Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1923
- Issue
- Heft 10 (15.5.1923)
- Date
- 1923-05-15
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
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Geite 22 Die Wahrheit. Nr. 10 die Regierung schon Mittel und Wege gefunden, die antisemitische Bewegung im Keime zu ersticken. Gewissermaßen unter Patronanz der Regierung wurdy auch hier eine Ortsgruppe der'„digs pkütrv apararea inieresilor crestina“ d. i. „Liga der Hakenkreuzler" gegründet. Bei der Gründungsfeier war der Saal mit der fascistischen schwarzenFahnemitdemweißenHakenkreuz geschmückt. Der Pfarrer Prof. Dr. Tarangul hielt einen Vortrag, betitelt: „Die Weltaktion zur Vereinigung aller Christen", in welchem der „Kampf" der christlichen gegen die nichtchristlichen Völker als eine unerläßliche Notwendigkeit hingestellt und der Bolschewismus als eine jüdische Ersindung bezeichnet wurde. Am Schlüsse seines Vortrages tauschte der Seelenhrrt das „Kreuz der christlichen Nächstenliebe" Mit dem „Symbol des Judenhasses, dem Hakenkreuze" ein, indem er vor demselben den Treueid leistete. Einem solchen Lehrer der Religion ist die christliche Schuljugend anvertraut! Auch ein gewesener antiklerikaler Deutschnationaler, der Prof. Gaß au er hat seinen Glauben wieder gefunden. Er ließ sich als Paradegermane in den Ausschuß der Ortsgruppe wählen und leistete dem Hakenkreuze den Treueid. Daß der Saal mit noch vielen anderen solchen Jugendbildnern gefüllt war, brauche ich nicht besonders zu betonen. Ich erwähne insbesondere die Professoren Pi ul und Popescu, die sich während des Unterrichtes weniger Mit den Lehrgegenständen, dafür aber um so mehr mit den Juden befassen. Und solchen Jugendbildern ist die Erziehung der christlichen und die Beurteilung der jüdischen Jugend anvertraut. Es ist daher kein Wunder, wenn einige rumänische Schüler wegen Diebstahls lediglich Lokalausschuß bekamen, während jüd. Schüler wegen des Abreißens von antisemitischen Plakaten aus allen Schulen Rumäniens ausgeschlossen wurden. Zum Schlüsse bemerke ich, daß noch mehrere Hetzreden gegen die Juden gehalten und Hetzschriften verteilt wurden. Wenn die Regierung den Antisemitismus ernstlich bekämpfen würde, so hätte sie die Gründung einer solchen staatsfeindlichen Liga verbieten müssen. , Bitte um Bücher. Ein langjähriger und verdienstvoller Pionier der Erez Jisroel-Arheit, der seit einem Jahre im Allgemeinen Krankenhause liegt und dem ein Fuß amputiert wurde, sehnt sich nach alt- und neuhebräischer beziehungsweise jiddischer Literatur. Zusendung von Büchern erbeten an die Adresse des Frl. Regine Löwy,II. Große Pfarrgasse 6, oder an Dr. G. Freudmann, 1. Seitenstättengasse 2 (Kultusamt). Jüdischer Hochschulausschuß, Wien, IX., Zimmermannplatz Nr. 8. Ausruf! Die jüdischen Studenten, die alle Schrecken des Weltkrieges am eigenen Leibe verspürt nnd erlebt haben, sind jetzt der Gefahr ausgesetzt, ihre Studien unterbrechen zu müssen. Die Schulgelder wurden auf das Sechsfache erhöht und betragen zirka 2,000.000 österr. Kronen, und wenn nicht rechtzeitig Hilfe kommt, so wird der ganze Kampf unseres Lebens zunichte. Wir wollen lernen, wir wollen für unsere Zukunft arbeiten und wir bitten um Hilfe, damit wir unsere Studien fortsetzen können. Beträge nimmt entgegen: Die Redaktion der „Wahrheit" oder die Filiale der Anglo-österreichischen Bank, Wien, IX. Alserstraße. Musikalisch gebildeter Oberkantor, geprüfter Religionslehrer gegenwärtig in ungekündigter Stellung, wünscht seinen Posten zu verändern. Anträge unter „Tüchtige Kraft“ an die Administration d. Blattes. Gebete bei Leichenbegängnissen herausgegeben von mÄX SCH\UÄ6€R Tempelverwalter Zu beziehen. 9urch den Herausgeber Vlfien, II. ZirKusgasse 50. Seidenbaus Kunstadt mmmmmmmmmmmmmmmmmmmammmammmmumammmammmmmammm Wien, I. Bezirk, Fleischmarkt Nr. 26 o®. ►VM größtes SpeziaHums aller tzuuMe« Seidenstoffe für Kleider und Putter. Herr- Hefte Brokate, Crepe de Chine, Crepe Maro* punie etc., zu staunend biillsen Preisen. :■: ”■ ■; Telepon Nr. 79.201 und 79.202. -