Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1923
- Issue
- Heft 9 (27.4.1923)
- Date
- 1923-04-27
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 12 Die Wahrheit Nr. 9 ein namhafter Teil der Juden in religiösen Gefühlen verletzt und einem Gewissenszwange unterworfen würde,wenn man das Schächten verbietet. Das haben sie bejaht und das gibt für mich den Ausschlag. Einen objektiven Maßstab für die religiösen Empfindungen Andersgläubiger gibt es nicht, das haben die Gegner der Katholiken auch im Kulturkampf mißachtet." Dabei blieb er undf'hat danach gehandelt; die Petitionen würden abgelehnt. Barbaren. Bei den Korsen, wo noch der barbarische Zustand der Blutrache herrscht, gilt die Sitte, daß der obdachsuchende Feind unbehelligt Quartier bekommt. Ähnlich ging es bei den Men Germanen zw Erinnert sei, daß selbst ein Huuding SLegmund Nachtruhe gewährt, obwohl er weit unter dem sittlichen Durchschnittsniveau stecht. Erst unseren Deutsch-Ariern ist es Vorbehalten geblieben, mit derartigen „barbarischen" Bräuchen aufzuräumen und dafür andere modernere zu setzen. Wiederholt hat es sich in den Osterfeiertagen zugetragen, daß jütüsthen Touristen der Eintritt in die Schutzhäuser entweder aus Prinzipientreue brutal oder mit leeren Ausflüchten verweigert wurde. Wir haben in letzter Zeit wiederholt von Verunglückten im Hochgebirge gehört; wer weiß, wie viele davon zu jenengehören, die mit Drohungen in Nacht und Nebel wieder hinausgestoßen wurden. Daß diese „Deutsch-Arier" von wahrem Christentum nicht einen Hauch in sich haben, ebensowenig touristischen Geist, haben sie bttviesen, vielleicht und dies gebe ich ihnen zu bedenken, ist es aber auch in chren Anschauungen ein Frevel, sein möglichstes am Zugrundegehen eines Mitmenschen beizutragen. G r e g a d. Aus Dem Lande unbegrenzter Möglichkeiten. Die „Indische Volkszeitung" (Breslau) meldet, daß in Cincümott das Hebrew Union College beschlossen hat, Frauen als Rabbrnatsschüler zuzulassen. Man wird also künftig im Gegensatz zur jüdischen Geschichte und Aufsaffung in amerikanischen Reformsynagogen Frauen als Rabbiner funktionieren sehen können. Gleichberechtigung der rumänischen Juden. Durch ein verfaffrmgsänderndes Gesetz ist allen Juden, die 1918 in Rumänien ihren Wohnsitz hatten, das Staatsbürgerrecht verglichen worden. Die Czernowitzer Allgemeine Zeitung bemerkt betreffend Bukowina hiezu, daß nach der Verfassung garantiert sei: „Die in der Bukowina heimatsberechtigten Juden, welche im Jahre 1918 hier dauernden Wohnsitz halten und später für keinen anderen Staat optiert haben, sind ohne jede Formalität rumänische Staatsbürger, wenn sie früher österreichische oder ungarische Staatsbürger waren. Für jene Juden, die im Jahre 1914 in der Bukowina dauernden Wohnsitz hatten, österreichische oder ungarische Staatsbürger waren, und innerhalb der einstigen Monarchie, über außerhalb der Bukowina ihre . Heimatsgemeinde hatten, gilt die Optionsbestimmung, das heißt, sie muffen innerhalb zwei Jahre nach. Ratisizierung des Vertrages von St. Quentin zugunsten Rumäniens optiert haben. Die beßarabischen, Siebenbürger und Banaler Juden, die sich in der Bukowina dauernd aushalten, sind rumänische Staatsbürger, sobald sie zur Zeit des Anschluffes in Beßarabien, Siebenbürgen oder Banat ihre Heimatsgemeinde hatten, die Staatsbürgerschaft dieses Staates besaßen, zu dem diese Heimatsgemeinde gehörte, und ihre Staat^ürgerschast nicht durch Option für einen anderen ausgegeben haben." — Der Grand-Rabbiner von Bukarest, D r. Niemirower hat an den Minister für Kultus namens der Kultusgemeinden. des Altreiches ein Telegramm