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Die Wahrheit · 1920-09-01 · Heft 14 (1.9.1920) · page 14

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1920
Issue
Heft 14 (1.9.1920)
Date
1920-09-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seittz 14_Die Wahrheit Nr. 14 ♦♦♦♦♦♦ Vermischtes ♦♦♦♦♦♦] Jüdische Kriegsgefangene in- Sibirien. Aus Tomsk, Sibirien, find der Wiener Kultusgemeinde Nachrichten über nachfolgende in diesem Lager gewesene Kriegsgefangene zugekommen: Fröhlich Erich, Jubiläum. Am 7. August beging der pensionierte lkantor am Hamburger Tempel Herr M. H e n l e den 70. Geburtstag. Der Jubilar war Begründer und Vorsitzender des Deutschen Kantorenverbandes. Als Komponist synagogaler Gesänge bestens bekannt, genießt er in weiten Kreisen große Wertschätzung, die auch anläßlich seiner Feier des 70. Geburtstages den ehrendsten Ausdruck allgemeiner Wertschätzung fand. Wir müssen an dieser Stelle konstatieren, daß die in unserer vorigen Nummer gebrachte Personalnachricht betreffs des Herrn Rabbiners Dr. Leindörfer verfrüht war. Frauzeusbad. Am 10. August konzertierte Oberkantor Cernovsky aus dem Jubiläumstempel in Prag, im großen Kurhaussaal vor einem vollständig ausverkauften Haus. Nur ein Sänger mit derart überreichen und gesunden Stimmitteln darf sich ein solch umfangreiches und bravouröses Programm leisten. Mit der Arie „Celeste Aida" aus „Aida" von Verdi begann der Künstler, dem man anfänglich eine leichte Indisposition anmerkte; schließlich rang und sang er sich durch und bald klang die Stimme, die tt* allen Registern, § vom tiefen A bis zum hohen B hinauf, gleiche Tonfärbe besitzt wie eine helle Glocke. Man vernahm jede Silbe bis in dem letzten Winkelchen des gewaltigen Saales. Das Verblüffende an dem Sänger ist der leichte und natürliche Ansatz. Nur parlando setzte er mit den hohen Tönen G und A an und sein atemtechnisches Können verrät einen reifen Gesangskünstler. Durch unzählige Takte — ohne Atem zu schöpfen — wendete er Koloratur an und übergeht von einem mächtigen Crescendo zu einem feinsten, aber lebenswarmen piano pianissimo, wie dies bei der Koloratur-Arie aus dem „Barbier von Sevilla" ganz besondeW in Erscheinung trat. Nicht minder eindrucksvoll erklang die große Arie aus der „Jüdin", die einen Beifallssturur entfesselte. Als Belcanto-Säuger entfaltete sich Cernovsky in den russischen Liedern, in den schwärmerischen Weisen seiner Heimat und Tschaikowskys „Warum", wie „Das Hüttchen" von Klimoffsky in G-Moll fand in dem Sänger einen Interpreten con animatto. Das Konzert Cernovskys bildete im wahren Sinne d.s Wortes eine musikalische Sensation der Kursaison und man erkennt deutlich, daß das feine Instrument Vox Humana eines ersten Sängers alle Musikarlen weit überragt. Ein nichtendenwollender Applaus lohnte die Darbietungen des Sängers. Der Klavierpart lag in den bewährten Händen des Herrn Kernich. A. W. Bibelschule des jüdischen Schulvereius. Die Einschreibung für die Bibelschule des jüdischen Schulvereius für den 9. Bezirk, 9. Seegasse 16, findet vom 8. bis 16. September in der Zeit von 2 bis 4 Uhr nachmittags statt. Richtigstellung. In Nr. 11 unseres Blattes hat sich in der Notiz aus Eger der Druckfehler eingeschlossen, daß Herr Leopold Schlesinger dem jüdischen Nationalfondö und den Egerer Ortsarmen je 100 K. gespendet, während es in beiden Fällen 1000 K. waren, was hiemit richtig gestellt fei. Wien, Fähnrich, Dragoner 2; Guten st ein Franz, Oberleutnant, Pilsen; B e n e s ch i Marcell, Kadett, Budapest; Mautner Sandor, Ujpeft; Schakowitz Jakob, Bjelina, Bosnien; R o s n e r Ignaz. Budapest; Lessing Moses, Przemysl; Grün seid Emil, Kirälyhida; Löw Wilhelm, Lemberg; Rauscher Layar, Skalat; Braunstein Jsak M. — Die Angehörigen der Vorgenannten können schriftlich oder mündlich nähere Auskunft im Sekretariate der israelitischen Kultusgemeinde, Wien, 1. Seitenstettengasse 4, 3. Stock, einholen. Allgem. Hilsskommission für Palästina, Wien, 4. Frankenberggasse 14, Geschäftsstelle: Wien, 2. Ferdinandstraße 23. Rabbiner Dr. Spiegel, Altona, durch Herrn Fritz Kalmar, Wien, Spenden von Salamon Friedmann 400 K., Louis Pinczower, Berlin 72 K., Frau E. Treißer 20 K., Max Heinemann 12 K., Frau R. Oswald, Frau Dr. Spiegel, je 10 K., zusammen 524 K., Bethausverein Erdbergerstraße, ^oses Eckstein, je 40 K., Eduard Deutsch, Wien 10 K. Spitalshilfe für Palästina, Hofrat Dr. Julius Schlag, Wien, 2. Obere Donaustraße 109, Geschäftsstelle: Wien, 2. Ferdinandstraße 23. (Für einzige jüdische Augenklinik in Jerusalem.) Israelitische Gemeinde- Obuda 800 K., Josef Eckstein, Wiem Rabbinatsverweser Religionsprosessor M. A. Landau, Wr.-Neustadt je 40 K., Ignaz Fuchs, Wien 30 K., Ingenieur Siegfried Fuchs, Wien 20 K., Moriz Fischer, Wien 2 K., — Aus der tschecho-slowakischen Republik sind in tschechischen Kronen eingegangen: Wilhelm Popper, Podebrad 7179'58 K., Religionslehrer L. Kramer, Reichenberg 10 K. — Aus Deutschland ist eingegangen: L. Abnaude, Landau 20 Mk. Israelitische KnltuSgemeinde Wien. Gottesdienst. Der Vorstand der Wiener israelitischen Kultusgemeinde veranstaltet anläßlich der diesjährigen hohen Feiertage im großen Musikvereinssaale, 1. Dumbergasse 3. Hotel Post, 1. Fleischmarkt 24, Sofiensaal, 3. Marxergasse 13 und im Hotel Kontinental. 2. Taborstraße 4, Gottesdienste. Jene Parteien, welche auf die im Vorjahre benützten Sitzplätze reflektieren, können die neuen Karten gegen Vorweisung der vorjährigen an der Kartenkassa der israelitischen Kultusgemeinde, 1. Seitenstettengaste 4, 1. Stock, bis 3. September d. I., während der Amtsstunden von 9 bis 12 Uhr vormittags beheben. Der allgemeine Kartenverkauf beginnt am 5. September.' Der Borstand. Ausstattungsbeiträge für Bräute des Mittelstandes. Seitens der israelitischen Kultusgemeinde Wien wird mitgeteilt, daß weitere Gesuche und Zuwendungen aus dem Fonds für Bräute des Mittelstandes derzeit nicht mehr entgegengenommen, beziehungsweise nicht mehr berücksichtigt werden können

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