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Die Wahrheit · 1921-10-27 · Heft 21 (27.10.1921) · page 14

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1921
Issue
Heft 21 (27.10.1921)
Date
1921-10-27
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Weite 14 Di* Wahrheit Nr. 21 und bemerkt, dH es stets eine Freude war, zu beobachten, wie dieser Mene Mann, Lurchglüht von dem schönen Bewußtsein, GuteS gsstan zu haben, aus den Sitzungen dieser WohltatiZ-keitsverenre nach Hause kam, und wenn er, der Sohn, auch gerne bereit sei^ dieses ideale Erbe anzutr-eten, ,.Ä könne er sich doch in keimst Weise mit dem seltenen Bilde, das sein Vater geboten, vergleichen. Nachdem er aber mit vollem Herzen sich zu der Nachfolgerschaft bereit erkläre, können die Institutionen auch auf ferne Mit- ° arbÄterschaft zHlen. * $ <! Nach der ergreifenden Wirkung der GedLchtnisfeier für zwei der hervorragendsten Mitglieder so gemeinnütziger Institutionen ergreift Kultusvat I. Schwarz das Wort zu einer Rede und bemerkt, es möge chm gestattet sein, in diese düstere Stimmung einen froheren Ton zu bringen. Er erfahre soeben, daß der allverehrte Präsident und Führer dieser Institutionen am 10. Oktober seinen 50. Geburtstag begehe. Er glaubt im Namen aller AnwHenden zu sprechen, wenn diese auch durch einen tragischen Anlaß zusammenberufen worden sind, wenn er Herrn Rabbiner Dr. Grunowald zu diesem'Tage herzlichst be- Aückwünsche und feiner beispiellosen Verdienste um seine Gemeinde, den Leopoldstadter Tempel, zu dessen Neuaufbau er Stein auf Stein gelegt hat, und nicht in'letzter Linie um.die wohltätigen Institutionen, die ganz Wien mit ihrem segensreichen Kreis umfassen, herzlichen Dank mlöspreche. Leider müsse er es sich versagen, auf die einzelnen Phasen dieses gottbegnadeten Wirkens eingehend, zu sprechÄr. Wenn auch dem Gefeierten gewisse Vorkommnisse der letzter: . Zeit Mißstimmung bereitet haben, so möge er darüber mit seinem klugen, philosophischen Sinn sich hrnwegsetzen, getragen von dem Bewußtsein, daß die hier Versammelten und der ganze große Anhang, -der hinter ihnen steht, die Bedeutung Dr. Grunwalds für das Wiener Jrckentmn stets Hochhalten und nie vergessen werden. Es möge dem Jubilar vergörmt sein, bis in sein spätestes Aller in der gleichen Kraft und'mit den gleichen Erfolgen zu wirken und zu schaffen. Em Mißftand auf dem Renen Friedhof (3. Tor). Lu wiederholen Malen war ich peinlich davon 'berührt, daß, während in dem Zeremonienraum auf dem Neuen Friedhof eine Funktion stattfand, -die Teilnehmer des vorangegangenen Leichenbegängnisses bei der Rückkehr vom Grabe ungeniert die Halle durchschritten und an dem im gleichen Raum angebrachten Waschbecken die rituelle Waschung mit derartigem Lärm vollzogen, daß die gerade stattfindende Funktion in skandalöser Weise gestört wurde. Wvder Rabbiner noch Kantor konnten mit ihren Stimmen durchdrvngcn. Me Aufmerksamkeit wrcke von ihnen auf die Ruhestörer abgelenkt. Man zischte und winkte. Alles vergebens. Auf meine Beschwerden bei Beamten und Personal des Friedhofes antwortete man mit Achselzucken. ES ist unbedingt zn fordern, daß das Waschbecken in den Vorraum verlegt werde. Man muß auch hier wieder über -re Gemütlichkeit unserer Wiener staunen, die sich solche Barbarei ohne Klage gefallen lassen. Hoffentlich bringen diese Zeilen eine rasche Abhilfe. Ein Friedhossbesucher, Schachmeister ÄaSkr zur