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Die Wahrheit · 1922-03-23 · Heft 7 (23.3.1922) · page 14

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1922
Issue
Heft 7 (23.3.1922)
Date
1922-03-23
Page
– (sequence 14)
Language
German
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:? Seite 14 Dir Wahrhrir Nr. 7 komitee" und vom Verein „Wohlstrhrt" reichlich cmfgsbvachten Gaden, wie Bäckereien, Zigarren, Zigaretten, Hausschuhe, Toiletteartikel und vieles andere, zur BerteÄung gelangten. Der Wille, diesen Aermsten der Armen eine Freude zu bereiten, hatte die Schwierigkeit 'der Beschaffung obiger Gegenstände, deren Wert mit K 250.000.— nicht überschätzt ist, überwunden. Das Arrangement lag in den Händen der Herren KM-usrat D o h a -n, Simon Weiner und Julius Berger, der K 45.000.— zur Verteilung brachte. Ihnen assistierten die Herren Haas, Hirsch selb, Kammer, Korn mehl, Oe st er reicher und Walczer. Die Honneurs machten die Damen Fmu JuiLus Berger, Johanna Berger. Eisenstadter, Fries, Löwy, Frau Rat Seidler, S. Weiner und Fmu Rosenmann, die K 30.000.— für «me zweite Jause spendete. Den: rührigen Komitee wurde für seine Mühewaltung die besondere Freude zuteil, den Eindruck, den die Gaben auf die reichlich Beschenkten machten, zu beobachten. Es war wirklich für. alle dm Ereignis, das ihnen noch lange in Erimrerung bleiben wird; so feierten die hochherzigen Komiteemitglieder und die Insassen der Versovgungsairstalt den Purim ganz im Sinne seiner Bedeutung — als echten Freudentag. Probevortrag. Der Prager Oberkcmtzor D. Czern o v s k y sang am 13. und 14. v. M. int Budapester Rombachtempes, tvo er idurch sein seltenes Organ und seine edle künstkerifchjc Vortragsweise sowohl bei den Zuhörern als atuch in führenden Kultus kreisen, eilten großen Erfolg erzielte. Ueber diesen Probevortrag schrieb das „Nette Pester Journal" nutzer der Spitzmarke „E i n neuer Obe rk a n t o r": „Herr Damilo Czernoivsky-, ibcr seit acht Jahren Oberkantor in Prag ist, sang am 13. und 14. d. M. im Tempel iit der Rontbachgasse Probe und errang außerordeutlicheiu Bvifall. Ezernowöky, der über ein>en imponierenden Tenor verfügt und »auch ans dem Konze-rtpodtunl mit großem Erfolg ausgetreten ist, hat sich, che er die hiesige Oberkantorstelle ainuimmt, eilten ntehnvöchetttzlichen Vorbehalt ausbedungen." Berein „Wohlfahrt. An anderer Stelle Mtferer heuttitzen Nummer berichiten wir, daß es dank der richtigen Tätigkeit des Herrn S. Weiner gelungen ist, eine Zweigstelle des Vereines „Wohlfahrt" für den l. und 9. Bezirk zu emichten. Der Voichand dieser Filiale besteht aus den Herren: Obmann S. Weiner, Obmanustellvertzretier E. W. Ro s e n nt a n n, -Schriftführer szkovits, Kassier Gustav Glaser, Revisoren: Svejgmund Korn m e h l mt-d Paul F r i e s, Beiräte: Frau Paul Fries, Herr Bernhard B r u n n e r, Julius Engel und Moritz F r e u n d, VorstandsnÄtzlieder: David A. Hermann, Fritz K u b i n s k y, Emanuel M e - d a k, S. O e st e r r e i ch e r, Philipp Haas, Martin Roth, Dr. Jos. Dich o, Jg.'Walczer und Max Michael Weiß. .Druckfehlerberichtigung. Jtt der vorigen Nummer Hatz 'ich im Schluß des Artikels „Der jüdische Haß" sich sinustörender Druckfehler eingeschlichen. Auf Seite 6, zweite Spalte, 11. Zeile, über dem Strich, soll es statt „Aediu ger" „S t e d i n g e r" heißen. 7jerr €bmunb Wolf and Trau Jofjama Wolf geborene Banger zeigen ßocQerfreut die Geburt eines Tnäbdfens an Wien, 13. Wäiz -922. 