Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1918
- Issue
- Heft 21 (18.10.1918)
- Date
- 1918-10-18
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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yx. 21. Die rüqhchrit Geittz 7. gesamten Vorstand deS Tempels mit dem Obmanne Leopold Spira, .den I. Sekretär der israelitischen Kultusgemeinde Dr. Emil Adler, den Präsidenten des österr.-ungar. KantorenvereineS, Herrn Jakob Bauer, Oberkantor Morgenstern und zahlreiche Kantoren. Rabbiner Dr. A b e l e s hielt an dar Brautpaar eine herzliche Ansprache. I. Kantor Matyas sang die Hochzeitsgesänge in Vertretung des -durch Krankheit verhinderten Oberkantor Baffer mit Chor und Orgelbegleitung in ausgezeichneter Weise. Wien. (Mädchen-Uuterstützungsverein.) In Anbetracht der inS Ungeheure steigenden Preise für Bekleidungsstücke und der Notwendigkeit altes Material in wirksamer Weise auszunützen, steht sich der Verein veranlaßt, wie alljährlich auch dieses Jahr Sonderkurse für bereits im Berufe stehende Frauen und Mädchen, die das Kleidermachen für eigenen Bedarf erlernen wollen, zu eröffnen. Die Kurse finden an Bor- und Nachmittagen statt. Der Unterricht wird wie an allen Schulen dieses humanitären Vereines unentgeltlich erteilt. Einschreibungen unter Mitbringung des Schulzeugnisses zwischen 11 bis 1 Uhr vormittags in der Schulkanzlei, DL, Seegaffe 16 a. Im Vorbereitungs- und Einjährigen-Kurse der Handelsschule sind noch einige Plätze frei. Wien. (Kaiser Franz Josef I. Huldigungstempel, II., Pazmanitengässe 6.) Ein überaus schwerer Schicksalschlag traf den im Felde weilenden Oberkantor Herrn Josef Giblichmann. Der Urlaub, der demselben infolge Ansuchens des Vorstandes über die Feiertage bewilligt worden war, ging am Simchat Thora zu Ende, an welchem Tage er von seiner der vollsten Gesundheit sich erfreuenden Ehegattin Abschied nehmen mußte. Und dieser Abschied war ein ewiger. Donnerstag, am 10. Oktober, ist Frau Anna Giblichmann im Alter von 28 Jahren nach dreitägigem Krankenlager durch die heimtückische Krankheit hingerafft worden. Mehrere telegraphische Benachrichtigungen konnten den mittlerweile an einer Augenentzündung erkrankten Oberkantor nicht erreichen, weshalb der Vorstand selbst mangels jedweder Verwandtschaft in Wien das Leichenbegängnis am 13. d. M. veranstaltete. Der Gesamtvorstand mit dem Präsidenten, Herrn kaiserlichen Rat Adolf Wenger, und den Vizepräsidenten, Herrn Oskar Schramek, an der Spitze, sowie ein Großteil der Vereinsmitglieder und Tempelbesucher mit ihren Gattinnen nahmen an dem Leichenbegängnisse teil. Die Trauerrede hielt Vereinsrabbiuer Herr Dr. S. Funk, der selbst von innerer Rührung übermannt, die überaus große Zuhörerschaft zu Tränen rührte. Für die beiden der Mutter beraubten kleinen Kinder wird vom Vorstande gesorgt werden. Der Präsident, Herr kaiserlicher Rat Adolf Wenger, hat mit einer namhaften Tempelspende den Anfang gemacht und Obmannstellvertreter, Herr Oskar Schramek, sowie das Vorstandsmitglied Herr David Tänzer haben das schöne Liebeswerk fortgesetzt. Das Ergebnis desselben soll dem Oberkantor als Angebinde eingehändigt werden. Trotz alledem ist rin änßerst glückliches Eheleben und ein bisher ungetrübtes Familienglück zerstört und vernichtet. Wien. (Botschaftssekretär Tewsik Bey Davoud.) Freitag, den 11. d. M., wurde auf der türkisch-iiraelitischen Abteilung des Zentralfriedhofes die Leiche des türkischen Botschaftssekretärs Tewsik Bey Davoud zu Grabe getragen. Der Verblichene erfteute sich in weitesten Kreisen großer Wertschätzung und Beliebtheit. Anwesend waren r der ehemalige türkische Botschafter Kiazim Bey, Prinz Benajad, Botschaftsrat Fuad Bey, der Erste Sekretär der Botschaft Chakir Djemal Bey, Sekretär Ferid Bey und der türkische Botschaftsimam