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Die Wahrheit · 1918-11-29 · Heft 24 (29.11.1918) · page 6

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1918
Issue
Heft 24 (29.11.1918)
Date
1918-11-29
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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von Schriftgelehrten"), gesammelt und in hebräischer Sprache veröffentlicht worden. Man findet in den Abschnitten Offenbarungen der Seelen, Strömungen und Wesensäußerungen berühmtester polnischjüdischer Denker, Dichter und Wahrheitssucher, sozusagen Momentaufnahmen ihres Leides und ihrer Freude, ihre Güte und ihres Zornes. Mit scharfem Blick und großer Geschicklichkeit erfaßten sie jede Situation, in der sie geraten waren und beleuchteten sie blitzschnell mit ihrem sprudelnden Geiste. Man findet in ihren Worten nicht nur, Trost und Friedfertigkeit, sondern auch Stärke und Adel. Nicht ohne Zufriedenheit liest -man die verschiedenen Dialoge und Wechselgespräche zwischen Rabbinern mit hohen christ-' lichen Persönlichkeiten und wie sie Freidenker geißelten. Sie haben mit der wirklichen Geduld der Weisen Fragen beantwortet und die jüdische Weltanschauung illustriert. Ihre „Spässe" sind nicht Spässe gemeinhin,- sondern haben kulturell-historischen Wert. In so manchem von diesen freisinnigen Psychologen leicht hingeworfenen Worte findet sich nicht nur ein Gehalt hoher sittlicher- Gedanken, sondern auch geschichtliche Ueberblicke, -Urteile über verschiedene Zeitabschnitte, Verhältnisse und Zustände in den Gemeinden, Lebensgewohnheiten und Gebräuche, die' uns aus den verschiedenen Werken. und Gemeindearchive nicht bekannt sind'. Diese Worte sind Dokumente einiger Jahrhunderte jüdischen Lebens, im europäischen Osten, Mit fröhlichem Geist, der aus der tiefen Einsicht und großen Liebe strömt, bezeichneten sie ihr Wollen und ihr Streben. Während ich mich beschäftigte das Material zu meinem zweibändigen. Buche „Die .Gemeinde der Chassidim" *) zusammenzustellen, fand ich in den von mir benützten verschiedenen Werken manche dieser rabbinischen Witze und hatte ich mir gleich vorgenommen, diesen Stoff ins Deutsche zu übersetzen; unter keinen Umständen konnte ich ihn weglegen. Um ein Ganzes zu bieten, entschloß ich mich auch die beiden obenerwähnten Schriften zu übersetzen. Ich will keineswegs Hen Wert meiner Leistung überschätzen, doch erschienen mir diese Witze als charakteristische Striche des Seelenlebens der Polnischen Juden mitteilenswert. Und so will ich mich denn mit dieser Arbeit in die Oeffentlichkeit hinauswagen und hoffe, daß solche der Lesewelt willkomüieu sein wird. Zum Schluffe möchte ich noch folgendes bemerken. Der jüdische Humor ist anders geartet als der der Anderen und kann eigentlich, nur in jüdischer Sprache ünd- Ausdrucksweise richtig wirken. Durch die Uebertragung in eme' fremde Sprache verliert er fast ganz seinen originellen Reiz und manches „Wörtchen", das im Original viel Witz in sich. trägt, welche hauptsächlich in. der gelungenen Ausdruckweise liegt, .erscheint in der Uebersetzung ziemlich trocken. Daher unterließ ich es noch andere „Wörtchen" aus dein hebräischen Texte zu übersetzen. Urrschiedene Uachrichten. Wie«. (B ar m i z w a h f e i e r.) Samstag den 30. November, 9 Uhr vormittags, feiert