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Die Wahrheit · 1921-07-07 · Heft 14 (7.7.1921) · page 12

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1921
Issue
Heft 14 (7.7.1921)
Date
1921-07-07
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Nr. 14 Seite IS Die Wahrheik Literatur 1 Julius Goldstern, Rasse u nd P o I ’i t i f. Vorwort von Sic. Dr. H. Frick. Schlüchtern 1920, Neuwerk-Verlag: Die Vorrede, in der ein protestantischer Geistlicher über „Christentum, Deuffchkum und Jrtdensrage" beherzilgenswecte Worte spricht, ist der paffende Auftakt j>u ibi^r meisterhaften Abfertig ung des Ra ffenantisemitisrmrs. Mit durchschlagender Beweiskraft wird Schritt für Schritt den RaffeHeorien der Boden abgegeben, ihrem Mißbrauch in der Praxis des Judenhasses aber mit einem donnernden Quos ego des sittlichen Empfindens begegnet. Mit feiner Ironie werden Antiteutonismns und AntisemÄismus in Parallele gestellt, mit Gründlichkeit der Begriff dies Nationalismus geklart. Das fesselnd geschriebene Buch Mtet reiche Belehrung und im Kampf gegen den Judenhaß eine brauchbare Waffe. M. Genie und Wahnsinn in Rußland. Leo M a t t h i a S. Verlag Ernst Rowohlt, Berlin 1921. Geh. Mk. 24.—, geb. Mk. 35.—. Der Titel dieses Brrches ist keine Vignette, die den Inhalt der Ware deckt. Wenn auch die Führer des hantigen Rußland, das vielleicht bald überwunden sein wird, als Prinzen >aus Genieland vorgeführt werden, so bleibt der Erfasser doch den Nachweis schuldig, wo und wie sich der WahnswI in der SowjetrepubM manifestiert. Die Kapitelreihe: Das Kommiffariat für Volksaufklärrmg, Theater, Cafe Domino, das Problern des Proletkults, Lumüfcharski, das religiöse Problem, der Knoten, Geist der PoÜtik sind Ghne Federzeichnungen, wie es die neuen Essayisten sich und den Schern schuldig . sein zu müffeu glauben. Matchias steht zu wenig uNd denkt zu viel. Denkt m seiner spitzfindigen MentaliM, die sich. o ft bis ■ znm Brechen der Spitze verschärft. So überwuchert meist die philosophische Vertiefung seine dachtellerische Oberftächkunst. Schade ÄarmnMnn Matthias kann auch anders, wie auf manchem Blatte seines SkiKzenbuches bemerkbar. Er scheint Land und Leute Rußlands gut zu kennen und schürft auch aus der Vergangenheit manch Wertvolles zutage. Jedenfalls ist es ein interessantes, lesenswertes Werk, das er hier geboten, nameyWch in den Hinweisen auf die Zusammenhänge zwischen Bolschewismus und russischen Judentum. Beispielsweise: „Als die Juden in Kiew sich <m den Metropoliten wandten, er möge etwas gegen die Pogrome tun, erhielten sie zur AnÄvort, echt sollten die Juden ihre Leute aus den Sowjets zurückrufen. Dieser Bescheid wurde durch einen Beschluß der Synode bestätigt." Mit großer Liebe und Weitläufigkeit behandelt der Verfasser Radek, den er im Gegensatz zum „byzantinischen Bauern" Lenin einen „polnischen Juden" nennt. Tolstoi, allerorten wie ein Heiliger verehrt, ist Matchias ein „wDerlicher Komödiant". Die Proben «können genügen, zu zeigen, wie sich in diesem Kopse, anders als in anderen Köpfen, das Bild des Ostens, Genie und Wahnsimr in Rußland spiegeln. ü. Rud. Wmmel, Wege zur Relativitätstheorie, 14. Anfl., Stuttgart 1921, Kosmos (Franksche VerlagshaMluirg). Soweit es eimieni Laien möglich ist, in das Verständnis der EinftMschen Leistung einzudringen, wird ihm hier der Weg gebahnt. Man lernt um; landläufige Begriffe, wie Raum, Zeit mrd Stoff, ändern ihren Sinn, man eignet sich De Elemente an, uni die großen Entdeckungen Einsteins, wie De Ablenkung der Bahn des Lichtes durch den Einfluß der Schwerkmft