1 mm Vermischtes Wßwm Kriegsopferwoche. Krieg! Opfer! Zwei unpopuläre Worte. Noch dazu eine ganze Woche sollen sie uns im Ohr klingen. Man möchte wohl gerne vergessen des Elends, das der Krieg für uns gebracht hat, doch ohne Opfer geht es nicht. Mag die Aufforderung zum Opfern noch so unangenehm berühren, es ist eine unabweisbare Pflicht, alle Verantwortlichen darauf aufmerksam zu machen, daß es ein Schandfleck der Menschheit und Menschlichkeit bildet, der Waisen und Witwen nach den Kriegsgesallenen zu vergessen. Wir Juden, die stolz rachamonim bene rachamonim genannt werden, müssen in erster Reihe die Schuld gegenüber diesen Unglücklichen empfinden und danach Händeln. Das Kriegswaisenhaus der Agudas Jisroel in Baden beherbergt 43 Waisenkinder nach Kriegsopfern. Sie haben ein Heim gefunden, das alles anfbietet, um ihr trauriges Schicksal vergessen zu machen. Brüder rachamonim bene rachamonim gedenket anläßlich der Kriegswoche der Kriegswaisen in Baden! „Eiserner Fond" für das Kriegswaisenhaus in Baden. Um das Kriegswaisenhaus in Baden fest zu fundieren, wurde der „Eiserne Fond" geschaffen. Der „Eiserne Fond" bietet auch eine passende Möglichkeit, der Verstorbenen zu gedenken. Wer 200.000 K für den „Eisernen Fond" spendet, kann für seine verstorbeuen Lieben einen Keren Kajemeth stiften und bewirken, daß nach ihnen am Jahrestage von den Waisenkindern Attschnajoth gelernt und Kaddisch gesagt wird. Anläßlich der Kriegsopserwoche hat Herr Abraham Weiser für den „Eisernen Fond" als Keren Kajemeth K 200.000 gestiftet. Pnrimvorfeier. Sonn lag, »den 12. b, M faind als Purimvorfeier in ibier Toynbeehall-e 20. Bez., Deniesgvsse, eine Veranstaltung statt, bei bei Herr Rabbiner Dr. Armin A b e l e s vont 20. Bezirk über das Thema „Altes und Neues zur Esterrolle" sprach. Wi-e der gegenwärtige Letter der Toynbeehalle-Kurse, Herr Regierungsrat Professor Dr. L. Singe r, ln seinem Besame treffend 'her vorhob, verstand es Herr Raibbiitier Dr. Abeles ln glänzender Weise gleich nach den ersten einleitenden Sätzen seines Vortrages den Kontakt mit dem die Toynbeehalle bis zum letzten Plätzchen stillenden Publikum herzustellen und bei aller, bei Dr. Abeles selbstvetstättldlichen, wissenschaftlichen Sachlichkeit und Gegenständlilchkoitz der Darlegungen den volkstümlichen Pnrimton festzuhalten. Seine Ausführungen gipfelten in dem, durch Blau, Jampel und seine eigenen, bereits vor vielen Jahren veröffentlichten Forschungen erbrachten Nachweis, daß das Esterbuch in der Reihe der biblischen Schriften keineswegs der locus minoris resLstentiae ist, als welcher er von der modernen Bibelkritik so gerne hingeistellt und gerade deshalb von jeher mit lden schwerstkailibriigm Geschvßen anggriMt wird. Vielmehr h'aibe gerade der Babelismus, diese moderne, giftgetränkte Gasbombe der heurigen' Bibilstrategik, die Ausgrabungen rmid Jnschriftenlilieratur der letzten 15 Jahrert, der historischen Glaubwrirdigkeit des Esterbüchleins ein geradezu glänzendes Zeugnis ausgestellt und es als wertvolles Doknnrent zur Ergänznug der Hof- Urrd Rerchsgeschichte der Achäntenidendynaftie gegen alle Zweifel und Zlngriffe sichergesteM. Wertvoller indes rroch sei die Esterrolle in ihrer Eigenschaft als Beitrag zur Kultur- und Sittengeschichte der altpeirsischen Inden. An der Hand einiger raketenartig aufleuchtende'r Beispiele und Hinweise ließ Herr Rabbiner Dr.Weles die MegillaH Ester vor den Angen der Zuhörer als das echte und wahre, von unverfälschtem jüdischen Geiste durchwehte Volksbuch in Erscheinung treten, in welchem sich der jüdische Charakter und dive unvergleichliche Treue, wie in keinent alldeiveu Buch 'der Heiligen Schrift abspiegelt — als ein Sefer Tora für die I u d' e u der D t a s p 0 r a, wie unser Büchlein von 63

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