Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1921
- Issue
- Heft 11 (26.5.1921)
- Date
- 1921-05-26
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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1 MS? Nr. 11 D i e W a h rheit Seite 13 I. L ö w i t, gebi'chvt ausvicht-iger Dank dafür, daß er -den Zuhörern Gelegenheit doch,. Perlen unserer liturgischen Gesänge i>ni großen SM zu hören, was wohl Ne Anregung dafür geben soll-te, diese Art Vicht alltäglicher Kunst iu WÄteren Vevanstalnngen auf das Gemüt hiefür Empsänlglich.e wirken zu lassen. Das reichhaiMge, Programm wurde von Professor Georg V a 1 k e r Nrrch Bachs Präludium für Orgel eingeleÄet. Professor Bplker erwies ' sich hier, sowie -bei Begleitrmg der folgenden Nummern, als taktfester Meister Miner Ku^rft. L e w a n d o w s k y s Psalm 100 (Mifmor lessaudo) und H a 1 e v y s Psailrn 118 (Mn hamezar), für Mannerchor von Herrn I/Löwit eingerichtet und von zirka 50 Kantorenzinn Vortrag gebracht,, fanden geradezu begeisterte Aufnahme. Im Min Hamezar gestaltete sich das Sologuartett sehr. Wirksam/in formvollf ' endeter küNlstlerischer Weise von' den Herren Kantoren ' Jofef Grob, G. Margu 1 ie s, M. T r a g e r und vorn - Herrn B ala b a>n vorgetragen, Menso Herrn 1. Kan-' tyrs Gerson M a r g u lies Solopartie, der sich damit, speziell aber mit seinem Solovortrag (Haschkiwemr) einen überaus großen und wohlverdienten Applaus holte. Dergleichen fand der daranf'folgende Solovortrag (Adonai' Moloch) des Herrn Oberkantor S. W e >i ß ungeteilten Bei- ' fall. Nach der Pause "brachte der vorzügliche Kantoren- ' chor zunächst Barnch Schorrs „Aw horaÄMnim" zum Vortrag, für Mannerchor bearbeitet vom Ehordirigenten Josef Z e 11 n<i f, der denselben!anch dirig'ierte. Diese Art von Kompositionen wird heute nnnniehrün orthodoxen, hauptsächlich polnischen, Synagogen aüfgeflchrt, aber schwerlich mit solchem Effekte, wie «ihn das ^glänzende Diti- ' gententalent Meister Zellni-ks hervövbrachte. Ein wahrer . Sturm der Beg-oisterung dnrchbraüste den Saal. An dem großen Erfolge hatten auch Herr Oberk-anror I. S chl-elfer, der die Solopartie saug, sowie -im Duett Herr Kantor Stift hervorragendenAntM. Der Solovortrag (liturgisch traditionelle Weise) des beliebten Oberkantors M. Matyas, sowie eine Solopartie in Salornon S u,lz er s-Psalm 111, Hallelusah, das er gleichfalls meisterhaft schön §it Gehör brachte, lösten einen Jubel aus, wie er selbst .in diesem Saale nur selten gehört wurde. Lange nach Schluß der Verträge wollte, hingeriffen von dem Gehörten, das Publikum sich nicht beruhigen und es gab endlose Ovationen für. L ö w i t, M a t y a s, Ze 11 nik und den unübertrefflichen Meisterchor der Kanwren. In dilesem wirkten, abgesehen von den bereits Genannten, die Herren Fried 1 ander, "Rosenberg, - Rosenzweig, F r ä n k e 1, Kn n st st a d t, Kühne r, Weißmann, Schneeweiß, Menkas, Löwy sen., L ö w y jnn., L e n i n, H etter, S ch l^e s i n g e r, H a r n d o r f, Regne r, A1 t m a n n, V o r t o d e s, U roch, Rot h, Hirsch, Smotritz/y, Bogom o l n y, F ji n k e, also bis auf -einige Abwesende säst alle . Wiener Kantoren mit. Es war ein genußreicher Abend, derallen lange in Erinnerung bleiben'wivd. Die Pessach-Aktion der „Einheit". Das Hauptverdisnft für die Umfassende, reichliche und klaglose Durchführung ■ der Pessach-Aktion der „Einheit" gebührt dem Vorstandsmitgliede der „Einheit." Herrn Adolf Fischer. - Für die Ausspeisung im Lainzer Vevsorgungshau.se bot der dortige rührige Seelsorger Herr Raibb. Bela Fischer die Grundlage. Ohne große materielle Unterstützung wäre diese so nmfangreicheiAusspeisung nicht möglich gewesen. ' Die Kultusgomeinde güb Geld, der ehrwüvdige Herr