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Die Wahrheit · 1921-04-22 · Heft 9 (22.4.1921) · page 14

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1921
Issue
Heft 9 (22.4.1921)
Date
1921-04-22
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite, 14 »it Nr. S „TheoLogia", Verein Mischer Hochschüler an der israel.-theol. Lehranftatt in Wien. In der GeneralversamMlung am 10. b. wurden folgende Mitglieder in den Ausschuß gewählt: Manfred Papo, Präsident: Schalom Lilienfeld, Vizepräsident: Jossf Wahrhaftig, 1. Schriftführer: Israel Geller, 2. Schriftführer: Theodor Kohlberg, Kassier: Elias D u d a k, Natibnalsondskommissär. Eröffnung eines Dolksfanakorium für Mische Lungenkranke durch den Joint. Eine neuer Zweig der J."D. C., Krankenfürsorge. Das American Joint Distribution Comittee hat den weitverzweigten Apparat seiner im Interesse d»r jüdischen Bevölkerung gelegenen Wsstätigkeit neuerdings um eine segensreiche Institution erweitert. Bekanntlich wütet die Lungentuberkulose mit unheimlicher Grausamkeit unter der Wiener Bevölkerung. Bekannt ist auch der Mangel.an ge» eigneten Institutionen, die für die Ausheilung «ajrmer Patienten zur Verfügung stehen. Mit Rücksicht aus die Langwierigkeit des Heilungsprozesses -dieser heimtückischen Krankheit, ist die gründliche Ausheilung von Kranken, die die unerschwinglichen Preise der Sanatorien nicht bezahlen können, fast unmöglich. Bereits im vorigen Jahre hat das A. I. D. C. im Kurort Gleichenberg eine Villa gemietet und dort in drei Turnussen je 40 erholungsbedürftige Kranke über den Sommer kostenlos verpflegt. Die Zunahme der Lungen» tuberkulöse und die Erkenntnis, daß ihr Auftreten von allen Anfang an, besonders bei jugendlichen Personen, die Anfaffung des Nebels an der Wurzel notwendig macht, um eine vollständige Genesung zu erzielen, haben der Leitung den Entschluß wufgedrängt, in Anschluß an die Krankenfüvsorge des A. I. D. C. zu eröffnen. Es ist nach den seit Jänner l. I. gepflogenen Verhandlungen gelungen, einen hochgelegenen Villenkomplex in Gleichenberg, die sogenannte „Schweizerei" als Sanatorium für 40 Personen einzurichten. Am 12. d. M. wurde der Betrieb eröffnet. Die ersten Kranken, Männer und Frauen, zum großen Teile geistige Arbeiter, reisten Montag, den 11. April 1921 abends mit der Südbahn nach Gleichenberg. Das Sanatorium wird den hochgespanntesten Ansprüchen moderner Tnberknlosenbekämpsung genügen. Die nach Süden offenen Liegehallen bieten Gelegenheit zur Abhaltung von Liegekuren; ein Labora-toriumsbetrieb stcht der gediegenen arzMchen Leitung zur Seite und es braucht nicht erwähnt zu werden, daß die Ernährung der Kranken, was ja bei der Heilung der Lungentuberkulose das Wesentlichste ist, nicht nur ausreichend, sondern reichlich, zum Teile auch durch Zuschübe aus den Wiener LebensmUteldepots des A. I. D. C. gesichert ist. Das Sanatorium wird Winter und Sommer betrieben werden und die Behandlung je nach der ärztlichen Vorschrift auch mehrere Monate kostenlos erfolgen. Die Untersuchung und Auswahl der Kranken erfolgt in der Sektion für Krankenfürsorge des A. I. D. C. in Wien. Im Anschluffe an die „Schweizers" wurde seitens des Joint auch das sogenannte „Felsenhaus" in Gleichenberg erworben, das gegenwärtig für 40 lungenkranke Kinder eingerichtet wird, deren Krankheit noch im Anfangsftadium liegt. Das Kindersanatorium dürfte