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Die Wahrheit · 1920-04-01 · Heft 3 (1.4.1920) · page 13

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1920
Issue
Heft 3 (1.4.1920)
Date
1920-04-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 3 Die Wahrheit Seite 13 auch Rabbiner M. Friedmann würdig repräsentiert, ihr Gottesvertrauen und ihre Zuversicht befestigt gefunden. Nicht minder rühmte der Redner den Wohltätigkeitsfinn der Chaffidim, wodurch namentlich unter den jetzigen Verhältniffen den Notleidendsten unter den Glaubensgenoffen hilfreiche Hand geboten wird. Den gesanglichen Teil vollzog Oberkantor G i b l i ch m a n n, von seinem Sängerchor bestens affistiert, der auch bei dem darauffolgenden Festmahle altjüdische Gesänge exekutierte. In dem schönen, gemütlichen Saale, der alle Anwesenden vereinigte, ging es wie ein Geist der Versöhnung zwischen Ost und West, und wie gewöhnlich bei solchen Anlässen wurde auch der Armen und Notleidenden durch Zuwendung reicher Spenden und Gaben gedacht. Die Ohel Jakow-Gemeinde in München. Die letzte Generalversammlung dieser Gemeinde faßte einstimmig folgende Resolution: „Mit der gesetzlichen Neuregelung der staatskirchenrechtlichen Verhältniffe in Bayern, erlischt auch die Wirksamkeit des im Jahre 1907 zwischen der Kultusgemeinde München und unserem Verein geschloffenen Abkommens. Mit Rücksicht hierauf ersucht die Mitgliederversammlung die Vorstandschaft, bei der Verwaltnng der Kultusgemeinde die baldige Aufnahme von Verhandlungen zur Neuregelung dieses Verhältniffes anzuregen. Leitender Gesichtspunkt bei diesen Verhandlungen soll sein, daß unter Aufrechterhaltung der Organisation der Gesamtgemeinde für unseren Verein und seine Organe die uneingeschränkte Bewegungsfreiheit auf allen Gebieten des religiösen Lebens angestrebt wird und daß die rabbinische Autorität des Vereins Ohel-Jakow in ihren Rechten dem Gemeinderabbiner gleichgestellt wird." In einer weiteren Resolution ersucht die Mitgliederversammlung die Vorstandschaft, in Anlehnung an die zwischen dem Verein „Adaß Jsroel" in Nürnberg und der dortigen Kultusgemeinde geführten Verhandlungen die Errichtung einer jüdischen Volksschule in München auf das eindringlichste zu betreiben. Die Juden in Newyork. In Newyork und seinen vier Vororten wohnen heute 1*/, Millionen Juden unter einer Gesamtbevolkerung von 5 Millionen Einwohnern. Jeder dritte Mensch in Newyork ist ein Jude ohne daß dieses starke Bevölkerungselement dem wirtschaftlichen Aufschwung schädlich geworden wäre. Im Gegenteil, man sieht aus solchen Tatsachen was es mit dem antisemitischen Gebelfer von der „Judengefahr" auf sich hat. Laut den Registern der jüdischen Gemeindevereinigungen in Newyork war die Stadt im Jahre 1720 von 890 Juden bewohnt. Das gegenwärtige soziale und kulturelle Leben dieser größten jüdischen Ansiedelung der Welt ist ein überaus reges. Es gibt heute in Newyork mehr als 720 traditionelle und Reform-Synagogen. Unter den 4L jüdischen Zeitschriften, welche in Newyork erscheinen, sind 5 Tageszeitungen, 29 Zeitschriften erscheinen in jüdischer, die übrigen in englischer, hebräischer und spaniolischer Sprache. In Newyork gibt es 29 Friedhhöfe. Die jüdische Volksbibliothek hat einen überaus reichen Bücherbestand und einen großartigen Lesesaal. Schließlich hat Newyork 7 jüdische Theater, welche fast ausschließlich jüdisch spielen. Nus den Ternpelvereinrn Leopoldstädter Tempelverein Aefchel Awrohom. Samstag, den 3. April findet im Giebelsaale des Tempelgebäudes eine vom Damenkomitee veranstaltete Sederfeier für die Schüler der Bibelschule mit anschließender Bewirtung statt. Professor M. Antscherl wird bei diesem Anlässe an die Kinder eine Ansprache halten, in welcher die Bedeutung des PesachfesteS zum Ausdrucke kommen wird. Gäste zu dieser schönen Feier sind herzlichst willkommen. Weitere Spenden für den erwähnten Zweck wolle man an den Schriftführer des Vereines gelangen lassen. * Am 14. d. fand unter lebhafter Teilnahme des Vorstandes die Trauung unseres Mitgliedes, des Herrn Prokuristen S. Kertmann mit Fräulein B. Breit statt. Am vorhergehenden Tage erschien Herr Kertmann im Tempel und gedachte anläßlich seiner Vermählung der Armen mit namhaften Spenden. * * * Herr Adolf Hofmann, der verdienstvolle Obmann des Tempelvereines für den 4. und 5. Bezirk begeht seinen 70. Geburtstag und wird dieser Anlaß, sowie der zehnjährige Bestand des Tempeloereines am 4. April im Anschluß an den Feiertagsgottesdienst (2. Tag Passah) in solenner Weise gefeiert werden. * * Ternpelverei» des 8. Bezirkes. Sonntag, den 28. März fand unter großer Beteiligung die diesjährige ordentliche Generalversammlung statt. Der verdienstvolle Obmann des Vereines, Herr Adolf Beck, eröffnete um halb 11 Uhr die Sitzung und schilderte die Ereignisse des abgelaufenen Jahres. Er gedachte in Wehmut der Hingeschiedenen Mitglieder Adolf Getreuer und Hermann Stern. Der Vorsitzende begrüßte sodann den Vertreter der Kultusgemeinde Herrn Baurat W.K e m p l e r, sowie die Delegierten der Tempelvereine, die Herren A. H o f f m a n n, A. F r e u n d, Rat A. Weng er, Dr. B. Werner undL.Hirfchfeld. Er gedachte ferner der goldenen Hochzeilsfeier des Vorstandsmitgliedes Philipp Weiß. Den Rechenschaftsbericht erstattete der Schriftführer Herr Dr. Siegmund Goldberger in einer gründlichen, formvollendeten Weise, wie man solches von diesem Funktionär seit Jahren gewohnt ist. Zum Kassenbericht gab der Kaffenverwalter Herr Rat Edmund Hacker ausführliche Bemerkungen, worauf die Revisoren das Absolutorium durch die Versammlung verlangten, was einstimmig gewährt wurde. Durch die Herren Medak, Hoffmann und Hirschfeld wurde in ausführlichen Reden die Ersprießlichkeit der Organisation der Wiener Tempelvereine erörtert und hier die alle Tempelvereine vornehmlich beschäftigende Frage, betreffend das Wohl und Wehe der Funttionüre und Angestellten in diesen schweren Zeiten, gründlich besprochen. Herr Baurat W.Kempl e r

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