Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1922
- Issue
- Heft 6 (9.3.1922)
- Date
- 1922-03-09
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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. o-rr- . .r - . * Sette 14 Literatur 11 ■i-’ fl % t % 11! Nr. 6 E. Flanier: Gut Purim. Ein neues Purimbuch, Verlag Louis Lamm, Berlin1922. Preis Mk. 16. In geschickter Weise versteht es der Verfasser in Lied, Spiel und Erzählung das Pur.im.fest der jüdischen Jugend näherzubringen und ihr zu helfen, wenn sie es nach der Väter SNe vergnügt und lustijg, aiber auch im Gedenken an die großen Taten der Vorzeit, feiern will! Es eignet sich darum sehr, als Sch'lach mono unseren Kindern an diesem Tage überreicht zu werden; sie werden ans ihm die Gestalten Mordochais und Esthers lieben und verehren lernen, werden sich aber sicher auch mit viel Freude an die Ausführung der beiden Festspiele machen, die wir in dem Büchlein finden! Dr. Willy Cohn, Breslau. Amerikanisch-jiddische Literatur. Vor einiger Zeit kamen mir aus Amerika zwei neue Werke in fid bischer Sprache zu. Beide, verschieden im Inhalt, müssen vor allem wegen ihrer äußerlichen Ausstattung, Papier, Druck und Einband geradezu unseren Neid erregen. Abraham R e i n w e i n, der Schriftleiter des „Kanadischjüdischen Journal", MM uns „Erez Israel im jüdischen Leben uird Litemtur" (Toronto 1921, Verlag „Canada") vor. Diesem Werke muß in erster Linie nachWrühmt werden, daß es, in gewissenhafter Ullbefaugenheit, von großer Liebe zu Erez-Jsvael, dein .Men Juden der Diaspora heiligen Lande, erfüllt, ist, und ist Begeisterung wiMich das Beste, was wir von einem Schriftsteller verlangen, dwnu müssen wir die Begeifteru.ng des Verfassers für Erez Israel besonders hervdcheben. In sechs kurzen Abschnitten wird das Verhältnis zwischen dem jüdischen Volke und dem jüdischen Land im höchsten Grade meisterhaft dargestellt und sie beweisen die große Orientiertheit des Verfassers im jüdischen Schrifttum und in der jüdischen Geschichte. Reinwein ist Zionist,- will über durch die Herausgabe dieses Buches kein PropÄMmdiamacher für die zionistische Partei sein. Das Buch verdient größte Verbreitung. S. Z. S e tz e r (gegenwärtig Herausgeber der Wochenschrift „Das Wort") bereicherte die Literatur Wer Chassidismus mit einem umfangreichen Wert „Rabbi Israel Baal-Schem- Dow" (New-Nork, ArnerÄa-Vevlag). Unter den führenden Gestern des Ostjudentums ist kaum einer, dessen Lebenslaus wir mit größerer Spannung verfolgen, als den des Baal- Scherns. Um sein Leiben ist ein Sagenkranz geizogen und ich glaube, es sind leine Legenden iin Judentum, denien man -begieriger lauscht als jenen des Baalschems. Wir alle, im letzten Jahvzchnt auch die Westjuden, fühilen die überwältigende Größe der Baalschemschen Jdeenrichtung, ahnen die Göttlichkeit seiner Lchre und siird von seiner Menschlichkeit tief durchdiarngen. Setzer schildert uns mit jenem Stil, der ihm eigentümlich ist, Leben, Lehre und Wirken des Baolschems. Ehajeur BI o ch. Die Baltischen Provinzen. Band 5: Märchen und Sagen. Herausgegcben von A. v. Löwis of Menar. Jll. von R. v. Hoerschelmann , Beblin - Ch arlotten - bürg 1916, Felix Lehmann. — Entsprechend der Ethnographie des Baltikums sind in dieser Sammlung deutsche, schwedische, dänische, estnische und lettische Ueberlieseruugen vertreten. Sagen, Märchen und Schwänke, die zum großen Teil in anderen Kreisen ihre Analogien finden. Bemerkenswert ist, daß auch hier (S. 118), wie in anderen deutschen und osteuropäischen Märchen der Jude die Rolle des Betrogenen spielt. Die Ausstattung des Buches verdient besondere