gerichtet, in welchem er Kr die .Emanzipation der Juden den Dank der Judenschaft aussprsch. Die Judenhetzpresse, die stets „WeltjudLnschafts"-EinMsse wittert, wenn irgendwo wieder ein Stück Mittelalter beseitigt wird, suhlt sich, tief beunruhigt. So schreibt der „Völkische Beobachter" vom 36. März: „Damit ist ein neuer Aktder Berjudung des BMans abgeschlossen und ein neuer kann begonnen werden. Wer auch wir sind Mit dieser Entwicklung der Dinge zufrieden. Sie zeigen auch für den Blödesten die weltpolischen Mächte am Werk und werden hoffentlich, auch die nationalrumänischen Gefühle zu neuer Wallung bringen, die sicher einmal zum Durchbruch! kommt, wenn die Zeit erfüllt ist. Und sie wird sich erfüllen." Die Hitler und Genossen harren also freudvoll künftiger Pogrome.... Lustiges aus den Geheimnissen der Weisen von Zion. Ein angeblich, aus dem Jahre 1489 stammende Briefwechsel zwischen dem Rabbiner der Juden von Arles Chabor und dem Fürst der Juden von Konstantinopel, berühmt als „Judenbrief von Toledo", so genannt, weil er von Toledo aus der Welt bekannt würde) ist in Deutschland zuerst vor Jahr und Tag in der berüchtigten Zeitschrift des „Verbandes gegen Überhebung des Judentums" „Auf Vorposten", die inzwischen eingegangen ist, veröffentlicht worden. Weil er den Herren Antisemiten so gut gefiel, hat man ihn auch, in die neue Ausgabe der „Geheimnisse der Weisen von Zion" .hineingeschmuggelt. Um unsere Leser zu erheitern sei dieses Dokument hier wiedergegeben: Er lautet: „Ehrenwehrte Juden, seid gegrüßt und unserer Ergebenheit versichert! Wir bringen zu Eurer Kenntnis, daß der König von Frankreich, der wiederum Herrscher der- Provence geworden ist, uns durch öffentlichen Ausruf vor die Wahl gestellt hat, zum Christentum überzutreten, ober sein Land zn verlassen. Die Bewohner von Arles, Aix und Marseille wollen unser Eigentum an sich reihen, sie bedrohen unser Leben,. zerstören unsere Tempel und bereiten uns großen Kummer. Wir wissen nun nicht recht, was wir tun müssen, um im Geiste des Gesetzes Mose zu handeln; deshalb wenden wir uns an Eure Weisheit mit der Bitte, zu befehlen, was wir tun sollen. Chabor, Rabbi der Juden von Arles, am! 18. Schewat 1489." Die Antwort lautete: „Vielgeliebte Brüder in Mose! Wir haben Euren Brief erhalten, in welchen Ihr uns von den Beklemmungen und Mißgeschicken Mitteilung macht, die Ihr dulden müßt. Die Nachricht hat uns ebenso starken Kummer bereitet wie Euch. Der große Rat und die Rabbis geben Euch nun folgende Weisungen: Ihr berichtet, der König von Frankreich wolle Euch! zwingen, zum Christentum überzutreten: Tretet über, da Euch keine Wahl bleibt, aber bewahret das Gesetz Mose in Euren Herzen! Ihr berichtet man zwänge Euch, aus Euer Eigentum zu verzichten: Erzieht Eure Kinder zu Händlern, damit sie nach und nach die Christen ihrer Habe berauben! Ihr berichtet, man trachte Euch nach dem Leben. Macht Eure Kinder zu Aerzten und Apothekern, damit sie den Christen das Leben nehmen. Ihr berichtet, man zerstöre Eure Tempel: Sorget' dafür, daß Eure Kinder Domherrn und Geistliche werden, damit sie die christtlichen Kirchen zerstören! Ihr berichtet noch von anderen Plackereien: Laßt Eure Kinder Advokaten und Notare werden; laßt sie sich in alle Staatsangelegenheiten mischen, damit sie schließlich die Christen unter Euer Joch beugen; damit Ihr die Welt beherrscht und Euch! an ihnen rächen Gnnt. Befolget diesen Beschl, den wir hiermit erteilen^ die Erfahrung wird Euch lchren, daß Ihr trotz Eurer Unterdrückung schließlich doch zur Macht gelangen müßt! Der Fürst der Juden von Konstantinopel am 21. Kislew 1489." . . :;• 7 - ,