Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1921
- Issue
- Heft 20 (29.9.1921)
- Date
- 1921-09-29
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite L D i e Ä a h r h e i t Nr. 20 Fehler wird es der der Geldgebarung immer geben.-Aber man wird aus ihnen sür-.dieZMlnft lernen. Man dürfe das'Geschehene die künftige ÄeuMig Nicht entgelten lasten. Die Kompetenzen' der leitenden Persvrren sollen immer auseinander gehalten werden wenn es nicht wieder zu Reibungen kommen soll. --Bor allem muH verhütet werden-, daß die Leitung teinrn Messerstich in b c n R n 4 ■■ n bekomme. Dann wird der rrächste Kongreß aus größ'ere LeistU'Ngen der führenden Männer zurückblicken können. ^Fortsetzung folgt.) ' / - ' - Jüdische Motive in der Weltliteratur. Em Beitrag zur vesgleichücken Literaturkunde. .Bon einem Rcchhiner. , . Me Rechte.Vorbehalten. . .(Fortsetzung,). . Der Esel, auf demGeilerros reitet, wird als ein sehrkluges Tier beschrieben,"das sm Mgantenkampf, arr' dein sein Herr als Genoste undSchrldknaPpe idesDionhsos teAmahM, „seiine Stinrnre. eühob^ und dadurch dazu beitrug, das Heer der Giganten zu erschrecken und in die Flucht zu schlagen . . (Der Olymp von Petisous, Leipzig 1890, S. 175.) ' Das gleiche.M o t i nsfprechenhen. -Esels..st-ndet sich betamrtlich im 4. Brüh Ächze W, 28: wajiphtach Ad . .. eth pi haaton: „Und der Herr,oftzDtedW-.Murch..Äer Eselin"; doch hier, wie bekannt, zum.Tadel. Md Verhängnis des. eigenen Herrn, des. verblendeten Sehers Bileam. - .. -' s. Höchster Jupiter, und^ Hr. - Götter, die ihr über gute und böse Daten waltet, ihr sM Zeugen,, daß wir Römer nicht ungerechterwÄse,... sondern Ms Nohwchx -an einem feindseligen und - treulosen .Staate . Rache genommen haben. . (Plutarch, Camillus, S. 132.) Wenn diu dich einer . Stadt näherst,-um sie zu . bekriegen, so sollst du-.Hr mit'Fried.en.begegnen. So. sie dir in Fricken antwortet und dir. Eingang, gewährt, so sei dir alles darin beMchliche.Sostk tzvibuchslichtig. . Denn sie dir aber nicht Frieden bieüt, sondern mit-dir Kriege führt, so sollst du sie belagern, . . (5 -Buch Wvse» 20, , 10 f.) Hiemit ist 4. Buch Akose 21; 21 H, M Dergleichen: Mose sendet Boten, an S i cho n, König, non Emoxi . . . Laß mich durch dein Land ziehen^-wir wiechtzynichtabbiLgen in die Felder und Weinberge . . . aber Sichon gestattete, ihm nicht, durch sein Land zu zvchen. . Sichon versammelt -vielmehr. sein ganzes Volk und zog Israel entgegen ... Israel schlug ihn jedoch mit der Schärfe des Schwertes.. . . Interessant ist es, daß diese biblffche Szene in dem Weltkrieg 1914 ihr Gegenstück^gesunden, und -zwar in dem Verhalten DentschlaMs gegenüber Belgien zu. .Anfang desselben. . Längst Nach WfastuNg obiger Zeilen finde ich in der „Monatsschrift für Geschichte und Wistenschaft dies Judentums", 1919, Heft ID, S. 54, «men Exkurs H. L a i b I e s über dieses Themaworin, er von „stMschäls E r o ö erer in Kanaan eingedrungenen Israeliten" spricht. ' Eroberer wohl, aber nicht Räuber, . da sie jeden Anschein eines Raubes durch peinliche Beobiachtung -des „Völkerrechtes" mieden, indem sie vorher nach allen Regeln des Völkerrechtes stets F r i ed en sb o t f ch aste n schickten. Uebriaens ist es die hl. - Schrift selbst, die mmrer das historische Recht Israels aus Karman begriurd-st; unter anderem im I. Buche Mose, 15, 15, : w'kwr .v'bii jaschu-ba henah .. i (s. Fü^ts und Wilippsons Kommentare' z. St.); sowie auch die jüdischen ^Weisen,. desteu. territoriale Rechte auf dasselbe immer wieder begründen <-si. /Ber.