und dche Berälnderung der Bahn des Metbur begreifen zu können, die den bedeutendsten FortschMt in der Physik seit Newton dachtellen. M. _Vermischtes Generalversammlung. Am 8. Jum d. I. fand die Vl.dördenWche Generalvechammlung des Prater Bethausvereines „Tefflath Jeschurun" unter leibhafter Teiillniahme seiner Mitglieder statt. Der perdiiienstvolle Obmann,'Herr Bernhard Mayer, «eröffnst Äiieselbe nach Begrüßung der zahlreich Echchienenen, itnsbcho-nders den von der löblichen Knltusgemeiüdie dslegDrten Herrn Adjunkten Rosen'feld mit einer einleitenden Ansprache und erläutert als erster Redneir Ziisl und Zweck des Tempelb.au-. komitees. Seine Schlußbemerkungen, es mögen die berechtigten Forderungen und Wünsche der Mitgliederschaft Eingang finden nnd so ein Bindeglied zwischen den Mitgliedern einerseits und des Vereinsvorstandes anderseits hergestellt werden, damit durch Zusammenschluß eine festst eh ende Grundlage zu gedeihlicher Arbit geboten werde, wird mit starkem Beifall ausgenommen. Der sodann vom Schriftführer Altholz erstattete TätigLeitsbericht gedenkt mit Trauer derer, die im Laufe des Jahres der unerbittliche Tod hinweggerasst hat. Vor allem anderen den Verlust eines ungemein verdienstvollen Mitarbeiters Herrn Sigm.- Stark, der als Obmannstellvertreter dem Vereine unschätzbare Dienste leistete und dem alle, die ihn kannten, Achtung und Wertschätzung entgegenbrachten. Sein Name bleibtausgezeichnet in der Geschichte des Vereines für immerwährende Zeiten. Ferner den Verlust seiner treuen - Mitglieder, der Herren Sigm. Aufrichtig, Sam. Deutsch, Max Drucker und Karl Jellinek, welchen er allen ein treues Angedenken bewahren, wird, wie auch des Todes seines ehemaligen Oberkantors Leo Zoldan, der fern von der Heimat seine letzte Ruhestätte gefunden hat und von dem gesagt werden kann, daß er seinem Stande zur Zierde gereichte. Die Ehrnng dieser Toten wurde von der Versammlunig stehend angehört und wird zum Gedenken dem Protokolle mnverleibt. Der Bericht verwaist auf die besondere Bedeutung der diesjährigen Generalversammlung, des 10jährigen Bestandes seiner Vereinstätigkeit hin, und gedenkt in dankbarer Eriiimevunig felihtseic Gründer und aller jener, die ihn Gefolgschaft geleistet haben. Mit gänzlich unzulänglichen Mitteln schritt damals ein Häuflein hochherziger Männer nach Gründung des Vereines zur Errichtung eines Bethauses. Welche Summe von Mühsal, Sorge und Schwierigkeiten der Vereiusleitung oblagen, um den Fortbestand des Bethauses kümmerlich ausrecht zu erhalten, wird allen, die zu dieser Zeit dem Vereine nicht angehörten, kaum begreiflich erscheinen. Nur dem beharrlichen, vor keiner Schwierigkeit zurückschreckenden Willen ist es im Laufe der Jahre gelungen, die Festigung des Vereines herbeizusühren und den Ankauf eines Bauplatzes zu bewerkstelligen, ans welchen in wenigen Tagen die feierliche Grundsteinlegung zur Errichtung des-Tempels erfolgen und sod!anu Mich mit dem Baue selbst begonnen werden soll. Die Vereinsleituug der Schwere des Unternehmens, die enormen Kosten, die dieser Bau gerade in der heutigen, von der größten Teuerung durchfurchten Zeit erfordert! und die Erbringung von fast unerschwinglichen Opfern von jedem einzelnenecheffcht, voll bewußt, aber die. Anerkennung und Sympathie, die unsere Bestrebungen auch außerhalb der Mitgliedschaft gesunden haben, sowie die tatsächliche Notwendigkeit eines würdigen Gotteshauses in unserem Bezirksteile, geben uns den- Mut und die Zuversicht eines baldigen Gelingens. Das neu kon-

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