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Die Wahrheit · 1918-12-13 · Heft 25 (13.12.1918) · page 6

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1918
Issue
Heft 25 (13.12.1918)
Date
1918-12-13
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6. Die Wahrheit Nr. 25. n. - ■ . . * _ i » 4- Ms Erwiderung auf die vorstehenden AuichgLungjen hat der jüdische Nationalrat folgende Erklärung ab«- Zu dem in wchreren Blättern veröffentlichten, von einigen israelitischen Notabeln Unterzeichneten Aufruf an die Juden Deutschösterreichs stellt der jüdische Nationalrat fotzendes fest: , Der Mische Nationalrät setzt sich aus Vertrauens--- mänNern aller nationalen jüdisc^n Parteien und Gruppen zusammen. Der Nntionalrgt spricht daher nur.im Namen jener'Juden, welche sich zum jüdischen Volk zugehörig fühlen und das Judentum! der gantzen 'Welt als nlationale Einheit betrachten. Der jüdische Nationälrjat 'hat als Grundsatz der/jüdischniationalen Politik in Dentschösterreich ausgesprochenhaß es den Juden freistchen MH>, sich zur jüdifchchr' Nation.zu bekennen Jene Juden, welche dieses Bekenntnis lablHnen, werden naturgemjaß nicht von uns vertreten. He Währung ihrer Interessen obliegt näht den Vertretern-des jüdischen Volkes, sondern den Vertretern jener Nationen, denen sie sich zurechnen. - ' Die Zugchörigkeit zur jüdischen Nation widerstreitet weder der Erftlllustg der staatsbürgerlichen Pflichten noch dem Genuß der staatsbürgerlichen Rechte. Der jüdische Nationäloat hat bereits in seinem ersten Aufruf erklärtdaß die Nationalen Juden als treue Bürger des deutschösterreichischen.Staates mit. .allen Kräften an dessen Aufblühen Mitarbeiten wollen. Der Nationalrat sicht in der Losung der Judenfrage int nationalen Sinne das .einzige wirksame Mittel, um die Gleichberechtigurtz der Juden zu einer tatsächlichen zu Machen. ' Die Stellung der dayrischen Inden zn Kurt Cisrrer. Zur Agitation gegen den jüdischen Ministerpräsi.^. dienten Kurt Eisner schreibt das Münchner „Jüdische Echo" in einem „Stimmung" überschriebenen Leitartikel „Gerade wir von unserem Standpunkt' aus können die bestehende Sttmmung begreifen. Begreifen heißt nicht. billigen Weil wir sie bereifen, tragen wir ihr Roch- Nung, indem wir dieses feststellen: Die Wische AllgemÄnheit ist ohne Einfluß auf den Gang der Eretz,- rüffe gewchen. Die jüdische Altzemei-nheit hat ihn wieder gewünscht noch gcheMmt. Angriffe' auf diese Allgemeinheit sinh also ebenso unberähttzt, wie zweHos. lhnberochtigt,. weil, wie wir gesetzt haben, das/Judentum keinerlei Stellung genoMm-en hat, Zwecklos, weil gerade tue Juden, die duäh die 'Umwälzunng in die Führung' gelangt find, sich von der jüdiflhen Altzemeinheit' in der Vergangenheit nichts einreden ließen und heute erst recht nichts einreden lassen." . Verschiedene Unchrichtr«. Wien. Fräulein Löla Hofhauer, Tochter des Herrn Bernhard H o f b a u er, hat sich mit Herrn Ingenieur Lüdw. Kritzler verlobt. Wien. Vor mehreren Tagen hat der bisherige Besitzer der bekannten Restauration Herlinger (vormals Sohr), II., Cirkusgaffe, das Geschäft an die Herren Gold st ein und Grüner, ebenfalls sehr rührige, tüchtige Männer^ übergeben. Es ist wahrzunehmen, daß das Vertrauen auch den neuen Männern zuteil werden wird. Wien. Am 4. d. M. fand im großen Konzerthaussaale die „Chanükaseier der jüdischen Fügend Wiens" statt. Sie kann.als schärt gelungen bezeichnet werden, denn einige der namhaftesten jüdischen Künstler hatten sich zur Verfügung gestellt. Herr Oberhmtor Don Fuchs eröffnete mit'Anzündung der Chanukalichter den Festabend. Dr. Bernfeld, der zugroße Idealist, hielt die Festrede. Professor Wolf brächte lehr nette gemischte Chöre zu Gehör. Zum Schluffe konnte man noch eine Sonderriege des ersten jüdischen Turnvereinein geradezu staunenswerter Exaktheit beim Keulenschwingen bewundern. Also allerecht schön und gut, das Ganzes . jedoch 'mehr Feier als Chanuka und weniger jüdische Jugend Wiens. Wien. (Dariehen für Handwerker.) Der Verein zur Beförderung der Handwerker unter den inländischen Israeliten (Israel. Handwerkerverein), Wien, IX., Grüne Torgasse 26, erläßt folgende Kundmachung: Aus der „Bernhard Buchwaldschen Widmung gelangen unverzinsliche Darleheu an israelitische Handwerker" zur Verleihung. Anspruchsberechtigt find Handwerker, welche infolge des Kriegszustandes, in erster Reihedurch ihre militärische Einrückung in Not geraten