Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1918
- Issue
- Heft 20 (4.10.1918)
- Date
- 1918-10-04
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Sk. 20. Die Wahrheit Seite 7. Gstjüdisches. Bon khaim Bloch (Delatyn) nach den in dem hebräischen Sammelwerke der „Einfachen Gelehrtengesprache" von Schles und Ettinger enthaltenen Sprüchen bearbeitet. An einem empfindlich kühlen Sommertag vermied er Rabbi Jonathan nicht, sich in ein Wintergewand zu hüllen Als ihn ein Freund aufmerksam machte, daß er sich der Ge fahr aussetze, daß auf ihn das Wort der Weisen: „Dem Esel ist auch in der heißesten Jahreszeit kalt," in Anwendug käme, erwiderte er: „Ich deute das Wort anders, natürlich: Ein Esel ist der, welcher sich im Sommer kalt sein läßt und sich in ein warmes Gewand zu hüllen schämt." * * * Rabbi Jeheskiel Landau stellte einmal ein Gemeindemitglied zur Rede, weil er nie einen Armen zu Tisch lud. Dieser führte zu seiner Verteidigung an: Lehrten doch die Weisen „Ehre ihn und verdächtige ihn!" Der Rabbi erwiderte: Doch, du mußt zuerst ehren und dann erst verdächtigen; wenn du aber bisher nicht den Versuch gemacht hast, den Armen zu ehren, wie unterstehst du dich ihn zu verdächtigen?" Verschiedene Nachrichten. Wie». Oberrabbiner Dr. Chajes beginnt mit den Freitag- Abend-Predigten im Stadttempel am Freitag, den 4. Oktober 1918. Wien. Sonntag, den 6. Oktober 1918, halb 5 Uhr nachmittags, findet die Trauung des Kantors Jakob Roth mit Fräulein Regine Last im Brigittenauer Tempel, XX. Kluckygasse statt. Wien-Mauer. Im Mittelstands-Sanatorium fand in Anwesenheit überaus zahlreicher Andächtigen am Schemini-Azeres- Tage die Gedächtnisfeier, arrangiert von dem verdienstvollen Schulmann Herrn Josef Baß statt. Die erhebende Festrede, die Herr Lehrer Baß hielt, übte eine ttefgehende Wirkung aus. Wien. Die Einschreibungen für den Unterricht an der Bibelschule der israelittschen Kultusgemeinde ü. Rembrandtstraße 39 findet statt: Sonntag, den 6. Oktober 1918 von 9—11 Uhr, Mittwoch, den 9. Oktober 1918 von 2—4 Uhr. Der Unterricht ist unentgeltlich. Wien. Die Einschreibungen für den Unterricht an der Bibel- und Talmudschuld, II. Tempelgasse 3 finden am Montag, den 7. und Mittwoch, den 9. Oktober 1918 zwischen 5—6 Uhr im Beth- Hamidrasch-Lokale, EL. Ferdinandstraße 23 statt. Baden. Am 10. v. M. wurde hier die im 77. Lebensjahre sanft entschlafene Frau Ester Hinde Schorr aus Przemysl, Mutter des bekannten Gelehrten und Professors Dr. Moses Schorr, am israelittschen Friedhofe provisorisch beerdigt. Die Leiche wird sodann nach Wunsch der Verstorbenen bei Eintritt normaler Verhältnisse exhumiert und nach Przemysl überführt werden. An der Bahre standen in Trauer gebeugt 3 Söhne (der 4. und jüngste ist unlängst auf dem Felde der Ehre gefallen), 3 Töchter und 1 Schwiegersohn. Herr Oberabbiner Reich hielt eine ttefergreifende Gedenkrede und Rabbiner Dr. Samuel Rappaport aus Zloczow, ein Freund des Hauses Schorr, entbot namens aller Freunde der Verewigten den letzten Abschiedsgruß. Unmittelbar vor der Beisetzung gelobte Professor Dr. Schorr im eigenen Namen wie auch namens seiner Geschwister unter Ausdruck kindlichen Dankes an die Heimgegangene teure Mutter, daß sie bestrebt sein werden, die von ihren Eltern erhaltenen Grundsätze