Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1921
- Issue
- Heft 20 (29.9.1921)
- Date
- 1921-09-29
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 Die Wahrheit , Nr. 20 Nach der Zeit ernster Mste nnb OörbereMngknaht endlich, der hehre Tag, wie Hn nur Israels. Religion kennt u,nd wKr ihn nur e i. n m a l tzn Jahre begHen, der Himmslsbote des FrlÄens, der „Tug der BDöhnung".' Es feiert an diesem Tage das Göttliche rm MeüfchensLm Sitzgesfest. Bezwungen sürd alle nMeren Triebe undRegungen: Vas Ewige und UnlvevgänAiche herrscht, besiegt ist aller Zwist und Hader; die Bilder des inneren Frizens und «der Versöhnung ruhen im menschlichen Herzen, gebannt sind alles Weh und Leid des ErdeiDafeins. Auf Fittigvn der Andacht erhöbt sich die Seele zu. chrem Urspvkmg, schüttelt den Staub der Erdenniederungen von ihren Schwingen; der Versöhnungstag ist die schönste Perle in der Krone religiöser Feste des Judentums, die wir um MM Preis in der WM missen wollten. ' ' - Aber nicht «frlojj dieser Schimmer verbreitet Licht und Glanz Äber das Wesen unserer Religion, sondern schon m dM, was diesem Föste vvrausgcht, so schlicht, einfach uyd Kräufchlos, bäum daß man viel Au-fhöbens davon macht, liegt eine ganze Fülle von Beachtenswertem, t Es ist Nüsttag dies Jomhakippurim. ..-..Des Tages Schatten werden immer Hanger. Die Sonne nMt sich gegen WHen Ernste, wechevolle Stimmung erMMHereAs 7dm Gemüter und ein jeder hält nochmals über sich seGst Ge- , «cht, läßt die Geschehnisse der BergangerHeft an.^seinem Geiste vorüberziehen; da erinnert er sich plötzlich; daß er Jen Bruder beleidigt, daß er gekränkt oder gedrückt den, her wie er den Stempel Gottes an sich trW. Mit solchem ^chUWbewußtsein will er an dem heiligen Tage des Jahres nicht vor seinem Gott hinitreten. Wie durfte er auch so gnÄMe Aufnahme erwarten? Denn, „wer darf besteigen den Berg des Herrn und wer hintreten an seine h'emge DtÄte? Nur wer reine Hände ist und lauteren Herzens", fhnb er nimmt sich ein Herz und geht hin zu dein, den er bÄeidigt und gekränkt oder bedrückt und' niedergöbeugt, und reicht ihm die Hand' zur Versöhnung. Siche da, er lauscht sich nicht in seinen Hoffnungen; her Bruder hat sich selbst nach diesem Augenblickgesehnt. Go schmilzt die harte Rinde, die sich während des langen Jahres um die Herzen gelagert und von neuem schlingen sich die Bande der Freundschaft und gefestigt werden an- BnaiÄrer, deren Seelen und Herzen gMiüpst stNd durch die Natur. Auch einer anderen schönen- SUtzeAi HH^'jndiesem Zusammenhänge gchacht. -.Der WerOWMM^M^ait bekanntlich seinen Namen vo«-'>ßM 'uWHtjMrWWMebete^ rtfä tissm er eröffnet MrO-e.' -Me-..qqMWge -^char der Bchex ha-rrt in bebend^ DMAit!hes WginiH WHeiligen Tages; Ida evllmgen die alten weWvollen '-"WeWi des Ko'lnidre. Welchen Sinn hat dieses Gebet-? Es; upll «diese Formel Schwüre und GeWbniU^; Sitf mwn-'iw MmsreWustg getan, ohne daß deren Ausführbarkeit etst sichet erwogen würde, soweit sie dem/ der 's ie g ald ist et, i rgen d ei n e En tsagu ug 0 de r e in e so n-stige, ausschließlich ihn se«lbst betressen.de Leistung a u f e r l e g t'e BoWrernHsen^. "MEMt nicht gerade aus diesem Brauche, wie sehr ihn aüch unsere Gegner (in letzter Zeit Artur Dmter) gegen üns haben aAs-' nützen wollen^ eine fahr hoho-..GewHm^fti^M^^öLM. umsonst spricht der Sänger: „Verirrungen, wer merkbWsH leicht?" An dem erhabätstien Feste, das ' für --ihm --ÄKWPI fühlt der Jude es seinem großen Dichter llach, ündMt^WH wußtsem desftn/dasti e W e