- r. 45; Syrch. 91 b). - „ Camillus hatte, als er gegen Bej-i auszog, das Gelübde getan, wenn er die Stadt eroberte, dem Apollo den zehnten Teil der Beute zu w e i h e u. (Plutarch a. a. D., @: 135.) . ■ ' ' - ", Der zchnte Teil als göttliche Weihung nimmt- -im biblischen Opsergssetz einen breiten Raum ein. Desten erste Spuren haben wir offenbar im 1. Buch Mose, 14; 26 (Mal-Kzedek); das. 28, 22 (Jakobs Gelübde) und 3. Buch Mose, 27, 32 (haassiri jih'fe kodesch la-Ad . .) zu suchen'. ' . * - .. . ... vorher waren öffentliche Lobreden auf- Frauen nicht gewöhnlich. (Plutarch a. a. O., S. 136.) Soweit die Leichenrede nnmMslbar bei Beerdigung verstorbener Frauen in Betracht kommt, so ist dieselbe auch nach biblisch-ta-lnrudischer Ansicht zulässig.- Borbildlich hiefirr gilt -die bekannte Stelle: Und Llbmham -kam, die Sarah -.zu beiklagen und sie zu betrauern. (1. Buch Mose, 23, 2; s. auch Hamburger R. E.: Leichenrede.)- Wenn anderseits als Grundsatz gilt: en masspidin -al hanaschim, so hat dies offenbar auf allgemeine Trauerreden. für Frarren (als Gedenkrede, unabhängig vom Leichenbegöngnis) Bezug. ' -- - - --- . : . Er (Tiberms) betrauerte daher seinen (Drttsüs und - Gernrcmieus) Tod nicht sonderlich (infolge ihrer AusschwÄilsung, Wollust und AusgelastenheA), naihm fast unmittiölbar nach dessen Leichenbegängnis seine gewöhnlichen Geschäfte wieder vor und verbot den langen Stillstand der GeÄchte . . (Gedicke a. a. O., S. 128.) .• So gestattet auch das rabbmische Religionsgesetz bei Verstorbenen, deren Lebenswandel eine Schmach für sie und ihre Gesamtheit bildete, die Auherachtlastung der Trauungsbräuche. Sch. A. Jore döah 345; ebenso während der Trauer über Verstorbene solche berufliche Obliegenheiten zu erledigen, deren Berabsäumnng dem Trauernden matetiellen Schaden vernvsachen würde; doch deren Llusführung ist nur durch andere statthaft. (Sch. A. Jore deah Hilch. Abelu-H.) . -- * <4- .... Sogar am Neujahrstage geschahen Hinrichtungen unter Tiberius. (Gedickes Ghreschomatie a. a. O., S. 129.) „Was-doch den Römern eine sehr üble Vorbeidetrtung war. Denn am Neujahrstage arbeitete jeder Römer wenigstens etwas, weil er glaubte, dieses werde er dann das ganze Jahr hindurch tun." (Anmerkung Gedickes.)' ' Aehnliches findet sich bei den jüdischen Dezisoren: Es ist Brauch, am Neujcchrstag sich des Schlafes zu enthalten: Jerusalmi, zitiert bei R. M. A. Sch. A. Or.- Chäjim, 583 : Wer am Neujahrstag schläft, schläft gleichsam das ganze Jahr. (Magen Abraham a. a. O.) Nach dem Minchahgebet vor der üblichen Frist des Abendgebetes hüte man'sich vor Wler Gesellschaft, um nicht in eitle Gespräche zil verfallen, sondern beschäftige sich mit der Thora oder den Psalinen oder Sittenbüchern, denn heilig ist der Tag' dem Herrn; (Kizu-r Sch. A., 129.) ' - - - - - . . . F l a m i n i n s auf seinem. Hoereszug gegen die Jnsubrier . . öffnete den erhMenen Brief (der Auguren, die ihm unverzügliche Rückkehr befählen) nicht Her, bis- 1 er die Barbaren 'in einem Treffen geschlagen und ihr Land verlvüstet hatte. - Als er Nun mil reicher Beute heimkehrke, LiUg ihm das Volk nicht entgegen, weil er sich freventlich über den Befehl (zum Rückzug) hinweggesetzt'hatte. . So sehr hingen bei den Römern alle Geschäfte von d^r Religion ab. (Plutarch, Marcellus a. a. O-, S. 160.) ' - " (Fortsetzung folgt»