Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1923
- Issue
- Heft 1 (1.1.1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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UNr. 1 Seite 17 Die Wahrheit liegen.' Nachstehsttde Zpenden sind bereits eingelaufen: Tempel- , Verein Xll—XV. (Tempelspenden) K 352.000.—Frau Marie Rudolser K 110.000.—, Frau Charlotte Neumann K 200.000.—, durch Frau Neumann Brüder Heimovitz ein Wogramm Zucker wöchentlich, Frau Treßler durch Fvau Rudolfer 15 Kilogramm Fleisch wöchentlich, Fvau Irma Rosenberg (Sammlung) K 687.000 und Mark 10.000. Predigt. Freitag, 'beit 5.. Jänner 1923, findet im Großen Leopoldstädter Tempel eine Predigt Sr. Ehrwürden des Herrn Rabbiner Dr. Max G r u n w a l b statt. Herr Adolf Dukes, welcher in den Jahren 1919 bis 1921 in Baden bei Wien als zweiter Kantor un>d Religionslehrer wirkte, wunde nach beifällig aufgenommenen Probenortrag zufolge einstimniigen Beschlusses des Vorstandes als zweiter Kantor am Tempel im 9. Bezirk, Müllnergasse, bestellt. Frau Sophie Grünfeld als Jubilarin. Am 17. v. M. feierte die Präsidentin des Ferienheims und des österreichischen Seshospizes in' Gvcvdo, Frau Sophie G r ü n s e l d, das 3lhährige Jubiläum ihrer charitativen Tätigkeit. Frau Grünfeld hat es durch ihre emsige Tätigkeit Hunderten Kindern ermöglicht, ihre Gesundheit in den Ferienheimen und m dem Seehofpitz von Grado wiederzuerlangen, wohin insbesondere rachitische Kinder entsendet wurden. In der Kciegszeit hat Frau Grünfe'ld die Schuhvevsorgung der Armen Wiens geleitet und eine äußerst wirkungsvolle Aktion zur Auslösung versetzter Kleider und Wäsche Engeleitet. In der allerletzten-Zeit hat Frau Grünfeld zahlreiche Aktionen zur Bekleidung des geistigen Mittelstandes mit großem Erfolg durchgeführl. Jubiläum. Herr Frisdhofverwalter Julius Krauß feiert am 1. Jänner 1923 sein . 25jähriges Amtsjubiläum im Dienste _ der Wiener israelitischen Kultiusgiemein.de. Auch wir beglückwünschen diesen pflichteifrigen Mann'zu seinem Ehrentage. Große Spenden des Herrn Castigliom. Herr Cast i g l ioni hat 'eine Reihe von Wohltätigkeits-Institutionen in Wien und den Bundesländern mit Spenden bedacht, welche insgesamt den Betrag von 500 Millionen Kronen erreichen. Sie wurden ohne Rücksicht auf politische oder konfessionelle Momente Zwecken der allgemeinen Armen- Unterstützung, Krankenpflege, Kindersürsorge usw. zugewendet. Insbesondere wurden auch der Holz- und Kohlenaktivn des Bundeskanzlers, dem Bürgermeister der Stadt Wien, der Freiwilligen Rettungsgesellschast sowie der Poliklinik namhafte Beträge zur Verfügung -gestellt. . Trauungen. Sonntag den 17. Dezember 1922, fand im Pazmanitenteinpel die Trauung des Herrn Ing. Mfred Schwarz, Sohn des Herrn Restaurateurs Jaques Schwarz, mit Fräulein Wilma Neu mann, Tochter des Ehepaares Siegmuwd und Zezime Neumann, Kostet, statt. Eine große Zahl von Gästen füllte das schöne Gotteshaus bis auf das letzte Plätzchen und bemerkte man unter anderen eine Deputation der jüdischen Restaurateure unter Führung des Herrn Oskar To n e l l o, wie auch eine Abordnung der jüdischen Fleischhauer, geführt von Herrn Moritz Winter. Der fungierende Rabbiner verlieh nur den Gefühlen der versamnieilten zahlreichen Freunde passenden Ausdruck, als er auf die hohe Wertschätzung hintvies, die den Eltern des Bräutigams von wÄten Kreisen gezollt wird. Man schätzt bei ihnen — hob er hervor —,, die vornehme Gesinnung, die innige Familien- und selbstlose Menschenliebe, die Treue, Tugenden, die auch den schönsten Schmuck des Brautpaares bilden. Nach vollzogener Trauung eilten die Freunde und Verehrer zur geweihten Stätte vor dem Traualtar empor, um deni Brautpaare und ihren Eltern ihre herzlichsten Glückwünsche darzubringen, denen sich auch die Redaktion anschließt. Am selben Tage wurde ebenfalls im Pazmanitentempel die Trauung des Herrn Arthur Zierer, Sohn des verstorbenen Herrn Jakob Zierer und seiner Gattin Rudolfine, geb. Langer, mit Fräulein Fritzi Weißberger, Tochter des Ehepaares Jakob und Regine Weißberger, Orkan, -vollzogen. Man sah unter den Erschienenen die angesehensten Bürger, die gekommen waren, Herrn. Zierer und seiner anmutigen Braut ihre innige Teilnahnre zu bekunden. Herr Zierer hat es