Kurt Münz, Sohn des Bibliothekars der israelittfchen - Kultusgemeinde Dr, Bernhard Münz, int Gemeindetempel, 18 Bez., Schopenhauerstraße 39, seine Barmizwah. Haag. (Sir Alfred Monds Zuwendung - an den Jüdischen Nattonalfond.) Das Grundprinzip des Jüdischen Nationalfonds- — Erwerb von Land in Palästina als Gemeinschastscigentum des jüdischen Volles — hat dieser Institution bereits die besondere Liebe und Anhänglichkeit der breiten Massen gewönnen. Im Zusammenhang mit den' umwälzendeii Ereignissen, die dem JN- ' ungeahnte Perspektiven eröffnen, ist er auch den vermögenderen und einflußreichen.jüdischen Kreisen nähergebracht worden. Die Folge ist, daß nun Zuwendungen und Sttftungen seitens jüdischer Korporationen und einzelner Juden häufiger werden-. Nach einer dem Hauptbüro des Jüdischen Nationalfonds im Haag zugegangenen Meldung Hat jüngst der Minister für öffentliche Arbeiten, Baron Alfred Mond, bekanntlich auch Herausgeber der „Westminster Ga- *) „Die Gemeinde der Chassidim." 200 chassidische Geschichten, a«s welche ihre' Lehre, ihr Leben und ihr Treiben zu erkennen ist, nebst einer einleitenden geschichtlichen Darstellung der chässidischen Bewegung. zette", sich. verpflichtet, durchs, fünf Jahre je fünftausend Pfund-. Sterling dem Jüdischen Nattonalfond zuzuwenden. . Diese Spende Von insgesamt 25.000 £ ist die größte seit Bestehen des Jüdischen Nätionalfynds; seine Eingänge, die seit 1917 bereits den Jahresbettag von zwei Millionen Francs erreicht haben, setzten sich vornehmlich aus kleinen und kleinsten Spenden r zusammen. Folgende größere Zuwendungen ragten in den letzten Jahren hervor: Francs 200.000 von Lord Mayor Jacob Moser, Bradford, für das Gebäude, des hebräischen Gymnasiums in Jaffa; Frcs. 130.000 von Baruch Cahane aus Rumänien; Mk. 54.000 von einem anonymen Stifter. Wien- (Große K i n d e r - C h a n u k a sie i e r i n-W re n). Der Verein „Jüdische Kinderfreunde" veranstaltet am Sonntag, den 1/ Dezember, in dem Reichshallen eine ChaNukafeier für Kinder mit folgendem Programm: J. Entzünden der Lichterdur^b Herrn Oberkantor Morgenstern; 2. Chorlieder: Der Chor des SyUagogensängerverbandes; 3. Chanukaerzähkung: Dr. H. Glanz; 4. Schauturnen des Ersten Jüdischen. Turnvereines; 5. „Aus bewegter Zeit," Chanukaschauspiel in zwei Akten von Frieda Mehler. Karten zu haben m R. Löwits, 1. Bez., Buchhandlung, Rotenturmsttaße 22. Wien-Josefstadt. Der Gottesdienst im Josefstädter Tempel wird bereits von den Kriegsheimkehrenden Kantoren Neu mann und Grob, versehen. Als Vertreter fungierte bisnun Herr S. Postolow aus Dubosar (Rußland) vom Kriegsgefangenenlager in Brunn a. G. . . Wie«. (Verein der Sabbatsreünde, II., Kleine Schisfg. 10.) Montag den 2. Dezember (5. Chanukaabend), halb 7 .Uhr-abends, .veranstaltet der Verein mneu -Vortragsabend im Festsaale des „Baierischen Hof", II., Taborstraße 39. Herr Alfred Meißner, Beamter der israelittfchen- Kültusgemeinde, wird über „Die Auf- * gaben der Sabbatfreunde in der Gegenwart und nächsten Zukunft" - sprechen. Anschließend Diskussion. Gäste willkommen. Wien. (An die Hausierer Deutschösterreichs 1) Behufs Stellungnahme zu den durch die jüngst.eingetretenen politischen Ereignisse, deren Folgen den Hausierhandel bedrohen, beruft der „Erste osterr. Rechtsschutzverein für Hausierer" für Sonntag, den 1. Dezember l. I., um 2 Uhr nachmittags, im Saale des Hotel „Arko", II., Rotensterngasse 7 A, eine allgemeine Hausiererversammlung und ladet alle Hausierer, zur massenhaften Teilnahme höflichst ein. Tagesordnung: 1. Die Republik Deutschösterrei'ch und der Hausierhandel. Referent Herr S. A. Freund. 