Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1923
- Issue
- Heft 13 (1.7.1923)
- Date
- 1923-07-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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Nr. 13 DIE WAHRHEIT Seite 17 Jahr 1923 dürfte sich das Erfordernis der Gemeinde auf zirka 15 bis 20 Milliarden Kronen stellen. Der vorgelegten Bilanz ist zu entnehmen, daß es dem Kultusvorstand gelungen ist, das finanzielle Gleichgewicht der Gemeinde herzustellen. Dank der im Vorjahre durchgeführten Reform der Buchhaltung werden die Ergebnisziffern der einzelnen Budgetkapitel fortlaufend in Evidenz gehalten und dem Kultusvorstand allmonatlich mitgeteilt. Humanitärer Verein „Kurfürsorge". Am 22. Mai fand in Grüners Restaurant, I., Zirkusgasse 28, die feierliche Uebergabe des Ehrendiploms an das jüngste Ehrenmitglied des Vereines, dem Obmannstellvertreter Herrn Michael S t e i s s e 1, statt, welcher Akt in würdigster und feierlichster Weise vor sich ging. Nach einer formvollendeten Rede des Obmannes Herrn Dr. B r a u n wurde das künstlerische Diplom enthüllt und Herrn Steissel übergeben. Sodann exekutierte ein Quartett der Staatsoper den weihevollen Chor „Das ist der Tag des Herrn", der starken Beifall auslöste. Tiefbewegt dankte Herr Steissel für die ihm zugedachten Ehren, versprach, auch weiterhin für den Verein mit allen seinen Kräften zu wirken, und spendete den Betrag von'K 1,000.000.—. Einen weiteren Toast brachte Herr Oberlehrer K u 1 k a, der die Wohltätigkeit der Frauen pries. Sodann ergriff unter gespannter Aufmerksamkeit das Vorstandsmitglied Herr Prof. S a 1 z m a n n das Wort, um in ergreifenden, zum Herzen gehenden Worten das Elend der Kranken zu schildern. Er ermahnte die Anwesenden, auch weiterhin nach Möglichkeit den Verein zu unterstützen und an der Milderung der Leiden tätig mitzuwirken. Diese Rede, ein Meisterwerk sprühenden Geistes, in schlichte Form gekleidet, fand ungeteilten Beifall. Eine anschließende Sammlung ergab 1,890.000.— für den Verein, gewiß ein schönes Resultat, das jeden der Spender nur zur Ehre gereicht. Der Abend, der einen überaus glänzenden Verlauf nahm, war nicht nur von allen Vorstandsmitgliedern, den Herren Obmann Dr. 1. L. Braun, Obmannstellvertretern M. Ehrenberg und S. Sperling, Schriftführer Leo Heller, Kassier Prof. M. Salzmann, Revisoren Jakob Heber und Dr. Bela Horowitz, sowie dem verdienstvollen Vorstandsmitglied Bernhard N i e w e s besucht, sondern auch von einer erklecklichen Anzahl von Festgästen, von denen wir unter anderen folgende hervorheben: Frau Obmann Dr. Braun, Herr Fröhlich, Regierungsrat Dr. Gans, Herr und Frau Kornmehl, Herr und Frau Prof. L e n o b 1 e, Herr und Frau Pipersberg und Herr und Frau Konsul R a d o c. Das Fest endete in später Nachtstunde und wird jedem in angenehmer Erinnerung bleiben; sein Arrangement lag in den Händen des Vorstandsmitgliedes Tempelinspektors Max Schwager. Rabbiner Dr. Adolf Löwinger. In aller Stille, unter ausdrücklicher Aiblehnimg jeder Ovation1 beging dieser Tage der Szegediner Rabbiner Dr. Adolf Löwimger das Jubiläum seiner 25jährigen Amtstätigkeit. Das Leben bat ihm nicht sanft angefaßt. Nach entbehrungsreichen zwanzigjährigen Studien auf der Jeschiwa und zehnjährigem Besuch des Budapester Raibibinersemiinars wurde er von. der Szegediiner Gemeinde ails Rabbiner und; Reliigionslehrer berufen. Daß er in dieseim aufreibenden Wirken, bei. 30 Stunden Unterriöht in dier Woche und: Wahrnehmung raibbimscher Agenden sich noch Zeit, Lust unld Kraft für uimfassende wissenschaftliche Arbeit erhalten bat, verdient aufrichtige Bewunderung. In verschiedenen Zeitschriften, vor allem in den „Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde", sowie im „Jahrbuch für jüdische Volkskunde" hat er Themen von größter Wichtigkeit für den Theologen, den Kulturhistoriker und1 Folkloristen .mit einer Belesenheit, Gründlichkeit und Darstellungsikunst behandelt, die diesen Beiträgen den Wert dankenswerter Erweiterungder Erkenntnis der jüdischen Volksseele verleihen. Wir wünschen der jüdischen Wissenschaft, diaßr diese Kraft ihr noch lange erhalten bleiben möge. Deim Jubilar selbst, einer Zierde seines Standes, auf die seine Gemeinde stolz sein darf, rufen wir ein herzliches Jejasoher kauchaicho! zu. G. Sonöcr-Rngcbot Ides ■ Warenhauses I Brüder Schiffmann ™-47178 II,, Taborsfraße 48 ieK 47179 Unerreicht billige Kauf$ele$enheii! 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