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Die Wahrheit · 1922-09-21 · Heft 18-19 (21.9.1922) · page 11

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1922
Issue
Heft 18-19 (21.9.1922)
Date
1922-09-21
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 18/19 ie Wahrhert Seite 1l zu verlassen, strikt verbietet. Die Jnüenfrage durch Austritt ilndiiviiduell zu lösen, ist nicht besser, als die soziale Frage ad pcrsonam durch Raub und Diebstahl zu erledigen. Erinnert sei auch daran, daß Kl atzt in („Probl'Rne", S. 28) die Rassentheorie als Stütze zionistischer Theorien, Nord au („Paradoxe" S. 331 tck) sie als Kriterium der Nationalität ablehnt. (Fortsetzung folgt.) Aus aller Well. Die deutschvölkischen Antisemiten gefallen sich darin, Gerhart Hauptmann zur Vorfeier seines von ganz Deutschland und der übrigen Kulturwelt begrüßten sechzigsten Geburtstage zu beschimpfe u und ihn als Schöpfer sozialer Dramen und als Judensreund anzugreifen. Macht man ihm doch sogar zum Vorwurf, daß sein Verleger Fischer und sein Biograph Juden seien. Graf Reventlow bringt nach den lügenhaften und erst unlängst von den deutschnationalen Blättern „Deutsche Stimmen" und „Der Tag" vernichtend verurteilten Enthüllungen über die „Weisen von Zion", neue Fälschungen von „geheimen Judenbüchern" vor. Eine immer stärkere Hetze wird gegen den schon kürzlich mit dem Tode bedrohten Inhaber des Hamburger Gvoßbankhauses Max Marburg betrieben, der nach dem Pamphlet eines schwedischen Arztes den russischen Bolschewismus finanziert haben soll. Marburg hat deshalb gegen den Herausgeber des „Hammer", Th. Fritsch (Leipzig), Klage erhoben. Der Staatsgerichtshof hat die Auflösung des deutschvölkischen Schutz- und Trutzbnndes bestätigt. -i- Die intinren Beziehungen der deutschen Antisemiten zu den Leitern des „christlichen Kurses" in Ungarn werden aufs neue durch die Tatsache illustriert, daß Fi'chrer der DeutschvöMschen unter den Anhängern der roaktionären Parteien für eine Unterbringung von Kapital in Ungarn intensive Propaganda machen. Der Berliner Polizei ist die Feststellung gelungen, daß der Leiter der Organisation „C", Erhard und andere Deutschvölkische in Budapest 'eine Bank schufen, für die man Kapitalisten in Deutschland durch geheime Propaganda suchte. Entsetzenvoll ist nach wie vor die Lage in Rn ß l a n d. Der^Leiter der H'lssaktion des Joint Distribution Comitee in Rußland, Dr. Bogen, entwarf in seinem letzten Bericht ein erschütterndes Bild über die Verhältnisse in Cherson. Wie ferner mitgeteilt wird, geht der Bericht der Vertreter Dr. Nansens, welche die Städte Charkow, Melitopek und Alexaüdrowsk im Juli besucht haben, dahin, daß dem Süden der Ukraine auch im kommenden Jahre Hilfe gebracht werden Müsse, um einer neuen Hungersnot vorzubeugen. Das ist das Ergebnis vierjähriger Bolschewisten- Herrschaft! Ohnmächtig, im geringsten Positives zu leisten, erschöpfen sich die Kommunisten in schrecklicherReligionsverfolgung. Der Rabbiner Borischanski ans Hömel wurde von einem revolutionären Tribunal wegen Widerstandes gegen die Verfügung der Sowjetbehörde zur Schließung der Chadarin zu dreijährigem Gefängnis verurteilt. Die antisemitische Internationale sucht nicht zum wenigsten Amerika in ihren Bann zu ziehen. Hier begegnet-sie allerdings' starken Gegenkräften. Auch die vor knrzenl iu Eleveland tagende Konferenz der nationalen katholischen Pressevereinigungen nahm eine stark ablehnende Haltung gegen jene Propaganda ein, die geeignet ist, religiösen und Rassenhaß hervorzurufen. .* In seiner Antwort auf den Protest des Jüdischen National-Rates in Jernsale gegen die Verbreitung von Gerüchten, daß die Zionisten die Omar-Moschee beschlagnahmen . und sie in eine Synagoge umwandeln wollen, schreibt der arabische König Hussein, er lehne alle zionistischen Ansprüche aus P a l ä ft i n a ab und beharre ans dem Standpunkt, daß sämtliche arabische Länder, Palästina inbegriffen, unabhängig werden und unter arabischer Herrschaft stehen müssen. Aus den veröffentlichten offiziellen Einwanderungszissern geht hervor, daß die Immigrations- Vorschriften noch immer mit äußerster Schärfe gehandhäbt werden. Es scheint vorläufig noch keinerlei Aussicht aus die Wiederherstellung der freien Ein,Wanderung in irgendeinem Ausmaße vorhanden zu sein. In der letzten Zeit wurden 125 jüdische Einwanderer, die im Besitze von Bisen waren, aber einigen Bedingungen nicht entsprechen konnten, an der Landung verhindert und zur Rückreise gezwungen. Zu unserer Festbetrachtung. Wie glaubten, unseren Lesern eine besondere Festfreude dadurch zu bereiten, dag wir uns an einen der tüchtigsten und begabtesten Gememderadbiner, Herrn Dr. Abele s, mit dem Ersuchen wendeten, unserem Blatte für die hohen Festtage seine Feder zu leihen. Trotz seiner vielfachen beruflichen Inanspruchnahme hat Herr Rabbiner Dr. Abel es unserer Einladung Folge geleistet, wchür wir ihm hiemit unseren eigenen sowie den Dank unserer Leser abstatten. Mitteilungen aus dem Publikum. f Slall Karlen. Tffargit Weintraud Wien II. Direktor 711. fl. Gross Wien VIII empfehlen sic$ ats Verfaßte. Die herzlichste Glückwünsche unserem liehen Freunde Herrn IHrektor M. A. Gross anläßlich seiner Verlobung mit Fräulein Margit Wefoitraub N. und MALV1NE KUSZNIER KMMHWBaaBOMHBHHnmBni Tjocßerfreut zeigen die Geburt eines gesunden Jungen an €buarb unb Tiegine JCusznier k Wien 11. Jm September 1922

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