Judenfrage. Als eine bemerkenswerte Erinnerung an den Karlsbader Zionrsteukongreß mag die kleine Geschichte einer vor Jahren stattgehabten Begegnung H. D. Nombergs mit Doktor Lasker, dem berühmten Schachmeister, in Karlsbad gelten. Das Gespräch 'Lam auf die Palästinasrage und da Meinte der. Schachmeister: „Hätte man mir. gefolgt, so wäre das jüdische Problem, noch lange vor dem Weltkrieg gelöst worden. Als ich aus Amerika zurückkehrte, wandte ich mich an einen bekannten Berliner Zionisten und unterbreitete ihm meinen Vorschlag, der damals nicht mehr als einige MMonen Mark geikostä hätte. Ich regte damals an, ein Landgebiet an «der Küste von Uruguay zu -erwerben. Uebevdies wäre nur ein einziges Untersebovt nötig gewesen, um die See dortselbst zu beherrschm. Das Gebvet hätte 'so üls jüdischer. Staat proklamiert werden können. Ich hätte alle juuegn Leute genommen, welche die Kaffee- - Häuser bevölkern, Zigaretten rauchen und nichts tun, und -hätte ihnen gesagt: Wenn ihr euch und euren Mitmenschen Nutzen bringen wollt''— hier ist ein Land, auf das ihr eure Energie verwenden' könnt." Laskers Vorschlag begegnete tauben Ohren._ Abschluß einer Wechselaffäre. Hebet diese selbst haben wir in Nummer 14 unserer Zeitschrift berichtet. Es handelte sich um leichtfertig erhobene Bemächtigungen und Beschuldigungen gegen vollkommen korrekt vorg-egangene Gesch^tsleute. Die zutage getretenen Ergebnisse.haben diese Tatsache in klares Licht gestellt und fanden sich dir- Betreffenden nunmehr veranlaßt, folgende, Ehrenerklärungen öffentlich abzugeben: I. . Wir erklären hiemit, daß die in den Zeitungen seinerzeit unter der Spitzmarke „Warnung" gegen die Herren Nathan Kusznier. und A. M. Groß veröffentlichlen Anwürfe, ferner die in Anzeigen an die PolizeMreiktion und in verschiedenen Eingaben behaupteten ehrenrührigen Anwürfe gegen die Hemm Kusznier und Groß nicht auf Wahrheit beruhen. Wir ziehen Me diese Erklärungen mit dem Ausdruckedes Bedauerns zurück und bitten d'se Herren Kusznier und Groß um Entschuldigung. Wien, am 11, Oktober 1921. Adolf P ö ch h a ck e r m. p. Ferdinand Heller m. p. n. ' Namens Eines Klienten, des Herrn Philipp Ferber, erkläre ich hiemit, dH Herr Ferber sich überzeugt HÄ, daß die gegen die Herren Nachan Kuszier und A. M. Groß in d«r Zeitungen unter der Marke , Warnung" und in Anzeigen und Eingaben an Behörden erhobenen Anwürfe nicht stichhältig sind, der Wahrheit nicht entsprechen und ^dvß das Vorgehen Ber Herren Kusznier und Groß durchaus korrekt war.' Ich ziehe namens des Herrn Philipp Ferber, der uufrGrund -irrtümlicher Jn-forrnation«! vorgegangen ist, diese Beschuldigungen zurück und erlege gleichzeitig einen Sühnebetrag zu wohltätigen Zwecken. Wien, am 11. Oktober 1921. Dr. Marzell Ho ffmann m. p. Au bemerken ist, daß Herr Kusznier an die friedliche Beilegung der Angelegenheit die Bedingung knüpfte, daß Herr Ferber den Betrag von K 30.000 -für verschiedene wohltätige Zwecke spende und wurde dieser Betrag bereits dem Vorstände des Tempelveremes „Aeschel Avrohom", Wien II., bereits überwiesen. hhm Gontinentale 8ank l., Marc Aurelslraße 5-7 - Volletnge^ahltes Akttonkapital K 100.000.000.— Telephon 20.486, 20.691, 20.646, 22.576 Giro-Konto: öst.-ung» Bank österreichische* Postsparkassen-« onto 189.527 Telegr.»Adresse: Contlnenlalbank WECHSELSTUBE Wien« II. Bez., TaborsSr. 46 a Telephon 49428

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