Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1920
- Issue
- Heft 16 (6.10.1920)
- Date
- 1920-10-06
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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mm Seite 18 Die Wahrheit Nr. 16 < Nus den Tempelvereinen Leopoldstädter Tempelverein „Aeschel Awrohom". Die Znbilänmsfeier -es 70. Geburtstages «nferes Obmannes Herrn Rat Adolf Würger. In überaus Würdiger und erhebender Weise fand am 27. September, dem ersten Sukkothtage, in unserem schönen G^steshaufe diese Feierlichkeit statt. Der inuen mit prächtigen Gewächsschmuck ausgestattete Tempel war bis in den letzten Winkel van einer festlich gestimmten Menge gefüllt, der u. a. die Notabilitäten beiwohnten: Erster Sekretär Dr. E. Adler, fürJ)ie Beamtenschaft der israelitischen Kultusgemeinde; Leopold Altholz, für den Tempelverem „Tefilath Jeschuron"; OberkantorJakob Bauer, Ehrenpräsident des Kantoren- Versandes; Adolf Beck, für den Tempelverem des 8. Bezirkes; Hermann Ellbogen, für den Tempelverem des 20. Bezirkes; Wilhelm F r e i st a d t, für. die Chewra Kadischa; Adolf Hoffmann, für ben Tempelverein des 4. und 5. Bezirkes; Karl Kal-' mann, für den Verein „Montefiore"; Kultusvorsteher Direktor Dr. Krenberger, für die Organisation der Tempelvereine; Hermann König, für den Tempelverein de« 6., 7. und 19. Bezirkes; R Löwit, für den Kantorenoerband; Armenrat Julius Mühlrad, für den Bereu» „Moritefiore"; Dr. E. Münz, für das Präsidium der israelitischen Kultusgemeinde und der BechauSvorstände; Gustav Planer und Kultusvorsteher Isidor Schwarz, für de» Verein zur Unterstützung armer alter Männer. Noch so manche andere hervorragende Persönlichkeiten, die in der großen Menge der Anwesenden nicht alle verzeichnet werden könne», waren Teilnehmer der Jubelfeier. Vor Beginn des Halielgebels wurde der Jubilar von einigen Vorstandsmitgliedern aus seiner. Wohnung abgeholt und in festlichem Zuge des GesamtoorstandeS, der Funktionäre und einer Abordnung der Mitglieder des Tempel- Vereines an seinen mit Kränzen und Teppichen reich dekorierten Beihausplatz geleitet.' Nach dem von Oberkantor Giblichmann ergreifend schön gebrachten Hallclgebet hielt Herr Rabbiner Dr. Funk die Fest« predigt, wobei er sinnig und geistvoll die Bedeutung deS SrrkkothfesteS mit dem Jubiläumsereignisse verband, und die hohen Verdienste deS Herrn Rats Adolf Wen g er um die Tempelgememde und das Judentum betmrte. Sodas» wurde der Jubilar zur Thora geMfeu, wobei sich der Gesamtvorstand und die entsendeten Abordnungen um ihn gruppierten. Herr Rabbiner Dr. Funk hielt hier eine spezielleBeglückvünschungsansprache au den Jubilar. Sodann begrüßte Dr. E. Münz namens des Präfidiums der Wiener Kultusgemeinde und der BethausvereinSvorstände und beglückwünschte ihn aufs herzlichste. Im »veiteren Verlauf der Feier sprach KultuSvorsteher Direktor Dr. Krende rger für di- Organisation der Tempelvereine, Kultusvorsteher Isidor Schwarz in Vertretung des Vereines zur Unterstützung armer alter Männer, Schriftführer Ludwig H i x f ch f e l d für unfern Verein. Oberkantor Giblichmann feierte den Jubilar in einer schönen formvollendeten hebräischen Ansprache. Herr Adolf Hofmann sprach für den Tempelverem des 4. und 5. Bezirkes, Herr Adolf Beck für den Tempelverein des 8. Bezirkes. Sämtliche Redner betonten die unvergänglichen Verdienste des Jubilars um das Wiener Judentum, rühmten das hilfsbereite echt jüdische Herz Wengers und wünschten ihm noch eine lange Reihe von Jahren seines ersprießlichen wohltätigen Wirke»««. Herr Rat W e n g e r dankte sichtlich tiefbewegt für die so vielfachen Beweise der Ehrung seines Wirkens, gab seiner Freude Ausdruck,'daß es ihm von Gott .vergönnt wurde, diesen Tag zu erlaßen, und versprach, dieses Ereignisses stets mit hoher Freude zu gedenken. Damit fand die Tempelseier für Herrn 'Rat W e n g e r ihren Abschluß, die allen Teilnehmer die schönsten Eindrücke hinterließ, namentlich die zu Herzen gehenden Worte des Herrn Rabbiners Dr. Funk und der vom Oberkantor Giblichmann gemütsinnig intonierte Mischeberach ~ für den Jubilar, der gleich den. zur Thora gerufenen Festgästen sehr bedeutende Beträge spendete. Zu dieser erhebenden Feier hatten sich auch die Vorstandsdamen eingefunden und wurde u. a. die Gattin des Universitätsprofeffors Dr. Pick und des Präsidenten Hoffman» vom Fraüenwohltätigkeitsverein 4. und 5. Bezirk bemerkt. tiizzzi Vermischtes ♦♦♦♦♦♦ Kantor Philipp Bassel. Dem Tempelvereine Wieden-Margareten war mn VersohnungStage die besondere Freude zuteil, den 75. Geburtstag feines Kantors, des Herrn Philipp Bassel, feiern-zu können. Der rüstige Jubilar, der am selben Tage das Schacharis- und Minchahgebet mit gewohnter Meisterschaft, Innigkeit und Weihe als Vorbcter verrichtete, hatte in Bescheidenheit nichts von seinem Ehrentage vorher erwähnt; nur einem Zufalle war es zu danken, daß dem Vorstande die Möglichkeit geboten war, seinem bewährten Bal-Tefila einen vom Oberkantor S« Weiß meisterhaft vorgetragenen Mischeberach zu. widmen. Rabbiner Professor Reich würdigte in warmgefühlten Worte» den unermüdlichen Eifer unb die Treue des Jubilars und wünschte ihm eine glückliche frohe Zukunft. Auch seitens aller Vorstands- und vieler Vereinsmitglieder kamen Herrn Bassel Gratulationen zu, unter denen wohl die des 40 Jahre, an der Spitze des Vereines stehenden Obmannes, des Herrn Adolf H o fmann, bewährtes Zeugnis für das unermüdliche Wirken des Jubilars ablegen konnte. Der Vorstand will auch an dieser Stelle in Dankbarkeit seines treuesten Funktionärs und lieben Freundes gedenken, der nun in Ida Marz Abraham Stein empfehlen sich als Verlobte. Wie»», 2. Birlitz im Oktober 1920.