Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1920
- Issue
- Heft 12 (4.8.1920)
- Date
- 1920-08-04
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 13 Die Wahrheit Seite 13 »♦♦♦♦♦| Üfremwfififg« |^||| Todesfälle. Vor kurzem ist in Neu-Raußnitz bei Brünn Herr Leopold Stößler, Oberkantor und Gemeindesekretär der dortigen Gemeinde, im 83. Jahre seines dem Wohle der Familie und der Gesamtheit gewidmeten Lebens gestorben. Mit Leopold Stößler ist einer der besten Menschen von dieser Erde abberufen worden. In hoher Auffassung seines Amtes hat er mehr als fünf Jahrzehnte in seiner Gemeinde verdienstlich und vorbildlich gewirkt und viel allgemeine Wertschätzung erworben. Die Gemeinde, ehrte ihn für die großen Verdienste durch Verleihung des Ehrenbürgerrechtes. Die Kantoren verlieren in ihm einen ihrer berufensten, geachtetsten Vertreter. Er war Ehrenmitglied mehrerer Kullusvereine und opferte, von einer glühenden Liebe zu seinem Berufe erfüllt, tatsächlich alle Freuden des Lebendem Dienste für die Gesamtheit. Von der Beliebtheit und Wertschätzung, der sich der Verblichene in weiten Kreisen der Bevölkerung erfreute, gab denn auch die imposante und erhebende Leichenfeier im Tempel zu Neu-Raußnitz Ausdruck. Herr Oberkantor Heller aus Brünn mit Mannerchor versah die kantoralen Funktionen und nahm namens des mährischen Kantoren« Vereines in bewegten Worten von dessen Vizepräsidenten Abschied. Herr Rabbiner Dr. Steif hielt die Trauerrede und Bürgermeister L ö w würdigte in einer schlichten, durch Tränen oft unterbrochenen Rede die Verdienste des Verstorbenen um di? Gemeinde, deren Stütze er war und die durch seinen Heimgang einen unersetzlichen Verlust erleidet. Ein imposanter Trauerzug bewegte sich vom Tempel zum Bahnhofe, von wo aus die Ueberführung der Leiche nach Wien erfolgte, um hier am Zentralfriedhose an der Seite seiner Gattin beigesetzt zu werden. Die Verehrung für den Verstorbenen und dessen Familie gelangte ebenso beim Begräbnisse zum Ausdruck; denn nebst den Verwandten hat sich eine große Zahl der in Wien lebenden Neu-Raußnitzer eingefunden, um den in fremder Erde Versenkten die letzten Liebesgrüße zu entbieten. Herr Oberkantor MätyäS mit Chor versah die kantoralen Funktionen, Herr Rabbiner Dr. Bach hielt die tiefergreifende Trauerrede und Herr Oberkantor Mayerowitsch (9. Bez.) nahm in Vertretung der Präsidiums der österreichischen Kantorenschaft von dem Kollegen Abschied. Am offenen Grabe sang noch Herr Oberkantor Giblichmann (2. Bez.) das El mole rachamim, worauf die Leiche zur ewigen Ruhe gebettet wurde. Sein Andenken gereiche zum Segen! -r- Am 29. Juli wurde am israelitischen Friedhof zu Baden bei Wien Herr Emanuel Deutsch, ein Jude im besten Sinne des Wortes, unter großer Teilnahme zu Grabe getragen. In Szelöcze bei Neuhäusl als langjähriger Vorstand der dortigen Kultusgemeinde entfaltete er eine segensreiche Tätigkeit, sodaß sein vorzüglicher Ruf weit über die engen Grenzen seines dortigen Wirkens reichte. Der Verblichene kam im Frühjahr nach Baden, um dort von einem schweren Leiden Genesung zu finden. Im Rate der Vorsehung war es jedoch beschlossen, den frommen Mann von seinem gottgefälligen Wandel abzuberufen und so schied er, tief betrauert von einem großen Familienkreise, der in ihm den besten Vater, Großvater und Schwiegervater verehrte. In einem tief empfundenen, zu allen Herzen dringenden Nachruf widmete Oberrabbiner Dr. Reich die trefflichen Eigenschaften des Verblichenen. Oberkantor Kreuz st ein versah die kantorale Funktion. Seitens der Badener Chewra Kadischa übten die Herren Gustav Oedenburger und Ernö E h r e n st e i n, sowie Herr Johann Hofbauer in traditioneller Weise den Leichendienst. In dem Verblichenen verliert Frau Anna Deutsch ihren innigst geliebten Gatten, Herr Franz Deutsch, Frau Jda S ch ö n h e r z, Gattin _ des Vorstandsmitgliedes und Kassiers des Leopoldstädter Tempelvereins „Aeschel Awrohom" I. Schönherz, sowie Frau Ella Nagel und Paula Bauer, den liebevollsten Vater. Ungarische Allgemeine Creditbank. Laut Direktionsbeschluß wird das Aktienkapital des Institutes von 160 Millionen Kronen durch Ausgabe von 300.000 neuen Aktien auf 280 Millionen Kronen erhöht in der Weise, daß 100.‘000 Aktien den alten Aktionären unter dem Tageskurse zur Uebernahme angeboten, während 260.600 Aktien an die l^nion Luropeenne Inclustrielle et?inanciere, Paris, und deren Gruppe begeben werden. Im Sinne des mit ihr getroffenen Uebereinkommens wird diese Gruppe die Aktien zum Kurse von 2000 Kronen pro Stück übernehmen und werden diese aus eine Reihe von Jahren gesperrt. Nach Ratifizierung dieser Transaktion seitens der Generalversammlung wird die Ungarische Allgemeine Creditbank, deren Jnteressenkreis sich bereits auf einen erheblichen Teil der wirtschaftlichen und industriellen Unternehmungen des alten Ungarns erstreckt, zum finanziellen Mittelpunkt aller wirtschaftlichen und industriellen Unternehmungen, über welche die genannte sranzöfische Gruppe in Mitteleuropa und auf dem Balkan bereits verfügt und in Hinkunft verfügen wird. Nach Durchführung der Kapitalserhöhung wird die Ungarische Allgemeine Creditbank über 280 Millionen Kronen Aktienkapital und über ca. 600 Millionen Kronen ausgewiesener Reserven verfügen. Allgew. Hilfskommiffion für Palästina, Wien, 4. Frankenberggasse 14, Geschäftsstelle: Wien, 2. Ferdinand straße 23. Synagogenverein „Beth Israel", Wien, 2„ 1192 55 K., Prater Bethausverein, „Tefilath Jeschurun", Wien, 2., 270 K., Armand Fehr, Wien, 200 K., Albin Antscherl, Budapest, 170., Freiwillige Schülerspenden, überwiesen durch N. N., Wien, 114 K., Naftali Herz Benzwi, Wien 100 K., Dozent Bondi, Wien, 30 K., Eduard Denes vorm. A. Krautszak, Wien, 20 K., Chem. Fabrik „Saturn", Jnzersdorf, Karl Kraus, Wien, Jakob Estermann, Gmunden, je 10 K., Simon Berger, Wien, Albert Gans, Linz, je 5 K., Arpad Fischer, Wien, 2 K. Spitalshilfe für Palästina, Hofrat Dr. Julius Schlag. Wien, 2. Obere Donaustraße 109, Geschäftsstelle: Wien, 2. Ferdinand straße 23. (Für