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Die Wahrheit · 1921-06-09 · Heft 12 (9.6.1921) · page 12

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1921
Issue
Heft 12 (9.6.1921)
Date
1921-06-09
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 12 Die Wahrheit ksmn emes au die Seite ,stellen darf. DM Mgdezn Moiwchs Stil könnte zu eurer sulchen Hyperbel bestechen. A^r bei tieferem Eindringen in den Inhalt und güvrssen- Haftei7 Ueberprüfmig muß man über die Originalität und überzeugende Kraft der Argumentation staunen. Mit tödlicher Satire wird dem Rassenhnmbug der Teutomanen heimgeleuchtet. An der Hand untrüglicher historischer Daten «tthAlt uns der Verfasser den allmählichen Ausbau des Judentums, das eine eigene Rasse, zugleich aber auch eine Nationalität und eine Religionsgemeinschaft bedeutet. Der Streit über diese vielumsochtene Frage erledigt sich «durch Aufdeckung der Fehlerquellen und ihrer bisherigen Behandlung. Gestaltet sich das ganze Buch zu einer objektiv begründeten Apologie des Judentums, so steigert sich besond«s das letzte Kapitel über die 'Kultnrleistmigen des Iftdmr zu einer derart hinreißenden Lobhymire, daß wir unserer Jugend keine bessere Lektüre enrpsohlen können, um über die abgeschmackten Vorstellungen vom Judentum, die sie vielfach aus der Schule mitbringt, sich zu einer Auffafsuug erhoben, die sie bei nur einiger Empfänglichkeit für Schvrcheit und .Erhabenheit mit unvergänglicher Begeisterung erMlen muß. Kein Jude kann dieses Buch, ohne innigen Dank an den Verfasser aus der Hand liegen. M. Dtt Staat und die Verwirklichung der sittlichen Idee. Bi« soziologische Studien von Wockter Brinitzer, ErwÄl Selig mann, Alfred Wiener, Hans Felix Zeck. Herausgegeben von der Moritz Mannheimer- Stiftung der Großloge für Deutschland. Preis M. 10.—. B«lag Friedrich Andreas Perthes A.-G., Gocha. Die PreismSeiten der Großloge zeichnet «titae wohlMvogene Plamnüßigkeit ans; nachdem in 'den bisher veröffentlichten Wnächst die Forderungen der Humanität, sodann die Friedenspflichten des Einzelnen und d'iie Friedens- Pflichten der Nationen, schließlich die eine gemeinsame Bslvalttmg durch die Gesamtheit der Völker zulassenden W^twerte behandelt worden sind, woran sich' von selbst die Frage schloß, ob diese Verwaltung geeignet erscheint, d« Zwecke von Menschenliebe und Gerech'tigLeÄ dstrchzu- Nhren, find hier vier geistvolle UrEersnchinngen vereiuiigt üb« das Thema: Sind Menschenliebe, Gerochtiigkeit .und DuldsMnkeit verbunden nrit einer ganz beMmmten Staats- Wr« und welche Staatssorm könnte uns die beste Gewähr für chre Durchführung geben? Diese Frage darf höchstes JirtevHe beanspruchen in einer Zeit, wo überall in der f&gfit eckte Staatsformen in sich zusammenfallen, neue znm Durchbruch drängen und wo die Menschheit so gern neue Hoffmmg auf eine Weltenwende gründen möchte. Die Ergebwisie, zu denen die einzelnen Verfasser gelangen, sind vschchnckiwe; aber wie sie auch lauten mögen: KonMutiv- «Le Demokratie, republikanische Staatsversassung auf ftfdtg Metzlicher Grundlage, sozial gerichtete Demokratie, dsmckratische, nicht sozialistische RepMik — der Begriff trttt hÄrter dem schalt zurück, der die aufgestMten Forderungen erWtt. So wind denn auch eine jede der hier dargebotenen, durch das ernste Bemühen, bei-nr Wiederaufbau dar menschlichen GesÄlschast mitzuwirken, verbundenen Abhandlungen von Angehörigen aller politischen Richtungen mir Gewinn gelesen werden. O. H. ' Jakob Wassermann, Mein Weg als Deutscher und Jude. Berlin 1921, S. Fischer. Den seelischen Kamps, hm Wasiermann hier als Künstler ans Muer Erfahrung schridert, hatten mrd haben Unzählige zu bestchen. Auch wen» sie nicht wie er, emi in privaten