Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1921
- Issue
- Heft 20 (29.9.1921)
- Date
- 1921-09-29
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 20 Geile 17 Die Wahrheit FesüagsprSludium. > . . - Von Armin W i lk o w ttf ch, Eger. .*..*■ Werrn. der Abenddämmenlilgshiinrnel des - sechsten Werktages Ne palästinischen. Ländereien mit feuerrorenl Fatb'engKmz übergoß 'imd der Landmann feine festtäglichen, faltigen, Gewänder zürn feierlichen Empfang der Braut Sabbat cmleigeit, richtete er an seilt Hausgesinde folgende zwei-Fargen: ^Habt Ihr Zehent entrichtet? — Habt Ihr den Eruw instand gesetzt?" — Und wenn die beiden Fragen 'bejahende Antwort-erfuhren, -dann gab er den Befehl:'„Eutzültdet das SabbaiMcht!" Ultter die erste Frage verbirgt sich der Gedanke: ,,Häbb Ihr darum gesorgt, daß dta Diener des.Hemn, die nrit irdischen Gütern leicht beteilt wurden, -mÄ Lebensmitteln versehen wurden?" — Unter die zweite —: „Habt Mr die Uinzäunung der Gemeinde besorgt, daß sie als ein Gut. des eiltzeinen — R'schuth hajachiid — betrachtet werden könnte^ - damit man von einem Gehöfte zum andern „tragen^ darf? Kürzer gesagt: Habt Ihr Euch für das Wohl der Gesamtheit — towath hakklol '— interessiert? Wenn ja!: Entzündet die Sabbatlilchtet . . . Das Symbol. deD Friedens und der geistigen Sammlung! . .. Aeonen sind über jenes pätrliarchische Zeitalter geflossen. Der jüdische Ländmann, dernn Schatten des Feigenbaumes nnld des Weingartens Erholung nach des Tages Mühen „ fand, besteht längst nicht mehr mch selbst die / Sabbat-Weihe, jene herrliche Gabe des Himmels, breitet-sich nur noch über einen schmalen Landftreisen, ü>ber omte Landzunge ... .Allein -Gott hat feine milde Hand den 'Söhnen seines Bimdes nicht ganz entzogen, Er pflanzte ihnen andere Lebenszweige; manchem seines anserwählten Volkes blühen goldene Aopföl auf immergrünen Zweigen .... Sie weihen leider den heiligen Sabbat Nicht, öder ungenügend ... Immerhin am Roschha-schanvh und am Sabbat der Sabbade lassen sie über sich die. Aeiertagsstimmurrg ergehen, . nnid. da sollte man sie vor-dem Entzünden der WeiheUckDr fragen: Habt ihr Zehent entrichtet, daß die Priester, die euch sagen und singen, vor der ärgsten und herbsten Brotsorge geschützt sind? Habt ihr euch um ibeit Crnw gesorgt, daß eure Gemeinschaft nicht zerfällt?. Bejaht mit gutem Gewissen diese Fragen!- Trotz vieler .Sünden wird euch friedlicher Lichterstvahl erglänzen. An »nfere geehrte« Leser! Die heute erscheinende Rümmer ist 24^ Seiten stark. 'Die erscheint wegen der hohen Feiertage Donnerstag, den 27. Oktober. I Wahrheiten vom Tage Ungewollter Antisemitismus. Der Pariser Büchermarkt ist um ein neues Werk bereichert, das die französifchen und nach ihnen hauptsächlich die ungarischen Antisemiten mit großem Jubel begrüßen und ansnützen werden. Die frauzösischeu Schriftsteller Jean nnd Ierome T h a r a n d haben die aus Grund ihrer persönlichen Datensammlnng und ihrer an Ort mvd Stelle erworbenen Insrrmätionen in der „Revue des Denx Mondes" erschienenen Artikel über Ungarn unter dem Titel „Quand Israeli est roi" t„Wenn Israel König ist") in Buchform herausgegeben. Der Name der Brüder Thavand scheint eine Garantie für die vollständige Uirror eingendmmenheit dieses Werkes zu bieten, aber leider haben die Verfasser ihr Material sehr trüben Quellen entnommen. Sehr richtig und anfklärend hiezu bemerkt „La Tribuna Jnive" in ihrer Nummer voni b. August: „Verstehen wir einander wohl: wir bezweifeln hier nicht die bona fides der Brüder Tharand. Es ist ja ganz^ natürlich, daß sie sich zur Beschassnug von Informationen an jene gewendet haben, die heute im Besitze der Macht sind. Zu ihrem Unglück haben sie sich aber nur an einen Klang gehalten- Hätten sie auch an einem anderen Tor angepocht, dann hätten sie nicht schreiben können, daß Ladislaus Fenyes, ein Protestant alter Prägung, ein Jude wäre. Wenn die Briider Thavand das Orczysche Haus oder, wie es populär heißt, die Orozyhöse als Ausgangspunkt der Berjndunig Budapests hinstellen, so kommen sie der Wahrheit nicht besonders nahe. In den Höfen der alten- Büdapester Gebäude wurden förmliche Märkte abgehalten, so zum Beispiel m den „Bacskaer" und „Banater" Höfen, in denen nicht Inden das Monopol innehatten. Diejenigen, die in den letzten fündig Jahren in Budapest gewohnt haben, 'konnten noch nicht den verschwenderischen Wiener Griechen Baron Sina vergessen, dessen Finanzunternehnmngen in Ungarn zumindest: fo wichtig waren, wie die der israelitischen . Kansileute. Uebrigens haben die ersten jüdischen Familien «gar nicht im „Orczyhaus" die Vermögen erworben, die ihnen jetzt so bitter vorgeworsen werden. In Altofen, dieser ältesten Vorstadt Budapests, lebten schon zur Zeit der römischen Kolonie Aquincum Juden. Die Römer, die nicht so delikat seinmochten, wie die Erwachenden Ungarn, scheinen von dieser Nachbarschaft nicht viel gelitten zu haben." Der unsterbliche Prozeß. Am 19. September hätte das zur Korrektur gewordene Gerichtsverfahren «gegen den Sjzegediner Rabbiner Dr. L ö w endlich durchgeMhrt werden sollen. Es fehlte rrur eine Kleinigkeit: die beiden Kronzeugen. Aber weder der getaufte Alexander Hollosi, noch der andere Schurke Georg Nype-ls sind einer Ladung zugänglich. Wie die ungarische Justiz aber gebaut ist, kann sie einen Schuldspruch gegen Arden auch ohne Zeugenaussagen konstruieren. Man hat leider genug Beispiele. „Euch geschieht nichts, höchstens den Juden!" Mit dieser Beschwichtigung tröstete der Lacksnbacher Pfarrer Koch die burgenländifchen Flüchtlinge. Es traf zwar nicht so zu, wie der hochwürdige Herr versicherte, aber der Großteil der Beute wurde doch von den Lackenbacher Inden ei'ngeholt. Sie wurden mit vorgehaltenem Revolver eingeladen, sür den Befreiungsfeldzug W spenden. Me erwachenden Ungarn nahmen Geld und alle erdenklichen Gebrarlchsgegenstände. Der Schneidermeister Weiß mußte ans einigen Stoffen binnen acht Tagen zehn Anzüge „spenden", ein Schuhmachermdistör zehn Paar Schuhe, alles Mrs j - < 234848484848482353532353534823534848212348482353484823232353482353482323