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Die Wahrheit · 1921-10-27 · Heft 21 (27.10.1921) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1921
Issue
Heft 21 (27.10.1921)
Date
1921-10-27
Page
– (sequence 7)
Language
German
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. Nr . fl daß Staaten nur mit einem Charter als Grundstein aujgebcrut werden könnten. -Es ist ebenso unwahr, daß die Iw m ihrön Reihen Politiker zähle, die-glaubten, daß es selbst innerhalb des Rahmens eines Charters möglich sei, - die. RüaliM eines Staates über Nacht aufzubauen oder die so. ungeduldig und unpraktisch wären,, daß sie nicht auch Ar einen Staat arbeiten würden ohne einen vorhergehenden Charter. -Aber die Bedingun-g-en müssen solcher Art Mn, daß der Staat schließlich entsteht, und daß das Werk- und die Opfer schließlich ihren Lohn.finden.'Ein Mes.Sprichwort warnt uns davor, unser Haus auf dem Sande zu 'bauend-; - - '; - - .■ &0f Mandat für Palästina ist noch nicht - geregelt/ Solange fern gsnauer Inhalt nicht 'bekannt ist, mag man - vielleicht noch hoffen, da die notwendigen Bedingung^, um den Erfolg des Werkes und der Opfer zu sic^rn, schließlich bewilligt werden. -Jedoch, selbst wenn es unerwartet günstig für die jüdischen Ansprüche wäre, würde die Schwierigkeit verbteiben, die sich ans der Anwesenheit der feindlich gesonnenen sechzigtausend .Nichtjuden in einem kleinen und e n g e n'T -e r r i to.riü m e r g ibt; Und es wird ein dauernder Vorwurf' bleiben, den man den Führern des'Zionismus machen mußj . daß. sie trotz mein« Warnungen'diese Seite des Problems stets, ignorierten, mit dem Ergebnis, daß -ihnen jedes klare Programm zu seiner Lösung fehlte, als sie sich ihm in der Wirklichkeit gegenüber befanden. Eine solche Blindheit und Unvorbereitetheit mag vielleicht hysterische-Erfolge erzielen — sie können keine hiswrischen Erfolge bringen. Daß die Zionisten.jedoch "ihre Ansttengungekf äufgKben, ist'ebenso unwä-hrscheinlich, wie das Mandär b^rM digend sein wird. Eine Partei, die keine klare Konzeptwtt hatte, selbst als ihr'Geld und konkrete Aufgaben fehlten, wird vermutlich von ihrer Blindheit nicht geheilt werden, wenn.sie in -den Besitz von verhältnismäßig großen Geldsummen und konkreten Aufgaben gelangt. .Energie und' - Gelder -werden für Palästina verwandt werden, welche dem Lande Nutzen bringen werden, und. in einem minde-» ren Grade auch, den Inden und dem Judentum. Würde, ein solches Werk dem -Judentum vorgeschlagen werden, bevor'der Zionismus entdeckt war, es wäre enthusiastisch von' allen Juden begrüßt worden. Aber, da es nach solchen übertriebenen Hoffnungen und Schvfartönen -kommt, muß es'notwendigerweise wie eine Enttäuschung wirken. Man kann vielleicht von dem territorialrstischen Programm sagen, es sei glänzend, aber es sei nicht Zionismus. Von d er. gegenwärtigen z ioni stis ch en Tä tigkevt muß gesagt werden, däß sie weder Q ta r/z e n d ' noch Z i o n i s m u s i st. Ünd ' da der Zionismus für uns Anhänger Herzls keine abstrakte Theorie war, ..sondern uns begeisterte als die Rettung aus einet ' uNmittülbaren Noh und äls Lösung' eines 'dringerchen Problems — eines Problems,, das heute' no'ch dringender geworden ist — so, macht der Zusammenbruch" der Hoff-' nnng Es. einen jüdischen Staat in Palästina neue Lösungen und neue - Antworten nötig. Diese werden nicht gegeben werüendurch den Kongveß, welcher, politisch macht. los,- nnr als ein finanzielles Jnstrmnertt dienen, kann. Sie werden gegeben werden entweder durch cibseftrge 'Denker oder durch die