VerhWtNrssen begründ etss, besonderes Martyrium erwägen müssen, das an Oüv« Twists Leiden «rinniört, ist der Weg, den sie als Nr. 13 Deutsche und. Juden zu gehen haben, dornenvoll genüg. Cr ' ist kein Weg ms.FrM. Es fei denn, er msinÄet -Ln einen entschlossenen engeren Anschluß, an das Judentum.. Beklemmend ist das Gefühl, wie einem nach und nach alles verladet wird, was einen mH der deutschen Heimat Md der -deutschen Knlturwelt veM-nhet. Hdt man aber erst einmal den festen Standpunkt zu emetm positiven pmMfcheN'Judentum gefunderr, so weicht di!e Befangenheit dem DeMchjüm gegenüber. „Wir Wilden smd doch bessere Menschen." Diese Empfindung gibt einem lächelnde UebMegenheit üWr die Deutschtumsmonopolisten, die. Kraft, ih-rren entgegenzuwirken, und die Geduld, auszuharren, bis bessere Tage kommen. M. Heinrich Margplies: Kritik des Zionismus. 2. Teil. Der Zionismus als Volksbewegung. R. LöwÄ, Verlag, Men und Berlin 1920. Preis: broschiert M. 20—, gebunden M. 25.—. Hat der Verfasser im ersten Telle die doppelten Wurzeln ausgezeigt, die den Zionismus einmal zu einer Gesellschastsbewegung, zum andermalzu ein« Gemeiuschastsbewegung werden lassen, so wird im Weiten Teil, der die Gedankengäntze des ersten Teiles fast auf jeder Seite als bekannt voraussetzt, zunächst der Zionismus als Volksbewegung in seiner bisherigen Evolution kritisch dargestellt. Zion und Galuth, die ursprünglich einander kompromißlos ansschließenden Gegensätze, werden hier harmonisch aneinandergefügt und die UeberWinÄMg des Baseler Programms durch Einbeziehung des GahWprogramms ergibt sich organisch, Schritt für SchvM, mit jenen gedrängten architektonischen Aufbau, dem auch der erste Teil seine einfache Klarheit verdankt. . Schief Lemnche mit seiner Kalle oder Polnische Wirt« schaff. Gin komischer Roman von Hermann Sch i^f st Mit einer enrpsehlenden Erklärung von Heinrich Heine. Zweite Auslage (die erste erschien 1848) Hamburtz-Mrliü, Hasfmann & Campe Verlag. (Broschiert M. 5.—, geibuniden M. 7.—.) Eine hochintöressanite literarffche Ausgrabung. Eine Entdeckung und eine Merkwürdigkeit. Ein komischer Roman, spannend geschrieben, von überwältigendem Hnmvr, von Heinrich Heine als. „Meisterwerk voll sprudelnden Witzes" empfohlen — und doch seit 70 Jahren so gut wie vergessen — verschollen — was mag der Grund gewesen sein, der gerade dieses Meisterstück humorvoller EvKhlungskunst in Vergessenheit geraten ließ? Ist es der stark dem jüdischen Jargon angelohnte Titel, der der Allgmneinheit unverständlich ist und ins Deutsche „übersetzt" etwa'-laichet: „Der schiefe Levm und' seine Braut"? Jsts der Umstand, daß die erste Auslage in die Sturmtage von 1818 fiel, genau wie jetzt die zweite in die Umwälzungen unserer Tage? Wird es der Weiten Auslage ebenso ergehen? Es wäre schade um das Buch, denn es ist wirKich gut und luftig und genügt auch literarisch verwöhnten Ansprüchen, wie die Empfehlung Heinrich Heines zeigt. Der Inhalt ist mit. wenigen Worten erzählt: Die schone Rabbinerstvchter im Ghetto einer östlichen Stadt wird von einem Maler ohne ihr Wissen, als MMergottes gemalt. Ihr Bild hängt am Altar der katholischen Kirche derselben Stadt. Aus der Sensation, dem Hallo hierüber entwickeln sich all die tragisch-komischen KouMUe unter der christlichen wie unter der jüdischen Bevölkerung. Besonders todungMWch aper darüber, daß die RahbinerstoWer als MuttergMes angebetet wird, ist die Fam-Mie der schauen Marimnue, der Braut des schiefen Levinche. Die komischen Situationen, die sich ergehen, kann man nicht schildern, man muß sie lesen. Hingewiosen fei noch auf das literarhistorisch bemerkenswerte Vorwort mit einem Briefe

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