melinde, Calicut und Cochin (Indien), hierauf um Afrika herum nach dem C a p Verde, wo er der Expedition des A m e r i g o V e s p u z z i begegnete. Dieser will ins Unbekannte, westwärts über den Ozean fahren; vertraut sich dem Gaspard an, über dessen uneigennützige Ratschläge er dem König in höchsten Lobeserhebungen berichtet. 1501 landet Vespuzzi, nach Gaspards Angaben, in Brasilien. Hätte Columbus Amerika nicht in Cuba entdeckt, so hätten \vh die Kunde vom neuen Weltteil dem jüdischen Seefahrer Gaspard zu verdanken, der diesen Weltteil in Brasilien entdeckt hat. Im Jahre 1502 machte Gaspard seine vierte Reise in portugiesischen Diensten. In Cochin fand er seine Gattin, der er durch Vasco de Gama gewaltsam entrissen wurde. Diese standhafte Jüdin weigerte sich, wenn auch nur zum Scheine, dem Judentum zu entsagen. Die Szene der Wiedererkennung, die Seelengröße der glaubenstreuen Frau, die den Aufstieg ihres Gemahls zum „Granden Portugals" turmhoch überflügelt, ist eines Malers Pinsel und eines Dramatikers Feder wert! 1505 führt Gaspard den ersten portugiesischen Vizekönig Francisco d'Almeida nach Indien. Zum zweiten Male sehen wir Gaspard, den Kulturmenschen, dem portugiesischen Gewaltmenschen gegenüberstehen. Gaspard führt Thorah-Rollen aus Portugal nach Indien. Sein Vizekönig aber steckt indische Juden für diese Gewaltpolitik bringt sich Endergebnis. Politik ist orschuß auf Weltgemit histo- Distrikten: das Geld ein, welches Thorah-Rollen zahlen, selbst um ihr eigenes kurzfristiger V schichte. Jede Gewaltpolitik endet rischer Niederlage. Außer drei kleinen Diu, Daman und Goa konnten die Portugiesen in Indien nicht Fuß fassen. Die humane Politik der Holländer hingegen erweiterte ihre dortigen Besitzungen. Auch der spätere portugiesische Gouverneur in Indien d'Albuquerque versieht sich mit zwei welterfahrenen jüdischen Diplomaten, dem H u c e f e d'A 1 e y d e und dem Samuel aus Kairo. Einem späteren Gouverneur, dem Lope Vaz de Sampra y o, sandten die Osmanen eine Flotte zu Hilfe, die, wie die Chronik berichtet, unter Kommando „des großen Juden" stand, dessen Name nicht erhalten ist. Dies bloß einige Beispiele aus der langen Reihe jüdischer Seefahrer. Nun zu den Kolonisatoren, Rhedern und Kaufleuten; zu Männern der aktivsten Produktion. (Fortsetzung folgt.) Moses Abschied. Von Walter Jensen-Darm-stadt. Ich liege, meinen Tod erw artend, hier am Nebo. Vor mir am Horizonte leuchieldas gelobte Elmd. Und in der Ferne hinten nur weiß ich den Sinai Und nahebei den Horeo gipfeln Die drei Berge ragen in mein Wüstenleben, Das ich mit der Unendlichkeit heut tausche: Horeb, Sinai und Nebo, Ich grüß euch Drei Vom Rande eines kargen Lebens, Das sich zerrieb am Widerstand der Masse, Am Gleichgültigsein und an der Niedrigkeit der Stirnen. Horeb — du Anfang, Sinai — du Wegweiser, Nebo.— Leuchturm du An lang ersehnter Küste,; Seid gegrüßt und raget, ihr Gewaltigen Zum Denkmal des Erwachens eines Volks! j== ■====■===8 ■ ■== B==l ■! Israelitische Kultus I gemeinde Baden sudif pädagogisch gebildeten Religions lehrer in DW KT L der auch die Eignung für die Sekretärstelle besitzt. Bewerber richten mit Zeugnissen belegte, schriftliche Offerte an den Vorstand der is?ael. Kultusgemeinde, Baden (Osterreich) 1=1:

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