anfangs Mai eröffnet werden. Eine Anzahl Fürsorgerinnen werden neben der ärztlichen Leitung -für-die zweckdienliche Bewachung und Pflege der Kinder sorgen. Vermischtes Kantorjubiläum. Beim diesjährigen Purimfeste jährte sich zum dreißigstenmal der AmitsantriA des Herrn Oberkantor Prof. L a z z a r u s in seiüer Funktion -als Kantor im Budapefter Gemeindetempel. Es war auch zum dreißigstenmal, daß Herr Oberkantor Lazzarus mit der ihm eigenen TrefslichkM die Megillas -las und kam der Eindruck dieses Ereignisses in den herzlichsten Sympaithieböweisen des Kuktusvorstalches, sowie zahlreicher namhafter Gemeindemitglieder zum Ausdruck. Man schreibt uns aus Baden bei Wim: Herr Bernhard Freiwillig, der M zwei Jahren bei der hiesigen Bezirkshauptmannschaft mit Erfolg tätig ist, wurde zum Oberrechnungsrat -ernannt. Derselbe, bei seinen Vorgesetzten und Kollegen sehr beliebt, ist Nicht nur ein tüchtiger, pflichttreuer Beamter, sondern und} ein guter, gesinnungstreuer Jude. Er ist ein Schwiegersohn des vor einigen Jahren verstorbenen Rechnungsvaites im k. k. Finanzministerium Moritz Singer s. A. Seine Frau betätigt sich in hervorragend verdienstvoller Weise An Dienste der Wohltätigkeit. Sie ist Präsidentin des israeMschen Frauenwohltätigkeitsvereines, leitelt itn Vereine mit der Präsidentin Frau Alexander Breuer die MNÄstctndsküche und die Ausspeisung der Todesco-Stiftung und ist die Sesle aller Woh lfahrtseinrichtungen. Frau Luise Freiwillig ist im wahrsten Sinne des Wortes eine sdle Frau. Allgemeiner Kranken- und Unterstützungs-Verein, Witwen- und Waisenfonds „Montefiore". Diese Vereine haben kürzlich ihre Generalversammlungen Nbgehalten und haben sich die Vorstände auf Grund der Neuwahlen folgenmaßen konstituiert: Krankenverein: Bezirksrat Edmund Hofman n, Obmann; Ignaz F renn b, Obmannstellvertreter; Moriiz B i ß, Schriftführer; Karl Kalma n n, Kaffier; David W a g n e r„ Kontrollor; Wilhelm K l e pn e r, Salonwn Kudelka, Armenrat Julius M ü h lrad, Theodor Raubitschek, Armenrat^Heinrich Rotkopf, Isidor Schäfer, Emanue'l Tauh, Vorstandsmitglieder; Julius Adle r, Max Bergmann, Leopold Blau, Josef M. G l ü ck s e l i g, Heinrich G r o n e r, Paul Schwarz st ein, Beiräte. Josef Blau und Moritz Roth, Ersatzmänner; Jakob Nagel und Otto Reich- Fischer, Revisoren. Witwonfonds: Armenrat Julius Mühlrad, Obmann; Siegfried Quetsch, Obmann- Stellvertreter; Jonas Go Metern, Schriftführer; Samuel St e r n, Kaffier; David Schneider, Kontrollor; Moriz Biß, Salomon F lußm ann, Bezirksrat Edmund H o s m a n n, Hermann Krämer, Salomon K u d e l k a, Armenrat Heinrich R o t k o p f, Vorstandsmitglieder. Barmizwahserern. Samstag, den 7. Mai, findet im Pazmanitentempel.die Barmizwahseier des Georg Friedrich Schönherz, Sohn de^ langjährigen verdiönstvollKi Vovstairdsmitgliedes und Kaffiers des Tempelvereines sowie Obmannstellvertreters des Humanitären Unterstützungsvereines „Nächstenliebe", und der Gattin Jda, Vorstandsdame des „Pestalozzi-" und Leopoldstädter „KiNderschutz"-Vereines, stakt_Samstag, den 16. d. M., fand im Pazmanitentempel die Barmizwahfeier des Franz F e l d m a n n, Sohn des Herrn Josef Feld m a n n und seiner Gattin I u l i e, statt. In seiner Ansprache mahnte Herr Rabbiner Dr. S. Funk den Konfirmanden, das leuchtende Beispiel seiner Eltern nachzuahmen.

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