Mehmed Redjai Effendi, der türkische Generalkonsul Hüsny Bey, die Konsuln Horner, Marco Effendi und Bondy Bey, Advokat Dr. Libitzky, der Vorstand der türkischen Gemeinde, ein Vertreter der deutschen Botschaft, Vertreter des Auswärtigen Amtes und des diplomatischen Korps, zahlreiche Mitglieder der türkischisraelitischen Kolonie und viele persönliche Freunde des Verblichenen. Nachdem Oberkantor Bauer unter Assistenz des Kantor Lewit die Gesänge des Rituales vorgetragen, hielten Rabbiner Dr. Funk und Chacham Ovadia dem Verblichenen Nachrufe. Am Grabe nahm 'Botschaftssekretär Ferid Bey von dem Amtskollegen Abschied. Tewsik "Bey Davoud war ein naher Verwandter des zum Großwesir der Türkei ausersehenen Tewsik Pascha. Oberhollabrun. Als äußerst seltenes Vorkommnis sei verzeichnet, daß infolge des nicht eingetroffenen Schachrisvorbeters, unser allverehrter langjähriger Kantor und Religionslehrer, Herr S. Jellinek, am verflossenen Versöhnungstage die Funktionen Kol Nidre, Schachris, Mussaf, Mincha und Neila, das Maskirgebet in ausgezeichneterweise ausgeführt hat. Der sehr beliebte Funktionär wurde für diese Meisterleistung allseits beglückwünscht. Literatur. Aus Anlaß des 100. Geburtstages (16. Dezember d. I.) von weiland Moritz Deutsch, Oberkantor der Breslauer Synagogengemeinde, erscheint zum Besten der „Hilfskaffe für israel. Kantoren und Kultusbeamte und deren Witwen und Waisen in Deutschland" im Berlage vou C. Boas, Berlin, Neue Friedrichsstraße 69, eine Gedenkschrist von Aron Friedmann, Königl. Musikdirektor. Dieser LinweiS dürfte für manche Gemeinde, Synagogengesang- und Literaturvereine genügen, um diesen Gedenktag feierlich zu begehen. Aviso an unsere geehrten AhonnenfenI Di? schriftliche« Mahnungen verursachen Hoste» und Arbeit, weshalb wir ans diesem Wege ersuchen, die Rückstände umgehend sreundlichst ein» senden zu wollen. Ebenso de« Abonnemeutsbetrag für das am 1. Oktober begonnene vierte Quartal begleichen zu wollen. Halbjährig.8 Kronen für Kantoren halbjährig . . 6 ,, Jakob Kauer KriegsroaisenStifkmg Die löbl. Gemeindevorstände, Private und Kantoren werden ergebenst ersueht, obige Wohl* tätigkeits-Stiftnng fördern zu wollen. Spenden erbeten an den Vereinskassier I. Kantor S. Jurberger, Wien, II., Tenrpelgaffe 3, senden zu wollen. Der Vorstand des österr.-ung. Kantoren-Vereines. Großer Konzerthaussaal 22. Oktober, 7 Uhr Konzert des Warschauer Oberkantors GERSON SIROTA Jüdischer Kultusgesano t.. Mitwirkend: Prof. JOSef Slllzer Programm: Weiss: Adon Olom. Lew: uvenucho jomar. Sulzer: Kol nidre. Josef Sulzer. — Low: Rachmono d’onej. — Sirota: Weschomru. — Sulzer: Sarabande. Offenbach: Musette. Josef Sulzer. — sirota: L’dor Wodor. — Rosowski: Haben jakir li. L. L : Dudelo. — Sulzer: Idyll im Thüringer Volkston. Popper: Vito. Josef Sulzer. — Schlossberg: Reze. Karten von K 16.— bis K 3.—, an-der Konzertkasse Gutmann, I. Bez. Kärntnerring Nr. 3. SYNASOGEN-VEREIN „BETH ISRAEL“ nach polnisch-jüdischem .Ritus, Wien, IL, Leopoldsgasse Nr. 29. Kundmachung. Ans dem Kaiser Franz Josef I. Regierungs-Jubiläums-Heirats-Ausstattungsfonds gelangt pro 1918 ein Betrag von K 500 an ein armes, braves, jüdisches Mädchen, das sich im Brautstande befindet, zur Verleihung. Die an das Vereinssekretariat, Wien, II., Leopoldsgasse 29, bis 10. November 1. J. einzureichenden Gesuche müssen folgende Beilagen enthalten: 1. Geburts¬ und Armutszeugnis, 2. Nachweis des Brautstandes und Namen sowie Beruf des Bräutigams, 3. Nachweis, ob die Braut Eltern hat oder verwaist ist, 4. Nachweis ob der Vater der Braut Mitglied des Vereines „Beth Israel*4 ist oder war. Die Trauung des Brautpaares, dem diese Stiftung zuerkannt wird, wird im Dezember 1. J. in der Vereinssynagoge unentgeltlich vollzogen. Wien, im Oktober 1918. Der Vorstand.