verstanden, sich nicht nur' das Vertrauen 'des -hervorragenden Großhauses- Joses Saborskh & S ö h.ne, dem er seine Dienste gewidmet, sondern auch die innige uNd aufrichtige Freundschaft angesehener Kreise zu erringen. Auch als Sohn, Bruder und Freund hat er sich stets durch Treue und Lißbenswüvdkgkeit ausgegeichnet. Man beglückwünschte deshalb ebenso Herzlich ihn wie seine junge Frau, in der er eine gleichgostnnte Lebensgefährtin gefunden. Als Tochter eines durch Opferwilligkeit bekannten Vaters wird sie die Tugenden ihres Elternhauses in ihr neues Heim verpflanzen und der Familie Zierer zur Zierde gereichen. Dienstag, den 26. Dezember 1922 fand im festlich beleuchteten Stadttempel unter außerordentlicher Beteiligung die Trauung des Fräulein Dora M a t y a s, Tochter des allgemein beliebten Oberkantors M. M a t y a s und seiner Gattin Paula geb. Hermann, mit Herrn Leo Rosenberg statt. Das Brautpaar wie auch die geachteten Brauteltern waren von Seiten der zahlreich erschienenen Festgäste, unter welchen man das Präsidium der Kultusgemeinde, an der Spitze Generalstabsarzt Prof. Dr. Alois P i ck, den Bethausvorstand, Oberrabbiner Dr. Chajes, Abordnungen des Kantoreuverbandes und jüdisch-humanitärer Institutionen bemerkte, Gegenstand herzlicher Glückwünsche, denen auch wir uns auf das innigste anschließen. Den Trauungsakt vollzog Rabbiner Dr. I. Bach in überaus herzlicher Weise, die kantorale Funktion versah Oberkantor M. B. K a u f m a n n. Sonntag, den 7. Jänner, halb 3 Uhr nachmittags, findet im großen Leopoldstädter Tempel die Trauung des Fräulein Margit Weintraub mit Herrn Dir. M. A. Groß statt. Das Festgebäck wird wohlschmeckend und zuträglich, wenn Sie Kunerol verwenden, das unter der streng rituellen Aufsicht Seiner Ehrwürden des Hr. Oberrabbiners S. B. Ehrenfest, Mattersdorf, hergestellt wird. 7V. Geburtstag. Wie wir bei Schluß des Blattes erfahren, nahmen die-in unserer letzten Nummer angeBündigten Feierlichkeiten ans Anlaß des 70. Geburtstages Sr. EHrwürden des Badener Oberrabbiner Wilhelm Reich einen äußerst imposanten Verlaus. Manfred Weiß gestorben. Montag ist in Budapest der bekannte Großindustrielle Baron Manfred Weiß gestorben. Ep war einer der Führer der ungarischen Industrie und ist insbesondere als ein hervorragendes Mitglied der RüstuDitzsiniduistrie bekannt geworden.. 'Seine Munitionsfabriken in C s e p e l galten ails anßevortdentlich leistungsfähig und trugen im Weltkrieg einen großen Teil der Kriegsbestellungen der Mittelmächte. Nach dem Zusammenbruch geriet Weiß in Konflikt mit dem kommunistischen Regime, wurde enteignet, später aber wieder in die Leitung seiner Werke eingesetzt. Die seelischen Erschütterungen dieser Zeit untergruben seine Gesundheit. Jubiläum des Blindeninstituts auf der Hohen Warte. Am 17. Dezember beging das Israelitische Blinden- JNstitnt aus der Hohen Warte die Feier seines 50jährigen Bestandes. Der Präsident des Kuratoriums Dr. Karl T a u s s i g begrüßte den anwesenden Bundespräsidenten V<3X\ Michael Hainisch, die Vertreter der Ministerien und des Bürgermeisters, den Präsidenten der Kultusgemeinde Dr. Pick »ud.Oberrabbiner Dr. Chajes, die Vertreter der Blinden-, Taubstummen- und Mer anderen Wohltätigkeitsanstalten, sowie die überaus zahlreich erschienenen Festgaste. Er wies in seinen Ausführungen aus den Entwicklungsgang der Anstalt hin, der ein glückliches Geschick stets hervorragende Kräfte zuführte, so daß es möglich war, jenen Weltruf zu erlangen, den heute das Institut hat. Der. jetzige Direktor der Anstalt Pros. Altm a n n betonte in .seiner Festrede die Verdienste des Schöpfer der Anstalt Ludwig August Frankl, dem der erhabene Gedanke kam, sich der blinden jüdischen Jugend anzunehmen und gleichzeitig die wichtigste Institution des Blindenwesens, den Blindenlehrer-Kongreß, ins Löben zu. rufen. Der Redner wies dann auf die Verdienste der ersten beiden Direktoren der Anstalt, Leopold O e ft e rreicher und Joses L i b a n s k y, auf das hervorragende Wirken des Lehrers Sigmund Kraus und insbesondere auf die jahrzehntelange allbekannte Tätigkeit unseres verstorbenen Mitarbeiters Direktor Simon Hell e r s hin. Die Schöpfung des Blindenlehrer-Kongreßes, die psychologische Grundlegung der Blindenpädagogik, die Einfüh, *