i-tch Gotte s" ist, spricht er jenes Gebet, das ihm die be-x rnhigende Gewähr bot, daß er auch ohne Wissen unb Wil-s lon-der Äahrheit nicht wird untreu werden^ müssen. f;MEdiesen beiden hier besprochenen Gebräuchen iH das Wesen des Versöhnungstages nicht erschöpft, sie zeigen^ stns Äber den Weg, auf dem uns seine herrliche Frucht,jj Re Versöhnung, erblüht. Wir sollen von «wahrer Liebes gegen die Menschen erfüllt sein und uns echter Wahrheit befKrßigen. dazu will uns unser Fest anspornen. Darum^ sollen wir auf der einen Seite aus eigenem Antriebe alle!; Scheidewände niederreißen, wölche wir in «kleinlicher Weiseß zwischen uns und den Genossen ausgerichtet"'höbenimb auf? der anderen Seite zur Wahrheit, auch- M deüMeNsienß Dingen, gemahnt werden: Ist es nicht das Ziel 8er'Edel-A derDnden unter" allen Völkern, düs sid erfkröbelt uWEer-tz sehnen: überallhin sollen jene beiden edelsten 'Blüteü"desß Menschenherzens, die Liebe und die Wahrhaftigkeit/ ihrenj wohltuenden Duft verbreiten? Unser - Jomhakippmim^ fordert uns'auf, Kr dieses Ziel miteinzutreten/' da Äochy Liebe und Wahrhaftigkeit dieSWtzen' des^ Gotteschrones^ auf Erden sind. Wer diesen bestigt wissen will, sorge da» g für, daß bliche beiden nirgends fehlen. Webe und Wahrheit^ allein Khren zum Ziele. ' - Dr. H^-yl / Alles dies erwirkt die erwartete ArÄnnst des großen und heiligen Tages; er ist ein wahrer und echter Herold desjeitzen, der Friede stiftet in den Himmelshöhen und Luf Eden. Es ist dies nur ein schlichter Brauch, von dem hier die Rede war. Kann er nicht aber jödem den Beweis «bringen, wie Israels Religion die Mtätitznng einer Nächstenliebe zu Hrer Grundlage hat? Wie wir einen Menschen niemals nur nach den Handlungen beurteilen welden, die sich unter den Augen der Oöffentlichköit abspielen, wie wir vielmehr, um über Hn ein untrügliches Vrteil zügewinnen, Hn auch da beobachten, wo er sich unbelaufcht wähnt und sich ung^iert gibt, f!o ist es auch gut, hei der Beurteilung von Religionen ähnlich zu verfahren. Auch hier sprechen gerade Möine Zügö, dleren Beachtung von ihr geordert wird, am meisten wahr und zuverlässig. Wucher Art muß doch die Religion stin, welche^ Hren Bekennern die Lehre vermittelt, daß der BersöhMUg mit Gott die Aussöhnung mit den Menschen vovausgchen muß! Der schlichte Brauch, den der rechte Israelit arik Vorabend fernes heiligsten Festes übt, erklärt uns die ganze Hoheit jüdischer Lehre deutlicher und auch besser, als Re noch so laut Md noch so feierlich aufgeftelltert G«mbs>äHe. Oberrabbiner Dr. Adolf Ielline^. I :-.n .. $ Von Rabbiner Dr. D. L e i m d 0 r f e r, Hamburgs § Ein SLkular-DenkmaL | K (Schluß.) \ Aber sie hat auch Men tÄfernsten EhavMer^ sie.Wkt^ den Geist aus Willen, Walten, 'Gottes und fMM Werkes zeigt uns. in der Geschichte We PsWe.ghEchLr., WtzhMöit^ und Güte, wodurch wi«r behchstert wprden Gott Herrschaft zu verhievrlich.en. Gib hat nicht Israel, allem MmK Inhalt, sie berührt auch andere Nationen, wiaEMäier,ß Meder, Perser, Griechen, Römer, Parther, deren; tGesetze.E SWen,- -aber nicht die Völker, Re die Bande des- HMentums gelöst und durch die Tochterreligion' des Judentümsß eine reinere Erkenntnis und einer reineren SNenlchreß teiHafkig geworden sind." Wahrlich jedes'sMer Worte.? und Werke und Hrer Quelle entspricht dem WbMoorte:8 „GoWene Aspfel in silbernen Schalen." . - § Habe ich zum 100. Geburtstag Gotthold Sa to-ß mons, möiniem Anitsvorgänger, in unserem Tempel'ein? Denkmal «gewidmet, anschließend an feme eDste in' Ham- '