Anerkennung. . G. :v ]h i Talmudproben. Von Rabbiner Dr. S. Funk. Vereinigung wissenschaftlicher Verleger, Leipzig. Die freundliche Ausirahniie, mit der vorliegendes Weükchen bei seinem ersten Erscheiiuen bogvüßt wurde, erhöht sich nur vvrdienteriuaßeu bei der zweiten, vermehrten und verbesserten Auflage die alle Vorzüge des Erstlinigsibuches in erhöhtem Grade zeigt. Der geehrte Verfasser hat die Sonderung in einen halachischen und haggaidischen Teil festgehalten und mit wertvollen AnmeMiNgen anr Schlüsse versehen. Der sozial-ethische und hygienische Teil des Talmuds ist in seinen wichtigsten Punkten anszugstvei.se berührt, ebenso der privatrechtlitche. Auch das Legendäre nimmt leibhaftes Interesse in Anspruch! und gibt tailssächlich kostbare Proben tälinndischer und altrabbinischer Weisheit, die allerdings in ihrer Universalität dem Laien verschlossen bleiben. Schalem Alejchem: Menachem Mendel. Aus dem Jüdischen übertragen von Siegfried Schmitz. R.Löwit, Verlag, Wien ruid Leipzig, 1921. Preis broschürt Mk. 18, gebunden. Mk. 25. Man. übertreibt sicher nicht, wenn inan behauptet, daß Scholem Alejchenl der beliebteste ostjüdische Erzähler ist, dessen Arbeiten oft einen Einschlag ins Tragikomische haben. Neben Perez stellt er sicher auch die bedeutendste Erscheiiiinngdieser Literatur dar. Wie gut ist uns noch feine „Erste jüdische Republik" in Erinnerung, in der es ihm in so großer Meisterschaft g>elungen ist, wirklich lebenswahre Typen, hemuszustelleu. Das Problem, das er sich hier gestellt hat und das er iin „Menachem Mendel" in -einer Reihe von Briefen des Helden mit seiner Gattin Scheine Schemde! herausarbeiitet, ist das des jüdischen „Luftmenschen", der alles und nichts kann, der unzählige Berufe liach einander ansübt und schließlich nach Amerika auswäudiert. Leider ist die Schilderung allzu wahr und ungezählte solche Menschen gibt es iw Osten, auch eine b;äivielen bedauernswerten Folgeerscheiiurngen des Golns, der die Juden eben so schwer Wurzel fassen läßt und manchen zum Abgrund treibt. So hat dieses Buch voll Scholem Alejchem neben dem erzählenden auch einen kulturgeschichtlichen Wert, vielleicht hätte es durch eine gewisse Kürzung gewonnen, denn, die oft sehr breit ausgesponnenen Briefs ermndell. Doch wird es wie alle anderen Bücher Allejchems trotz dieses Mangels sicher viel Freunde finden. Dr. Willy C o h n, Breslau. Adolf Böhm: Geschichte des Zionismus. 1. Teil. We-ltvertalg 1920. Ein Jahr Nach dem EvscheinÄN der Theoretischen Gvundlagen des Zionismus von Hokdhoim- Prenß beschert uns der Weltverlag ein Werk, das jeder, der den geistigen Strömungen des Judentiums Interesse entgegenbrinA, urit Freuden begrüßemwirld. Adolf Böhm, eine der führenden Pevsön/lichkeiten der ziolliftischeN Bewegung seit chröm Beginll, hat die gewiß nicht leichte Aufgabe auf sich genommen, eine objektive Geschichte Äes Zionismus zu schreiben. Eine doppelt schwere Ausgabe für den Verfasser, der -mitten im .politischen Leben fleht. Böhln führt Nus in die kulturelle und ökonomische Lage der Inden nach der Emanzipation ein, die die Vorausbedmgung für die zionistischen Bestrebungen war. Er schildert meisterhaft die Bewegung bis zum Auftreten Theodor Herzls: Moses Heß, die Chvweiwe Zion, die „Bi!lu" die erstell, die sich der Idee opferten, -und die ersteil Kolonien. Er führt llns in di!e Werke Achad Haams eiin nnd^ weist -uns die geistigen Strömungen inr Osten. Der zweite Abschnitt behandelt die BewegrtNtg bis Herzls Tod. Vom Erscheinen des Judenstaates!an über die Kongresse hinweg spinnt sich der Faden der Geschichte bis zu Herzls Tod. Hamburger. . X'XiK.-~? ::l