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Die Wahrheit · 1921-11-10 · Heft 22 (10.11.1921) · page 3

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1921
Issue
Heft 22 (10.11.1921)
Date
1921-11-10
Page
– (sequence 3)
Language
German
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’ja&r MMwMe ZcksMft Kr jmnmf 4L-21V WWeMerelsenpk^ r<7!O^u-^0^rotk5w^6^ Wir» Arftrr kratze iS XXXVII. Iahrmsg Wien. 10 November 1921 Nummer 22 Bruderzwist der Juden in Deutschland. Zur Wahrung ihrer Rechte und Festlegung ihrer Pflichten haben die Juden Deutschlands den Zsntralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens geschaffen. Eine Organisation zum Kampf, zur dlbwehr und Selbsterhaltung. So trefflich und begrüßenswert dieses Programm ist, hat es etlichen Eigerckrätlern nicht genügt und ihr Bannerträger, Herr Max Naumann, hat einrn Verbau) nätionaldeutscher Juden ins Leben gerufen. Was dieser soll, hat der Gründer in seiner von uns bereits besprochenen, von der Gegenseite mit vollem Recht zurückgewiesenen Broschüre „Vom natio n ald eutsch en Juden" gesagt. Vereinzelte Prestestmrmen sind mit dem Wege und Ziele der Naumann-Gruppe gleichen Sinnes. So schrieb die „Münchener Zeitung" in ihrem Leitaufsatz „Vom deutschen Juden : „Es kann eine Verständigungsgrundlage geschaffen werden, 'auf der sich deutsche Juden und deutsche Nichtjuden treffen können, „eine Grundlage für gemeinsame Arbeit zum Wiederaufbau d^s armen, zerschlagenen Vaterlandes". Die nationaldeutschen Juden haben einen unbestreitbar richtigen Satz in ihrem Programm' „Der Antisemitismus -als Gruppenerscheinung kann nicht bekämpft, er muß abgebaut werden." Wer das einmal begriffen hat, wer die Erfchwerun-g unseres politischen Lebens durch die antisemitischen Erscheinungen als Schädigung der deutschen Kraft empfindet und beklagt, wer auch ein Mitgefühl hat für die in ihrem ganzen Wesen deutschen Juden, die unter der vielfach un-terschiedlos allen Juden entgegongebrachten Mäßigung leiden, die, durch tägliche Nadelstiche immer wieder verletzt und zurückgedrängt werden in einen Ring, aus dem sie herausmöchten, der muß es begrüßen, daß hier endlich wenigstens ein Versuch zur Herstellung einer gemeinsamen Front gemacht worden ist. Und zwar ist es der allein mögliche, die Verständigung mit dem unverbrüchlich deutschgestnnten Teil der Juden herzustellen. ES ist doch nun einmal gar nicht zu bestreiten, daß «es rasienmäßrg zionistisch gerichtete, daß es international gesinnte, daß es nichtdeutsche Juden gibt Und es muß von jedem Dänischen, auch von jedem deutschey Juden, als unnatürlich empfunden werden, das deutsche Leben von solchen Nichtdeutschen und Undeutschen beeinflussen ober gar bestimmen zu lasten. Diese Gegnerschaft gilt nicht dem Juden und hat überhaupt mit Antisemitismus nichts zu tun, sondern ist Kampf gegen undeutsches Wesen im Judentum. Wenn hier ein Walk gebaut weiden könnte, der die deutschMsinnten Juden vor den törichten Verallgemeinerungen schützt und ihnen in Politik und Gesellschaft die gesicherte Stellung verbürgt, die sie verlangen können, so wäre das eine sehr heilsame Tat zur Gesundung unseres ganzen öffentlichen Lebens. Wobei allerdings zu wünschen wäre, daß bei dev Scheidung -der Geister im Judentum der deutsche Gedanke große, werbende Kraft entfalte." Nicht so duldsam und erwartungsvoll begrüßen 'die stramm deutschnational gerichteten Blätter das Anbioderungstreiben Naumanns. Manche winken ihm sogar r.'cht deutlich und entschieden ab. In einem Referat über einen Vortrag, den die bekannte Judengegnerin Maria G r ö n e r über Jugendbewegung und Weltanschauung gehalten hat, heißt es in der „Deutschen Zeitung": „Eine unerwartete Zustimmung fand die Vortragende in einem Herrn, der sich als nätionaldeutscher Jude vorstcllte, der seinem Volkstum entftemdet, zur tiefinner-m Ueberzeugung und reinem Wollen im deutschen Volkstum aufzugehen» strebte. Er gab die Derjudung unseres öfftntlichen und Kulturlebens und die Notwendigkeit seiner Entju^rrng zu und befürwortete zu diesem Zwecke einen Antisemitismus, unter dem er nicht etwa -die große Ablegung alles Jüdischen und den Boykott seiner Rastegenosten, sondern ausdrücklich die zu erzwingende Abwanderung aller Juden verstand, di" nicht, wie er und die wenigen seiner Gesinnungsfreunde, sich dem deutschen Bolkstume einstigen und angleichen könnten oder wollten. Man fühlt als Mensch," sagt -die Zeitung, „die tiefe Tragik dieser Wurzellosen mit und muß doch bekennen, -daß nach den Gesetzen der Raste eine Aendernng der durch sie bestimmten Willensrichtuna, eine Einstellung auf das hohergoartet", ftemde Volkstum nicht möglich ist. Wohl kann -er Angehörige und das Volk von idealistisch veranlagter Raste hincchsinken in den Materialismus der niedriger veranlagten; und die Einschmelznng rassisch verwandter Kulten und Slawen in 'das Germanentum haben wir an unserem Volke erlebt. Aber die Aufnahme so gegensätzlicher Willenselemente, wie es die jüdischen sind, ist unmöglich oder wäre verderblich für unser Volk, wie ja die unglücklichen, in sich zerrissenen Mischungs- Produkte beweisen." Ebenso jeden Zweckel ausschließend Erich K ü h n e im Februarheft d"r Zeitschrift „Deutschlands Erneuerung": „Wer unsere Zeitschrift nicht erst seit heute liest, weiß, daß der größte Feind des Deutschtums der Internationalismus ist, wie er sich im internationalen Kapital, im Marxismus, im Materialismus und im Bolschewismus auslobl. Der Hauptträg"r des Internationalismus ist — das ist wissenschaftlich einwandfrei nachgewiosen — das Judentum; eS bleibt es auch, selbst wann es in der Not des Erkanutfeins bei uns auch einen ganzen Flügel ins nationale Lager abkommandieren sollte." Als Dritter im Bunde der Abweisenden charakterisiert berüchtigte.Knüppel -Kunze, von dem in dieser MMckrist schon die Rede war. die neue Partei klipp und

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