Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1923
- Issue
- Heft 7 (1.4.1923)
- Date
- 1923-04-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3062972-3064121-3064128--12110-3079546- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 18 D i e Wahrheit Nr. 7 lU: Hasses erfüllten Zeit mutet jeides der Versöhnung und der Menfchenlisbe gsrvitbmete Werk wi-e ein Lichtstrahl im geistigen Dunkel -an. Von der Schilderung der den Sudetenvökkern gleichsam aufgezwünigenen NatkonaliWenkampise ausgehend, bietet der Verfasser ein Bild der ZnstLnide im alten Oesterreich, wo von berufsmäßigen Agitatoren das Gift der religiösen und chandiniftischen SchlaWvorte ausgöstreut und statt LiÄbe jener Hast gepredigt wurde, dessen Wirkungen wir im Weltkriege und jetzt noch zu spuren bekamen. Die im Buche austaucheriden Gestalten sind jedem, der .den vöMschen und «antisemitischen Gnerillakrieg aus eigener Anschauung kennt, schon im Leben begegnet, oder trotzdem bietet die Erzählung viel Neues, weil ein Hauch der dem Judentum innewiHnenben Humanität Wer dem Ganzen liegt und aufgezeigt wird, wie die Verkünder eine anig,eiblich von Lieibe erfüllten und nir die Liebe tätigen RölHjiion doch nur in engherziger Auslegung und vorurteitsvoWem Wirken Hrer Aufgabe gerecht werden. Der Roman ist lesenswert und ein echtes Dokument unserer Tage. H. Adolf Böhm: Die zionistische Bewegung. Eine kurze Darstellung Hrer Entwicklung. II. Teil. Die Bewegung vom Tode Herzls bis zum Ausbruch des Weltkrieges. Mit einem Anhänge: Kurze Ueb er sicht der Entwicklung vom Ausbruch des Weltkrieges bis zur Gegenwart. Welt-Verlag, Berlin. Der stattliche Band von über 350 Seiten soll ein Werk zu Ende sichren, dessen erster Teil an dieser Stelle schon besprochen wurde. Wenn auch Böhn» sich dagegen verwahrt, ein „Handbuch" des Zionismus geschrieben zu haben, so trifft es für den Gegner der Bewegung, in dessen Denken und Fühlen sie keine zentrale oder überhaupt' eine Stellung öinnimmk, doch 'zu.- Es gibt keine Frage ans »dem Gebiete der nativnaljüdi'schen Theorie und Bewegung, sei sie historischer, philosophischer, natnonalö'konomischer oder kolonisatorischer Natur, über die m-an sich nicht schnell und zuverlässig au der Hand eines ausgezeichneten Sach- und Personenregisters orientiert. Daß dem Verfasser seine Absicht, ein Bild -des lebendigen Werdens jeder einzelnen Idee und Strömung der Bewegung zu geben, gelang, ja, daß man chr Entstehen beinahe mitertebt, sei ihn: gerne bescheinigt. Wenn Böhm hie und da etwas subjektiv die Dinge sieht und behandelt, so stört das höchstens den anNtts denkenden Nationaljuden, nicht aber diejenigen, d'id Ws Bewegung ab lehnen. Das Propagandistische, das Böhm ausdrücklich betont, ist zudem in Wirklichkeit nur schwach von dem Verfasser angedeutet, so daß das Werk tatsächlich als ein hübsches Hilfsmittel zum Verständnis des Wesens und Werdens des Zionisnms genannt werden dar f. o. H. Berloa Sieten Hojessod, Abt. für Zentraleuropa. Berlin W 15, Sächsische Strafte 8. Soeben sind zwei neue Broschüren in der Seine II der^ Bilderbroschüren erschienen, betitelt „Im Schweifte Dmies Angesichtes" und „Der Aufbau des Landes". Die erste Broschüre ist eine richtige Chaluzbroschüre. Sie bringt die Bilder vom Straßenbau und der Arbeit in den neuen Sicdelungen in Emek Jrsroel. Die zweite nimmt ihre Darstellungen hauptsächlich aus der Bautätigkeit im Laude, die so bezeichnend ist für den Aufschwung des jüdischen Palästina. Die erstgenannte Broschüre ist auch bereits in jüdischer Sprache erschienen. Beide Broschüren sind ans guteui Papier und in besonders guter Ausstattung erschienen luand eignen sich für jede Art von Propaganda. — Preis Mk. 40.