Bewegung und durch die Kräfte des Lebens. - London . -Israel Z angwikl. «eite 7 Kongrehreden. (Schluß.) Wir übergehen, nachdem wir bereits über die wichtig» ste» Ereignisse, die Resolution des Kongresses und das famose B^grüßungstelegramm Herbert Samuels im NotizentM der l^ten Nummern berichtet haben, einige weniger belangreiche Sitzungen, um uns >der „Kultur- Debatte" zuzuwenden. Sie wurde nach alter Kongreße übmkg meistens in hebräischer Sprache geführt. Zuerst hätte der. bekannte, jüdische Dichter B i a I i k sprechensollen, da er jedoch nicht rechtzeitig verständigt worden war, uuterblnb sein Referat. Dafür hielt Dr. Lurie ein Referat über das hebräische Schulwerk, aus dem sich ergibt, daß gegenwärtig fast das ganze Schulwesen -unter Aufsicht der zionistischen Organisation steht. Das Schulwerl leidet unter großen finanziellen Schwierigkeiten; die Lehrer sind schlecht besoldet, es fehltan Unterrichtsmitteln und an geeigneten Schulräumen. Daher war die Aufvechtevhaltung des Unterrichtes im vollen Umgänge teilweise nur dadurch möglich, daß die schlecht besoldäen Lehrer sich freiwillig entschlossen, zwei Wochenftunden unentgeltlich zu «teilen.. In der Debatte wurde neben der Frage der materiellen Sicherung auch die religiöse Frage berührt, aber sie nahm in den Erörterungen der Kulturfrage -auf dem KouMeß selbstverständlich kemen zentralen Platz ein. Dieser nahm, die Resolution des Professor Heinrich Löwe, Berlin, an> wonach die Kulturarbeit ein unentbehrlicher Teil der Tätigkeit fürdie Errichtung der nationalen Heimstätte in Palästina geworden ist. Der Kongreß verpflichtete den Nationalfonds, die für die Schulgebäude notwendigen Terrains zu erwerben. Er forderte weiter eine Förderung der NationalbMiothek, sprach Professor Einstein und dem'Komitee der amerKanischen Aerzte den Dank für die Förderryrg^-er: medizinischen Fakultät der künftigen Universität nt Jerusalem aus ustv. - Montag, den 12. September sollte dev Kongreß zu E iche gehen. Es kam wieder, wie aus allen Kongressen dazu» daß das Plenum in atemloser Hast — man wollte rechtzeitig .fertig werden, was allerdings nicht gelingen sollte - - die wichtigsten Angelegenheiten durchpeitschte und nur mehr eine Abftimmungsmaschine darstellte. Samstag, den 10., -war sitzungsfrer und beriettn sich -an diesem Tags nur auf Grund einer Vereinbarung zwischen dein Parteien einige Kommissionen. Einen großen Teil der Beratung nahm die Legionssrage ein. Die „Wiener Morgen- Zeitung" berichtet darüber in folgenden Worten: „Jabotrusky und seine Gruppe, durch Heu EvjoLg bei. der Prager Sitzung des Aktionskomitees ermutigt, wollten, ursprünglich, daß der Kongreß, den Prager Beschluß, der bekanntftch auf eine Wiederauftichtung des jüdischen Regp- . ments hmzielt, feierlich bestätige. Angesichts der starken Gegenströmung, die sich aus dem Kongreß zeigt, und die sich nicht -nchrg und ohne Debatte überstimmen ließ, ist Herr Jabotinsky vyn diesem Gedanken obgekommen. Er und . seine Gruppe würden sich mit einer stillschweigenden GenehmWmg der Prager Beschlüsse zufviedengebon." Das ist stark! Die Aktion Jabotinsky ist in jeder Hm» sü^ eine unerlarMe! Der XII. Zumistenkongrch will die Legion nicht und dennoch erzählt d« „Morgen-Zeitung", daß die Legion stillschweigend mit Hinsicht auf die Prager .Beschlüsse genehmigt ist. . Jetzt kommt das traurige Ende. Sogar die „Morgen- .Zeitung" konnte es nicht anders als mit folgenden Worte» schildern: „Die Situation des Kongresses fft biS zur Un-

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