sind, dieses Darlehen zur Aufnahme ihres Werkstättenbetriebes verwenden werden und welche von keinem anderen Fonde, wie beispielsweise von der Kriegsdarlehenskasse, dem Gewerbeförderungsamt, Darlehen oder Unterstützungen erhellten haben. Die, mit den . nötigen Dokumenten: Gewerbeschein,. Geburtsschein, Heimatschein, Armutszeugnis belegten Gesuche sindin der Vereinskanzlei IX., Grüne Torgasse 26, Montag und Mittwoch von 4—6 bis Uhr abends, Dienstag, Donnerstag, Freitag von 3—5 Uhr nachmittags in der Zeit vom 1. bis 31. Dezember 1918 einzubringen. Wien. Sonntag, den 1. Dezember, fand im '„Kaiserin Elisabeth-Heim für Kriegswaisen, Lehrmädchen und Arbeiterinnen'! dir diesjährige Chanukafeier. in erhebender Weise statt. Im großen Saale der Heimes, 2. Bez., Malzgasse 7, hatten sich viele Gönner und Freunde des Vereines eingefunden, um mit den ungefähr 150 zählenden Schützlingen des HeimeS das Fest der Lichter zu begehen. Nach herzlicher Begrüßung der Erschienenen durch den Vereinspräsidenten, Herrn Dr. Krüger, entzündete Herr Oberkantor Margulies unter Klavierbegleitung des Herrn Professor Artton Wolf in weihevollster Weise die Chanukalichter, worauf Herr Rabbiner Dr. Funk eine formvollendete, tiefdurchdachte Ansprache über die Bedeutung des Chanukafestes hielt. Ein Schützling des Heimes richtete' innige Dankesworte an den Vorstand des Vereines, welcher stets und selbst in dieser ernsten Zeit allgemeiner Bedrängnis und Be-' trübnis in liebevoller Weise daraus bedacht ist, seinen verwaisten Schützlingen frohe und glückliche Stunden, zu bereiten. Mit einer festlichen Jause, während welcher der Kassaverwalter,. Herr Emil Bardach, heitere Klavieroorträge zum Besten gab und der Abteilung, der Schützlinge mit Wäsche- und Kleidungsstücken endete die schöne . Feier. Die außerordentlich ersprießliche Tätigkeit des „Kaiserin Elisabeth-Heim für Kriegswaisen, Lehrmädchen und Arbeiterinnen* auf dem Gebiete der Jugendfürsorge verdient die tatkräftigste Förderung seitens aller Menschenfreunde und insbesondere mnferer Glaubensgenossen. Möge jeder zur Erhaltung und Ausgestaltung, dieser dem Wohle unserer armen verwaisten Mädchen : dienenden Institution nach besten Kräften sein Scherflein beitragen. .. Schlau. Der hiesige beliebte und geschätzte Kantor Herr I. Blum beging vor Kurzem sein Doppeljubiläum "und zwar das Fest der 50jährigen Berufstätigkeit sowie 40jährige Amtstätigkeit in hiesiger Gemeinde. Der Jubilär war Gegenstand vielfacher Ehrungen von Seite des'Borst andes'und den Mitgliedern. Auspitz. y Für die hiesige Kultusgemeinde wurde Herr M. " Goldenberg aus Trebitsch zun: Oberkantor einstimmig gewählte Derselbe hat bereits seine Stelle angetreten. . 7 . Verzeichnis der Merstorvenen Vom 1. bis 12. Dezember 1916. Georg Tümvr, Reisendenskind,-11, Jsak Apollo, Kürschnergehilefe 24, Josesiene Friedmann, ohne Beruf, 84, Natan Neuwald — Neuwelt, Kaufmann, 58t Laura Oesterreicher, geb. Feig, Kaufmanns^. witwe- 51, Emma Fürst geb. Lieblich, Kaufmannsgattin, 48, Tobias - Singer, Hilfsarbeiter, 56, Leopold Singer, Schneider, 79, Henriette Steiner, Private, 65, Berta Steiner, Private, 79,- Anna Schmelzer -geh. Kürschner, Speuglergehilfensgattin, 32, Boris Fischa Sücho-> - wolsky, Inf. d. russ. Inf. Reg. 195 9. Komp., 25, Henriette Schäfer geb. Bruchmann. Tariseursgattin, 80, Ella Sammet, Private, 58,. A. Dr. Bela Taussig, Handelsgesellschafter, 66, Salomon Bauer,t Kaufmann, 62, Abraham Gutt, Privat, 69, Lea Langmann, Priva, 71, Hermine Löbl, Private, 25, Magdalena Löbl, Kind, 1 l/s Karoline Perlsee, Privat, 76, Marie Löwy, Fabriksbesißerstochter 10, Paul Fuchs, Korporal d. Inst. Reg.-4, 26, Albert Stekl, Schneiderskind 1 Tag, Bernhard Topf, Kutscher, 28, Johanna Horowitz geb. Vogel, Pflegling, 54, Fanny Zloczower, Private, 38/- Erna Schiller, geb. Steinmann, Oberstaatsbahnratsgattin, .30 I. Hermann Boder 36 Jahre, Eva Polivka geb. Reich- Buchhaltersgattin 37, Hirsch Duckler 68, Oskar. Teltscher, .Privatbeamter .31, Bernhard ' Lederer gewes. Kaufmann ' 74, Klara Rund - 69, Adolf Blatt, Handlungsgehilfe 46, Hermine Gold> Schneiderin 19, - Regina Lauser geb. Goldacker' 71, Jakob Frankl, Private 76, .Rosa Therese Altmann, Zabntechnikerswitwe 31, Berta Tanne, Kaufgattin 47, Leon Schreier, Kaufmnnn 35, Julius. Proßnitz, ohne Beruf 17, Karl Redl, Privat, 78, Regine Grüner-, HausLesitzersgattin^

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