—. — Bon den bisher erschienenen Bildcrbroschüren ,Das Neue Palästina", „Jüdische Arbeiter in Palästina", „Alt-Neutand" sind bereits über eine halbe Million abgesetzt worden. Werbet Abonnenten für ,Die Wahrheit' Vermischtes Ehrung eines Tempelfreundes. In einer Zeit des Zerfalles, vielleicht'des Ueberganges zu einer besseren Zukunft verdient gegenüber den zahlreichen entmutigenden Erscheinungen umso wärmere Anerkennung eine Opferwillrgkeit für gottesdienstliche Zwecke, wie sie in deni Kreise der L e o p o l d st ä d t e r T e m p e l f r e u n d e mit nachahmenswertem Eifer gepflegt wird. Einen solchen Förderer seiner Bestrebungen feierte der genannte Verein in der Person des Herrn Michael S t e i ß e l im Rahmen eines geselligen Abends, der ani Mittwoch, den 24. März, im Restaurant Nagel veranstaltet wurde und einen glänzenden Verlaus nahm. Mit einer warmempfundenen Ansprache überreichte der Obmann Dr. E. Thal er dem Ehepaar Michael und Berta Steiße l ein künstlerisch hevgestelltes Diplom mit Außen- und Innenansichten des Leopoldstädter Tempels, laut welchem beide Ehegatten nunmehr vom Vereine als Förderer geführt werden. Herr Rabbiner Dr. Max G r u n w a l d toastete auf die erschienenen Ehrengäste,, Herr Dr. T Haler in einem Schlußwort auf alle, die zum Gelingen des Abends beigetragen hatten, vor allem die glückliche Hand.des Herrn Chordirigenten I. Höwit, die sich bereits bei der Purimseier trefflich bewährt hat. (Unserem Berichte über letztere haben wir Die durch ein Setzerversehen unterdrückte, wirklich verdiente Anerkennung für Frl. Hamburger hinznznfügen.) Die gefänglichen Darbietungen des Abends, an denen die Herren Oberkantor Morgenstern und Mülle r, sowie die Chorsänger Reich und S t r i ck s, B a l a b a n, G r o g o r s k i, T h i e m a n n und R e dl i ch mitivirkten, lösten minntenlangssn Beifall ans. Der. ungemein rührige Verein veranstaltet am 3. April im „Deutschen Volkstheater" eine Abendvorstellung von „Lolos Vater", mit Herrn Dr. T y r o l t in der Titelrolle, zugunsten der Anschaffung eines Harmoniums für ben Leopoldstädter Tempel. Karten können unter Telephon 42216, 46134 und 47034 bestellt werden. Vorstandswahl in den Döblinger Tempelverein. Unter außerordentlich starker Beteiligung hat am Sonntag, den 25. März die Wahl in den Döblinger Tentpelverein stattgefunden. Von 152 abgegebenen Stimmen wurden die Kandidaten Max Beck, Dr. Friedrich G r o f s e r, Gustav Oesterrei ch er mit überwiegender Stimmenmehrheit gewählt, während die Herren Dr. Jakob K o h n und I. Weigl die Mehrheit von — 1 Stimme erhielten. Der ewige Kandidat Moritz M ü t l e r ist nunmehr trotz heftigster Agitation von jüdischnationaler Seite und einigen Ueberläufern zum drittenmal durchgefallen. Neuwahl des Brigittenauer Tempelvorstandes. Obzwar bloß vier Mandate fällig waren, hat das Plenum des Tompelvereines den Gefamtbovst-and zur Demission veranlaßt and für den 4. Marz eine Neuwahl angeordnet. Bei dieser wurden gewählt die Herren Bernhard B e ck, Leopold Bose l, Hermann Fischer, Siegmund From m e r, Eugen Hirsch!, Josef K o h ir, Adolf Löwy, Leopold Pisk, Berhard Schick, Dr. Heinrich Schreiber, Max Zucke r b e r g. Die Herren David P r e ftbu r g e r und Markus Gold ft ein kommen in die Stichwahl. Wie wir von informierter Seite erfahren, ist gegen diese Wahl von einer großen Anzahl der Tempelvereinsmitglieder Protest erhoben worden, der im Augenblicke der Drucklegung bereits der Wiener Kultusgemeinde vorliegt. Chewra Kadischa, Floridsdorf. Sonntag, den 25. Februar d. I. fand in der. Zeremonienhalle des Florrdsdorfer Friedhofes die feierliche Enthüllung einer Gedenktafel für die im Weltkriege Gefallenen und durch den Krieg verstorbenen Männer nnd Jünglinge des 21. Bezirkes statt. Zu dieser überaus imposanten Tra-uerfeier fr