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Die Wahrheit · 1918-08-23 · Heft 17 (23.8.1918) · page 6

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1918
Issue
Heft 17 (23.8.1918)
Date
1918-08-23
Page
– (sequence 6)
Language
German
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TW? Seite H rvirtschcht unkundigen Leute - ohne Hilfe nicht norankämen. Mmr hattet in. jefc* jüdische Kolonie zwei oder drei deutsche Musterbauern gesetzt, 'die ihnen Mt Rat und Tat zur Seitstchen sojüen. Gewöhnlich war aber der Gang der Dinge dann so, daß die jüdischen Ansiedler doch zum gelernten Handwerk mch Berns zuruckkehrten und lieber den Deutschen ihr ßonb zur Bearbeitung nerpachteben. Nur wenige jüdische Älonisten besaßen die Energie, die zum Erlernen der Landwirtschcchl: gehört, die auch em Umformen des ganzen Menschen und seiner Denkweise erfordert, besaßen die Wetter- MiArit und Harte, sich" Schollenkrästigkeit zu erwerben. Fragt man so unter den Leuten herum, so geben die meisten die Tatsache auch zu. Andere wieder sagen stolz, die Großvctter hätten die deutschen. Muftersiedler wohl nötig gehabt, vMMden dieLantnvirtschast jetzt so gut vder beffer cäs die Deiüschen. Nur fehlte es ihnen an Land. Das NM bei manchen auch stimmen, und wir hören nachher auch das Vlrteil der deutschen Kolonisten über die Juden- Wonien, das ähnlich lautet: einzelne hätten es zu etwas Mbracht, weil sie Liebe zum Land hatten, landwirtschastliche Fähigkeiten mit streberischem Geist des Vorwärtskommens verbanden, aber die' meisten seien keine Ackerbauer und würden es nie; als geschloffene jüdische Bauernkolonie im ganzen könnten die Dörfer nicht Bestand haben. Die Kraft der deutschen Bauernsöhne, die, wenn es am Dnjepr nicht geht, lieber nach Sibirien auswandern, um sich dort Hof uttd Heim zu begründen, die fehlt jedenfalls den Kindern der jüdischen Ackerbauer fast vollkommen. Aber einsichtige deutsche Kolomsten sprechen damit nicht das letzte Wort über die jüdischen Kolonien, sie halten mit dem Urteil zurück : die Regierung hätte die Leute nicht so sich selbst überlasten dmstev, man wird nicht von heute aus morgen Landwirt, man kann nicht mit ein paar Mustersicklern eine Gesellschaft von Händlern und Handwerkern in wenigen Jahren zu Bauern.umformen.'; man hätte sie vie! straffer beaufsichtigen sollen, hätte sie oder zum mindesten ihre Kinder in Schulen nachlemen.lasten sollen, was . ihnen an Erfahrung abging. So wie es jetzt ist, wird die Folge nur die sein, daß in der nächsten Generation doch wieder die Rückwanderung zur Stadt emsetzt, der man durch die Ansiedlungsversuche eben begegnen wollte. Wir folgen der Einladung, uns ein paar der Wohnhäuser der Kolonisten anzusehen. Äußerlich machen sie oft einen etwas verwahrlosten Eindruck. Die Leute entschuldigen das damit, daß die Bolschewisten gerade die jüdische Kolonie besonders bedrängten, daß die Einwohner alle viele Tage lang in die WÄder flüchten mußten, während die Roten Garden dann schonungslos in ihrem Eigentum hausten. Ganz scheint aber der äußere Verfall der Häuser, scheinen die Lücken in den Strohdächem und Scheunen doch nicht nur ach diese Tatsache zurückzüführen zu sein. Dagegen ist eS im Innern sauber und reinlich. Die Wände sind frisch gekaltt, die Betten sind sauber überzogen und hoch aufgeschichtet, die Tische und Stuhle sind gescheuert; es unterschewet sich hier kaum etwas von den gutgehaltenen Anwesen . mtderer Bauern, wenn auch an Wohlstand und Ordnung ein beträchtlicher Unterschick zu den deutschen Häusern bleibt. Immerhin ist hier nichts zu finden vom Schmutz städtischer Wohnungen, die Handwecksstuben sehen ordentlich, aus, die StAle ffrtb gut gehalten, der Gesamteindruck ist nicht eben ungünstig. Verschiedene Nachrichte«. ' Wien. Am 29. August 1918 begeht Dr. Alfred 'St e r n, Präsident.der Wiener israelittttschen Kultusgemeinde, in .'voller körperlicher und geistiger Rüstigkeit seinen 87. Geburtstag, Wie». (Obe rrabb in er Dr. GL d e m a n »-Stiftung der W reu er israel. C h e w r a K a b is ch a.) Der Vorstand der Wiener israel. Chewra Kadischa beschloß in einer letzthin abgÄhaltenen Sitzung, zur dauernden Ehrung des Andenkens deS Ehrs^mitgliedes der Chewra, Oberrabbiner Dr. Moritz Güdemann s, A. zwei Sttftungck zu errichten : 1. eine „Oberrabbiner Dr. MoritzGüdemann-Bettstistuug" für das "Erholungsheim der Wiener Nr. 17. israel,. Chewra. Kadischa in Baden bei Wien; 2. eine „Oberrabbiner W>MchupSHtuntz^.