2. Die Organisation. der Hausierer, besprochen vom Staatsrät Herrn Dr( Julius Ofner. 3. Diskussion. Hausierer! Mit Rücksicht oarauf, daß es sich my. Euere Existenz und wichtige Instruktionen handelt, erscheint in'Massen Spende« für den Lcopoldsiädter Tempel. Deni Komitee (II. Tempelgasse-3) sind in der abgclaufenen Woche nachstehenden Spenden Zugekommen: Herr Wilhelm Kufsner 10 3000, Herr Armin Boschan 500, Herr Alexander Zöllner 100, Herr Julius Schick 100, Herren Max und Julius Toch 100, Herr Oblt. Wilhelin Kürth 10.0, Herr Eduard Elbogcn 100, Herr I. Hönich 50, Herr Alfred Spitzer 50, Herr N. Stein 50, Herr Professor Dr. M. Sternberg 50, Herr Alfred Eisinger 10, Herr Ludwig Böhm 5, Frau Johanna Zeilinger 10, Herr Ignatz Wiesenberg 20, Herr Isidor Ernst 30, Herr Siegmund Blau 10, Herr Friedrich Löwy 30, Herr S. Wolkenfeld 20, Herr Moritz Rosenblatt-10, Herr I. Grünberger 10, Herr Ludwig Steiner 10, Herr Samuel Galitzenstein 20, Herr Adolf Lvwyn 10, .Frau Wilhelminc Schaar 20) Herr Friedrich Weiß 10, Herr Isidor Morgenstern 40, Herr Arthur Barber 20, Frau Attna Weiner 10, Herr Berthold Löwy 10, Herr Moritz Buchwald 10, Herr Leop. Karpeles 20, Herr Benjamin Marbach'10, Herr Alexander Kohn 5, Herr- Heinrich Roseuberg 20, Frau Jenny Herrmann 4, Frau Anna Bick 20, Frau Amalie Steiner 20, Herr Bernhard Feiermann 5, Herr- Josef Blau 10, Frau Regine Mandel 10, .Herr Arnold Guimanu 30, .Frau Amalie Basch 5, Herr I Rosenzweig 20, Herr Rudolsi und Frau Ella Adler 40, Summe K 4714.—, bisher ausgewiesen X- 956.128'80, Gesammtsumme K 960.842'8Q. - NerzeiMttis her ^eriunsieueu . - . Vom 10. bis 16. November' 1918. 7 . Herrn arm Bodek 36 Jahre, EvaLolivka geb. Reich,' Buchhaltersgatttn 37, Hirsch Duckler 68, Oskar Telsscher, .Privatbeamter 31, Bernhard Lederer gewes. Kaufmann 74, Klara Rund 69^ Adolf Blatt, Handlungsgehilfe 46, Hermine Gold, Schneiderin 19>' Regina Lauser geb. Golda.cker 71, Jakob Frankl, Private 76, Rosa Therese Altnrann, Zahntcchnikerswitwe 81, Berta Tanne, Kaufgattin 47, Leon Schreier, Kausrnnnn 35, Julius Proßnitz, ohne Berus 17, Karl Redl, Privat, 78, Regine Grüner, Hausbesitzersgattin,. 66, Katharina Kapelle, Schriftsetzerswitwe, 71, Rudolf Berger, Beamtenskind, 5, Rudolf Schimmerling, Praktikant, 15, Rudolf Kalisch/ - Fabrikant; 54,Therese Materno, Private 69, Josef Kluger, Kürschnexgehilfe, 27, Rosa Schapira geb. Holpern, Kaufman'nswitwe, -69/ Sabine Flederspiel, Private, l3, Irina Schnek geb. Klamper, Brant-' weinschenkersgatün, 32, Rahel Reihs, ohne Beruf, 50, Eduard' Stern, Kanzleiexpedient der Nordbahn, 65, Olga Pollak, Studentin/ 24/Hersch Goldberg^ Kausniann, 73, Klara Kohn, Privat,-32, Siegfried Kohn, Privat, 75, Heinrich' Bauer/ L,^Jnft. d. J.-R. 90,"2. E^ K. Civil'Schneider, 22, Therese Frankfurter geb. Straffer, Pflegling, Walter Schneider, ohne Berüss 1, Hermann Löwy/ MehlhändD ler; 73, Netty Frankl, geb -Spinner, Prodüktenhändlerswitwe W

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