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Die Wahrheit · 1922-08-25 · Heft 17 (25.8.1922) · page 14

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1922
Issue
Heft 17 (25.8.1922)
Date
1922-08-25
Page
– (sequence 14)
Language
German
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(Sette 14 Die Wahrheit Nr. 17 f-a h r t" hat auch anbeten Wiener Wohlfahttsinftituten [eine Fürsorge z>u>g'ew endet, sowie, besonders in diesem Sommer durch Bewillitzünig von Knvbeit-rÄgen, verschämte Arme, vor allem .der Jntellitz^nM-asse, aius diskreten: Wege nnterstntzt. In die Leitungen der geförderten Anstalten werden seitens dies Saniernngskomitees, bzw. der „Wohlfahrt", Vertreter errtsendet, die diese fortlaufend über die Bednrfnisie jener Institute unterrichten. Es gilt das Prinzip, nicht zu chesaurieren, sondern nnverzügKch die vorhandenen Mitteln ihrer Bestimmung zuzuführen, zum Wohle der nUÄeildendeN Anstalten und Privaten ist zu wünschen, daß, wie es im IX. Bezirk bereits geschehen, auch in anderen Bezirken Filialen der „Wohlfahrt" gegründet werden. Goldene Hochzeit. Im Bethause der isr. Versorgungsanstalt, Wien, 9. Bez., Seegaste 9, findet am Samstag, den 9. September, 9 Uhr -vormittags, die goldene Hochzeitsfeier des Ehepaares Josef und Anna Weiß statt. Das Ehepaar Weiß befindet sich seit dem Jahre 1917 in Pflöge der isr. Versorgungsanstalt, der Gatte ist 77, die Gattin 71 Jahre alt, erfreuen sich beide der besten Gesundheit und -sind vollständig rüstig. Das Ehepaar ist kinderlos, der Gatte ist gewesener Kleinkansmann aus Veszprim und wohnen seit dem Jahre 1873 in Wien. Professor Dr. Arnold Frankfurter ist zum Rabbiner der israelitischen Kultusgemeinde Stockerau mit dem Amtssitze in Wien gewählt worden.Die Rabbinatskanzlei befindet sich: Wien, 9. Bez Latschkagaste 7. Telephon 5579, Stelle 2. Ern Schiff ohne Ruder. Wir erhalten folgende Zuschrift: „Sehr geehrte RcksaMon! Sie werden einer Wien Sache dienen, wenn Sie Me foilgenide Beschwerde Äb'zudrucken diie FrMnNichkeit halben: In eiinem hiestgen Tempel kommt (der Kautor, 'der in ullerNÄchster Nähe wohnt, retzebnäßitz zu spät ober so knapp, Idaß b'as Pu- Vrkum Bemerkungen macht, ibfe ukcht gerade zur Würde des Ortes passen. J-chem, der uufgerufen wißd, letzt er in den Mund, für die Kantoren zu schnobern, und während er vor dem Omöd steht, scha-Ut er sich Nach solchen Wurzen um. Hält mau sich darüber ans, daun wird mau grob >aNgefahren. Wenn auch nicht jeder Kantor sein Dollarkonto hat, so arg, wie hier, -dürfen es die Herren -doch nicht treiben. Auch der Ghor läßt zu wünschen übrig. Die Chorsänger marschieren zizeMveis auf, so daß das Pulikum laut murrt. Bei wem soll man sich beschweren? Ein Vorstand ist nicht da, oder, wenn einer da ist, .zuckt er die Achseln. Oder es setzt sich letzthin an einem Schabbos ein Mann -in Hellem StraßeNanzutz und lichtem Hut in die Vorsteherloge und rennt dann vor Olenu davon. Ich frage, wer der ist, der bei allen Tempelbesucheru Unwillen hervorrust, und höre, daß es ein Vorsteher ist. Ich bin bereit, diesen Tempel öffentlich zu nennen, in dem es so zNgcht wie auf einem Schiff ohne Rüder. Bestens dankend, hvchachtend S. R." Trauung. Im Tempel des 20. Wiener Gemeindebezirles hat Svmitag, den 6. Angnst »in überaus solmner Trauungsakt stattgesunden, an dem die gesamte Judenschaft dieses Bezirkes den lebhaftest freudigen und seelenvollsten Anteil nahm. — Herr Willy Basse r, Sohn des langjährigen, unvergessenen Oberkantors Herrn Josef Baffer, führte Frl. Jerene Hers ch h a n zum Altäre, an der geweihten Stätte, wo sein Vater durch volle' fünfzehn Jahre mit seiner herrlichen Stimme und hervorragender Gesangskunst zum Preise des göttlichen Namens gewirkt, und der Bräutigam selbst, als ausgezeichneter Mju.filer, durch mehr als zehn Jahre, bei jeder Gelegenheit, ohne jedes Entgelt, als Organist in diesem Gotleshause mitgewirkt hat. Der geräumige Tempel war .daher von Festgästen, teilnehmenden Freunden und Verehrern geradezu überfüllt und es herrschte allgemein eine Stimmung wahrster .und aufrichtigster Freude. Die kantovale Funktion versah zunächst Herr Kantor Roth mit seiner schönen Baritonstimme. Er assistierte von einem gemischten