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Die Wahrheit · 1920-05-12 · Heft 6 (12.5.1920) · page 13

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1920
Issue
Heft 6 (12.5.1920)
Date
1920-05-12
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 6 Dre Wahrheit Seite 13 Mitteilungen des Öftere. ZZ Kantoren-Vrreines Bericht über die Vorstandssitzungen vom 27. April und 4. Mai 1920. Anwesend : Löwit, Schlesinger, Morgenstern, Mayerowitsch, Mätyäs, Kaufmann, Giblichmann, Grob, Regner, Kühner, Weiß. Der Vorsitzende Oberkantor Isidor Löwit begrüßt die Erschienenen und widmet vor Eingang in die Tagesordnung in einem Nachrufe, der stehend angehört wurde, warme Worte des Gedenkens dem verstorbenen Kultusvorsteher, Präsidenten der Chewra Kadischa und des Bethausvorstandes Dr. Markus Spitzer. Er rühmt das hervorragende Wissen, wie die selbstlose und aufopferungsvolle Tätigkeit, die der Dahingegangene durch eine lange Reihe von Jahren in diesen Ehrenämtern im Interesse des Judentumes geleistet hat und betont, daß Dr. Markus Spitzer zu allen Zeiten und bei allen Gelegenheiten den Kantorenstand in seinem Werte gewürdigt, in Ehren gehalten und zum Ausdrucke gebracht und für die Interessen seiner Mitglieder sich jederzeit eingesetzt hat. Der Kantoren- Verein wird dem Verstorbenen stets ein ehrendes Andenken bewahren. Ueber Antrag des Vorsitzenden wird beschlossen, an seinem jeweiligen Sterbetage das Kadisch-Gebet durch einen Kantor im Tempel verrichten zu lassen, und diese Trauerkundgebung protokollarisch festgelegt. -Der Vorsitzende berichtet auch, daß aus diesem Anlässe von Seite des Präsidiums Kondolenzschreiben an die Ghewra Kadischa, an den Bethausvorstand und an die Witwe des Verstorbenen abgesandt wurden. »Der Vorsitzende verliest hierauf aus dem Einlaufe den Abschiedsbrief des Präsidenten Oberkantors Don Fuchs an die Kollegen vor seiner Reise nach Amerika; wird mit Dank zur Kenntnis genommen. Ferner das Dankschreiben des Dr. Ernst Benedikt für die Kondolenz anläßlich des Ablebens seines Vaters. Die Zinsen der Jakob Bauer-Stiftung werden nach dem Vorschläge des Ehrenpräsidenten Oberkantor Jakob Bauer an zwei Kantorenwitwen überwiesen. Vorstandsmitglied und Kassier Oberkantor Josef Morgenstern berichtet über seine Intervention beim Kollegen Aron Stoutzker in Amsterdam, von dem 25 holländische Gulden (1900 Kronen) für Witwen und Waisen von Kantoren als Widmung einliefen. Dem Oberkantor Morgenstern wird der Dank für diese Intervention ausgesprochen und beschlossen, an den Spender ein Dankschreiben abzusenden. Zu der in Verhandlung stehenden Frage über die Abhilfe der Notlage der Kollegen ergreift erster Kantor Kaufmann das Wort, schildert die Notlage, in der sich gegenwärtig alle österreichischen Kantoren befinden, und beantragt, alle zweckentsprechenden Mittel unverzüglich zu ergreifen, um diesem Elende und seinen Folgen zu steuern. Nach eingehender Debatte wird einhellig beschlossen, sich zu diesem Zwecke an die Alliance Jsraelite, an das Jüint Distribution Commitee und an die Kollegenschaft nach England zu wenden. die überaus traurigen Lebensverhältniffe zu schildern und um Hilfe und Unterstützung zu bitten. Wegen vorgeschrittener Zeit wird die Sitzung abgebrochen und vertagt. Die nächste Sitzung wird den Mitgliedern bekanntgegeben werden. Vermischtes Oberkantor Singer. Der einstimmigen Berufung des Kultusvorstandes Halle a.S. hat Oberkantor Singer Folge gegeben und seine Jahrzehnte hindurch innegehabte Stellung in Kattowitz zum allgemeinen Bedauern der dortigen Gemeinde aufgegeben. Vermählungen. Wie wir erfahren, hat sich die Religionslebrerin der Wiener israelitischen Kultusgemeinde, Fräulein Melly Dobschütz, eine Tochter des verstorbenen Rabbiners der Stadt Skotschau in Schlesien, Dr. L. Dobschütz, im März d. I. in Grodek bei Lemberg mit dem Regimentsarzt der polnischen Armee, Herrn Dr. Max Margulies, vermählt. Fräulein Dobschütz, nunmehr Frau Dr. Margulies, war eine der jüngsten Religionslehrerinnen der Wiener Kultusgemeinde und erfreute sich wegen ihrer vorzüglichen Lehrerfolge trotz ihres jugendlichen Alters bei allen Vorgesetzten und den zahlreichen Schülern und Schülerinnen großerBeliebtheit. * Die Trauung des Fräuleins Rellie Quittn er, Tochter des Herrn Alois Quittner, Wien, mit Herrn Robert Wachs mann, Rockford, 111. U. S. of A., findet Dienstag, den Ist. Mai 1920 um halb 3 Uhr nachmittags im israeliuschen Tempel, 1. Seitenstettengasse, statt. * Die Trauung des Fräuleins Gretl Pollak, Tochter des Herrn Leopold Pollak, Wien, mit Herrn Kurt Braun, Sohn des Herrn Josef Braun, Jaroschau-Ungarisch-Hradifch, hat am 6. d. M. in Wien stattgesunden. * Am Sonntag, den 28. März d. I. fand im Seitenstettentempel die Trauung des Fräulein Lilly Waldmann mit Herrn Hermann Schreiber, Fabrikanten, und am Sonntag, den 18. April l. I. die Trauung des Herrn Leopold Waldmann, Bankdirektors, mit Fräulein Martha Bock, beide Kinder des Bethausvorstehers, Herrn David Waldmann, im Beisein des Gefamtvorstandes des Bethausvereines „Tefilath-Jeschurun" und zahlreicher Gäste statt. Oberkantor Morgenstern versah die kantorale Funktion, während Rabbiner Dr. Feuchtwang den Traaungsakt beider Paare vollzog. * * * * Fräulein Hilde Flesch, Tochter des Herrn Dr. Julius Flesch, hat sich mit Herrn Dr. Max Melyon verlobt.

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