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Die Wahrheit · 1920-08-18 · Heft 13 (18.8.1920) · page 3

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1920
Issue
Heft 13 (18.8.1920)
Date
1920-08-18
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Fernem REDAKTION u ADMINISTRATION 42-2-16 Wie«, 2. Kaiser Josesstratze iz X Wien, 18. August 1920 XXXVI. Jahrgang Nummer 13 Friedrich Delitzsch widerlegt. Bon Rabbiner Dr. D. Leimdörfer, Hamburg. Die neue Schrift des Affyriologen Delitzsch „Die große Täuschung" enthält nicht einen neuen Gedanken, sie ist ein Kollektionsauszug aus den vielgenannten und stets mehrfach widerlegten Heften seiner „Babel- und Bibel"-Arbeiten, die, zehn Jahre alt, nun völlig vergessen sind. Die dem Wahnsinnn des Judenhaffes günstige Zeit ließ den Judenhaffer nicht ruhen, die alten Scharteken neu zu beleben, und so entstand „Die große Täuschung", die neuerdings von Professor Strack und den Theologen Greßmann, Jacob und Beermann kurz und bündig wissenschaftlich widerlegt wurde, wie die „Mitteilungen des Deutschen Centralvereins" Nr. 12, 13 und 16 eS jetzt dartaten. Die Widerlegungen zur Zeit des Hamburger Orientalisten-Kongresses seitens des berühmten Lehrers der Assyriologie Jules Oppert in Paris und anderer Fachgenossen sind uns noch erinnerlich, sie trugen vielfach dazu bei, die gelehrtscheinenden Abhandlungen Delitzsch's mundtot zu machen. Ich darf hierbei erinnern,, daß meine damals in 6000 Exemplaren herausgegebene Arbeit „Der Itt>VN-Fund von Babel in der Bibel" selbst die Zustimmung des Grafen Waldersee gefunden hat, der in einem seinerzeit von Gustav Karpeles in der „Allgem. Zeit. d. Jud." wörtlich abgedruckten Briefe mir geraten hat, die Widerlegung Delitzsch's dem Kaiser zuzuschicken. Was D. aus seinen Schriften jetzt reproduziert, ist eine dem Juden- und Christentum die Schamröte inS Angesicht treibende Gotteslästerung, eine Schmähung der Bibel, eine Schändung der jüdischen Prophetenliteratur, eine häßliche Verzerrung der Ethik der heiligen Schrift. Hier müßten Juden und Christen sich verbinden, lauten Protest öffentlich einzulegen gegen die Schmach, die dem Allerheiligsten hier angetan wurde. Der Gott der Bibel, der Herr Zebaot, dem wir und alle christlichen Gemeinschaften allwöchentlich daS Jesajauisch „Dreimal hellig" feierlichst anstimmen. ist bei Friedr. Delitzsch ein Götze, ein sittlich tief unter den heidnischen Gottheiten der Babylonier, Sin und Marduk, stehender Nationalgott, Land-, Volksgott voll Zorn, Haß und Rache. Gegen die allgemein in die ganze zivilisierte Welt eingedrungene Lehre deS Universalgottes, „der Himmel und Erde geschaffen", der im 10-Gebot zu Israel und durch Israel zu asten Menschen — denn „Gott ist die ganze Erde" — redet von der bildlosen Geistigkeit und dem Ausschluß der Materialität in Gott, der Weihe des Gewissens, der Heiligung eines Ruhetages, der reinen Familienweihe und dem Fundament aller Gerechtigkeit und Liebe — nicht dem Volksgenossen — der gesamten Menschheit gegenüber, dieser Gott ist ein Götze? Es gibt einen, Friedrich Delitzsch, der dich mit taufend Zungen widerlegt, beffer als alle deine Profefforengenoffen und als die orthodoxe und liberale Synagoge und die Kirche der Katholiken und Protestanten: Dein Vater! Studiere die Schriften von Franz Delitzsch und daS dir unbekannt gebliebene oder gewordene ABC der Religion wird aus Vaters Grabe auserftehend dir offenbaren, wie strafbar deine Blasphemie, wie du vergessen daS biblische: Wer flucht und lästert den Namen deS Ewigen GotteS, ist wie die Mörder zum Tode zu verurteilen. Vielleicht ist Franz Delitzsch der gerechteste und wahrste Urteiler und Verurteiler und Widerleger des gottlosen Blutes von seinem Blute. Die Schmähung der Bibel, aus der unverstandene Sätze beliebig herausgegriffen werden, um Moseniedriger hinzustellen als Hamurabi, um die Patriarchen und Propheten zu unsittlichen Kreaturen zu verdammen, um die Ethik, die ein Hochziel hat im MeffianismuS der Gesamtheit der Menschen, ist ein Attentat auf die religiös-sittliche Kultur des Judentums und der Christenheit aller Schattierungen — bedarf solche Schmähung einer Widerlegung? Heil dem Vater, der solches Unheil seines Sohnes nicht erlebt hat, Seligkeit

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