der Religion auch ihren Kindern einzuimpfen. In allen drei Trauerreden wurde das fromme, tugendhafte und wohltätige Leben der verblichenen Greisin geschildert. Wien. Am 11. v. M. fand unter großer Beteiligung das Leichenbegängnis des Herrn Jaques Pardo statt. Der Verblichene erstellte sich durch seine Herzensgüte und Wohltättgkeitssinn vielfacher Sympathien und Wertschätzung. Er war der Sohn des vor 40 Jahren in der türk, sephard. Gemeinde wirkenden Chasans Haim Pardo. Unter den zahlreichen Trauergästen bemertte man den Präsidenten der Chewra-Kadischa Herrn Lazar Sussin, die Vorsteher Sal. Hassan, D. Canetti, I. Amudaj, D. Alasdraky. Die kantorale Funktion versah Oberkantor Bauer unter Assistenz des Kantors Löwit, den Nachruf hielt Chacham Owadja. Wien. Michael Kohl, der im II. Bezirk bestbekannte Opttker starb im 70. Lebensjahre am 23. August eines plötzlichen Todez. Der Verblichene war ein frommer wohltätiger Mann, viele Jahre, im Vorstand des Bethausvereines „A g u d a s Achim" tätig. Beim Leichenbegängnisse hat sich auch der Gesamtvorstand und der Großteil des Bethaufes, sowie eine große Anzahl von Trauergästen eingefunden. Herr Pereles trug die üblichen Trauergebete vor. Unermüdlich tätig für die bedrängten Glaubensbrüder in Jerusalem war er ein gesetzestteuer Jude und ein stets hilfsbereiter Wohltäter verschämter Armut. Ein ehrendes Anderen ist ihm gesichert bei all denen, welche ihm näher standen. Seinem einzigen Sohn, Leutnan t. .OSkar, kam von vielen Seiten große Teilnahme zu. Aviso an unsere geehrten Abonnenten! Die schriftliche« Mahnungen verursache« Koste« und Arbeit, weshalb wir auf diesem Wege ersuche«, die Rückstände umgehend freundlichst einsenden zu wollen. Ebenso de» Abounemeutsbetrag für das am 1. Oktober beginnende vierte Quartal begleichen zu wollen. Halbjährig.8 Krone» für Kantoren halbjährig 6 „ Jakob Saner Kriegsrvailen-Stiftirng Die löbl. Gemeindevorstände, Private und Kantoren werden ergebenst ersucht, obige Wohltätigkeits-Stiftung fördern zu wolle«. Spenden erbeten an den Vereinskassier I. Kantor S. Jurberger, Wien, H., Tempelgasse 3, senden zu wollen. Der Vorstand des österr.-ung. Kantoren-Vereines. Als langjähriger ärztlich empfohlener —= offeriert sich KARL FREUDMANN, Leipnik-Mähren. - ' 2 L m V» V . ~ Vollständige Liturgie. (Sabbat, Fest- und Casualgesänge nach traditionellen Melodien). Für Chor, Solo, Quartette und Recitative mit und ohne Orgelbegleitung, sowie sämtliche ft 12*32 für das ganze Jahr. Komponiert und herausgegeben von Oberkantor H. Bermann, B.-Leipa. Preis für das zweiteilige Werk: für Gemeinden 100 K, für Kantoren 80 K. Zu haben im eigenen Verlag des Herausgebers. EHRENTAFEL FÜR GEFALLENE Der diesjährige „Jüdische Kriegskalender“ enthält eine Ehrentafel für Gefallene. Die Angehörigen werden um Angabe der Vor- und Zunamen, Wohnort, Alter, Charge und Tag des Todes ersucht. Zuschriften sind an Herrn Redakteur MAX HICKL, Wien, VIII. Bezirk, L e r c h e n g a s s e Nr. 6a, erbeten Alle Arten Syn agogen- Stickereien für Tallesim, Tefilinbehälter, Thora - Mäntel, sowie Monogramme und moderneHandarbeiten, werden prompt und billigst ausgeführt. Auch werden Renovierungen von Synagogen- Teiephon 44.609 Stickereien übernommen. Telephon 44.609 Lea Löwy, H, Krummbaumgasse Iß