und verstärkten Ehor unter Leitung des Dirigenten Herrn Reisemann. Am Harmonium saß der sagi noor, Herr Professor Ehrlich, das Solo in: „Gepriesen sei die Stunde" usw. sangen die Damen Frau Kvgan und Frau Fischer in herrlicher Weise. Die Ansprache hielt Ehrwürden Rabb. Dr. A b e I e §, in der er in schwungvollen Worten seinen langjährigen Kollegen feierte. Ein Tempeldiener reichte hierauf dem Beistände seines Kindes, Herrn Oberkantor Bass er, einen Tatis, den er anlegte und vortrat. Unter lautloser Stille der zahlreich Versammelten und mit von Tränen fast erstickter Stimme begann er im einfachsten Rezitativ die \ Beruchoth und immer mehr und mehr rang sich sein göttliches Organ aus dem Gejfühl hervor. Der Vorstand des Brigittenauer Tempelveveines bestand darauf, daß die Trauung den Charakter einer Ehrentraunng erster Klasse trage, bei der auch der Gesamtvorstand anwesend war. — Herr Norbert Saba r s k y, als derzeit geschäftsführender Obmann, hat dem Brautpaare immens des Vorstandes des Brigittenauer Tenrpelvereines nebst den herzlichsten Glückwünschen einen herrlichen Silberpokal als Ehrengabe überreicht. Aber auch die besten Wünsche der Brigittenauer Judenschaft geben den Neuvermählten das Geleit. N. Eh. Die Vermählung der Tochter Ms Gremialrat BerHold K o h n, Fräulein Mella K o h n, mit Herrn Max Fek'dsb erg findet am 3. September, 3 Uhr, im Stadttempel statt. Grabsteinsetzung für Rabbiner Moritz Kramer sel. And. Sonntag, den 13. d., wurde der Grabstein für den vortrefflichen, allgemein hochgeachteten Rabbiner Moritz Kramer feierlich eingeweiht. Außer Vertretern des Rabbinates, des Präsidiums und des Sekretariates der Kultusgemeinde, des Rabbinerverbandes, des Bethauses Rembrandtstraße, der Wiener „Misrachi"-Gruppe und der Familie des Verstorbenen waren viele seiner Freunde und Verehrer erschienen. Auf die Weiherede des Herrn Rabb. Dr. Funk, der im Mimen des Rabbinates sprach, folgte eine Reihe weiterer Ansprachen, in denen die hohen Tugenden und Verdienste des Verblichenen begeistert gewürdigt wurden. Austritte aus dem Judentum. Auscherlik Litt, geb. 18. April 1899, Strokanitz, Men, 9. Bezirk, Georg Sieglgasse 11. — Bahs Siegfried, geb. 26. Avril 1895, Wien, 4. Bezirk, Große Neugasse 23. — Benedikt Walter, geb. 10. Dezember 1916, Wien, 17. Bezirk, Lasaygasse 5. — Bäck Kitty, geb. 26. Mai 1908, Putney, Wien, 5. Bezirk, Schönbrunnerskraße 93. — Biringer Josefine, geb. 31. März 1893, Wien/2. Bezirk, Magdalenenstraße 25. — Benedek Karl, geb. 30. Mai 1889, Budapest, Wien, 9. Bezirk, Währingerstraße 20. — Friedrich Martha, -geb. 20. Februar 1895, Klobouk, Wien, 9. Bezirk, Boltzmanngasse 22. — Jellinek Leopold, geb. 22. Oktober 1889, Ung.-Hradisch, Wien, 9. Bezirk, Liechtensteinstraße 7? — Kohn Isidor, geb. 21. Angnst 1894, Malaska, Wien, 2. Bezirk, Am Tabor 22. — Lichtwitz Alfred, geb. 28. Oktober 1876, Nieder-Hillersdvrs, Wien, 2. Bezirk, Heinestraße 37. — Löwy Johanna, geb. 8. August 1886, Wien, 9. Bezirk, Porzellangaste 11. — Martens Ludwig, geb. 9. März 1884, Men, 3. Bezirk, Arenberggaste 1. — Martens Adelheid, geb. 8. März 1884, Gvopoa, 3. Bezirk, Arenberggasse 1. — Mandl Josefine geb. Jaros, geb. 10. März 1859, Pvibram, Wien, 8. Bezirk, Lerchengasse 22. — Moor Clara, geb. 6. August 1895, Wien, 8. Bezirk, Laudongaste 20. — Marecek Aloisia, geb. 27. April 1894, Mavkovice, Men, 9. Bez., Bevggasse 19. — Naschitz Leo, geb. 25. Juni 1879, Wien, 2. Bezirk, Volkertplatz 2. — Polacek Arnold, gckb. 13. August 1858, Dondleb, Wien, 9. Bezirk, Porzellangasse 16. — Popper' Margarethe, geb. 7. März 1893. Wen, 8. Bezirk, Schönborngasie 16. — Vraaan Gisela geb. Ehrenzweia. geb. 19. Juli 1872, Mauer Wien, 7. Bezirk, Schottenfeldgaste. Pragan Alois, geb. 17. August 1869, Wien, 7. Bezirk, Schottenseidgaste 67. KONKURS, Bei einem erstklassigen Wiener Tempelverein ist die Stelle eines Chordirigenten zu vergeben. Befähigte Reflektanten wollen ihre Offerte ehestens an die Administration d. Bl., unter „Zukunft“ einsenden. Honorar laut Übereinkommen. Oberkantor ADOLF BRAUNFELD empfielt sich als Hauitel (Besdineiönngsoperafeur) Unbemittelte gratis. Wien IX., Sechsschimmelgasse Nr. 16

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