Oberrabbiner Dr. H. P. Chgjes war ein freigebiger und fördernder Gönner, Herr Gemeinderat Dr. Plaschikes hat bei der Stadtgemeinde unid bei-Äer Kultusgemeinde warm die Ausspeisung unterstützt, ^das Sanierungskomitee (Obmann Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Grnmvald) gab ebenfalls Geld und Herr Dr. Moses Erlanger savdde gleichfalls durch den Präsidenten der „Einheit" eine schöne Summe. Auch andere Spenden liefen ein, darunter die dom Frauenverein des 3. Bezirkes und von der zionistischen Bezirkssektion (durch Herrn Oskar Goldschmidt). Es war ein edler Eifer, die Pessach-Aktion zu verwirklichen und allen Körperschaften und Einzelpersonen gebührt «neingeschränkter Dank. Die Humanität hat über jede Parteiung gesiegt. Trotzdem hat die „Einheit" angesichts der immensen Tmerung der Lebensmittel (Fleisch, Eier usw.) ein großes Defizit. Das „Joint" gab freilich auch Le'bens- .mittel, insbesondere Mazzoth, zu schr ermäßigtem Preise und - sein Dr. Scherzer erwies sich wieder als ein rasch handelnder und jede Bitte würdigender Helfer. Seiner Ehrwürden Herr Rabbiner S. Fürst hatte die rituelle Aufsicht über die Ansspeffung und die „Agudath Jsroel" staM'der „Einheit" zur Seite. Unterstützt von allen diesen Freunden und Gönnern unternahm die „Einheit" diese große Postach-Aktion. Sie gelang. Dfts bezeugt das Dank- ' schreiben der Verwaltung des Lainzer Versorgungshauses, das bekunden die Besuche und Prüfungen des -ehrwürdigen Herrn Oberrabbiners Dr. Chajas, desiöhrw. Herm Rabö. Fürst der „Adaß Jisroel", des Vizepräsidenten der Kultllsgemeinde Dr. Friedmann, des Gemeinderates Doktor Plaschkes, des Herrn Bezirksrates Rübner und Julius Berger und noch anderer Damen und Herren. Dank zollten aber auch die Insassen von Lainz und aller Spitäler und wieder kann die „Einheit" eine gute Woche in ihr Gedenkbuch schreiben. Eingesendet. Timisoara (Temesvnr), 9. Mai 1921. Löbliche Redaktion! In der Nummer 9 Ihres gesch. Blattes vom 22. April d. I. erschien unter „Eingesendet" eine Warnung von unserem früheren Oberkantor Herrn Jakob Schwarzmann und erfuchen wir Sie höflichst, der folgenden Berichtigung in Ihrem gesch. Blatte gefl. Raum geben zu wollen: Tatsache ist es, daß der genannte Oberkantor Mis Gründen, die jetzt Gegenstand des gerichtlichen Verfahrens bilden, entlasten werden mußte. Unwahr ist es aber, daß er „ohne jedweden Grund und Ursache" seines Postens verlnftig erklärt wurde, da eine solche Voraussetzung von einer auf moralischer Basis stehenden Körperschaft einfach unsinnig wäre. Ebenso unwahr ist auch die Delogierung in der von dem Genannten geschehenen Einrtellung, da die Gemeinde, bevor sie das Delogierungsverfahren einleiten mußte, ihm durch das kompetente Wohnungsamt -eine mit vielen Opfern hergeftellte Wohnung anweisen «ließ, die er aber -aus unverantwortlichen Motiven refü-sierte u-nd inr letzten Moment ohne Wisten der Gemeinde einer anderen Partei übergab. Wir stehen als or^h. Gemeinde auf Basis der orth. Landesstatuten und im Sinne derselben luiden wir Herrn Schwarzmann mohreremal zum din Ahora und stellten ihm sogar anheim, ein bes din nach seinem Belieben zu wählen, doch er refüsierte auch dies entschieden und ging zum weltlichen Gericht. Seine Warnung wird also bei den ernsten, gesitteten und befähigten Herren Kantoren, welche auf die bei unserer Gemeinde frei gewordene Oberkantoretlstelle reflektieren wollen, wohl keinen zurückhaltenden Einfluß ausüben können, da in unserer Gemeinde mit allen schon seit Jahrzehnten tätigen Funktionären das beste Ernvernchmen besteht. Für Ihre Mühewaltung im voraus bestens dankend, zeichnet hochachtungsvoll iim Namen der Gemernßekertung Ernst K a n f t h e i 1, Sekretär. 1