-.-Mk-''etzMt^ Kapital vonL 300V, derck Erträgnisse jewells cmr Jahrestage : an arme jüdischevorzugsweise kranke Gelehrte, zur Verteilung gelangen sollen. , Wie«. (Tr auergottesdienst.) Dienstag, den 27. d. M., 6. Uhr abendsfindet im Tempel, I., Seitenstettöngaffe, ein Requiem für den verewigten Öberrabbiner Dr. Moritz Güdemann s. A. statt. Die Trauerrede hält Öberrabbiner Dr. Chajes. Wie«. Am 14. August ist nach längerem Leiden Herr Theodor K o h n, Bethausvörstand der israelitischen Kultusgemeinde, im 77, Lebensjahre gestorben. Der Verblichene, ein Bruder des verewigten Vizepräsidenten Landesschulrat Dr. Gustav K o h n, war durch eine'lange Reihe von Jahren ein eifriges Mitglied des Bethausvorstandes und erfreute sich durch sein rühriges Interesse für die Allgemeinheit sowie durch seine "liebenswürdige Hilfsbereitschaft großer Sympathien in den weitesten Kreisen der Gemeinde, Düs Leichenbegängnis fand am 18. d. M. unter zahlreicher Teilnahme der Representanten der Gemeinde am Zentralfriedhofe statt. Wie«. (Todesfall.) Freitag, den 9. d. M., starb Nach längerem Leiden Herr Isaak Schiller, Erster Kantor der Wiene^ israel. Kultusgemeinde i. P., im 74. Lebensjahre. Dreißig Jahre wirkte der Verewig te im Stadttempel als Nachfolger Adolf Fischers in hervorragender Weise. Isaak Schiller war ein ausgezeichneter Interpret Sulzerischer Weisen, welche er mit seiner reichen Begabung an Chasonus derart in Einklang zu bringen verstand, daß er die Bethausbesucher zur Andacht stimmte und den Ihm obliegenden Teil des Gottesdienstes würdevoll zu gestalten. vermag. Montag, den 12. d. M., um halb 10 Uhr vormittag, fand vom Trauerhause, IX., Thurngasse 15, das Leichenbegängnis Unter großer Teilnahme statt. Unter den vielen Trauergästen bemerkte man anßer den Berufskollegen, die im Ornat erschienen, Kultusvorsteher Landesschulrat Dr. Markus Spitzer, Regierungsrat Ignatz Wilhelm, Vizepräsident des Bethausvorstandes Anton Beck und Vorsteher Dr. Elias Münz, Sekretär der israel. Kultusgemeinde Emil Engel, den emerit. Oberkantor Redakteur Alois Kulka, Ortsschulrat Adolf Rotier, Professor Kanitz u. v. a. Im Trauerhause hielt im Namen des Kultus- und Bethausvorstand.es Dr. Markus Spitzer einen warmen Nachruf. Auf dem Zenträlfriedhof hielt Se. Ehrw. Herr Rabbiner Dr. Feuchtwang eine ttefempfundene Gedenkrede. Sodann sprach der Vizepräsident des Bethausvorstandes Herr Anton Beck rührende Abschiedsworte. Im Namen des Kantorenvereines und der Kollegenschaft sprach in Verttetung des zur Kür weilenden Präsidenten Oberkantor Bauer Herr Kantor' Isidor Löwit. Die Trauergesänge rezitierte Erster Kantor Matyas mit dem Tempelchör in würdiger Weise. 5 ." . Anglo-Oesterreichische Bank. Zufolge Beschlusses der am 2. Mai 1918 stattgehabten ordentlichen Generalversammlung unserer Aktionäre und der. diesbezüglich erhaltenen Vollmachten Bringest ItJtr behufs Durchführung derErhöhung des Aktienkapitals von 130,000.080 Krotten <Mtf 150,000.000 Kronen, 83.333 «e«e, mit je Krönen 240 — volleingezahlte Aktien zur Ausgabe. Den Inhabern der dermalen im Umlaufe befindlichen 541.667 Aktten (Nr. 1 bis 541.667) wird das Bezugsrecht auf diese 83.333 Stück neue Aktten, welche an dem Erträgnis der Bank vom 1. Juli 1918 an partizipieren, ^.zum Preise von K 500 — pro Aktie zuzüglich 5°/0 Zinsen von diesem Bettage ab 1. Juli 1918 in der Weise eingeräuryt, daß je - 13 alte Aktien das Anrecht zum Bezüge von zwei neuen Aktien oder auf Wunsch des Besitzers je V alte Aktien das Anrecht zum Bezüge einer neuen Aktie geben. Akttenbruchteile oder Zerttfikäte aus Bruchteile von Aktten werden nicht ausgegeben. Die Anmeldung des Bezugsrechtes Hat bei sonstigem Verluste desselben vom 17. bis inklusive 28. August 1018 bei der Liquidattrr der Anglo-Oesterreichischen. Pank in Wien, I. Stt'auchgässe 1, und bei allen Wechselstuben und Filialen. ' Zur Geltendmachung des Bezügsrechtes sind die Aktien ohne Kuponbogen mittels einfacher Konsignätton einzureichen. Die Akttenmäntel werden nach Vornahme einer die erfolgte Ausübung, des Bezugsrechtes ersichüich. machenden Abstempelung zurückgestellt werden. Formulare her Konsignätton werden.bei den Anmeldestellen ausgefolA. Bei der Anmeldung des Bezügsrechtes sind auf jede zu beziehende Neue Aktte X200 — zuzüglich 5°/0 Züisen vom 1. Juli 1918 anzuzahlen. Den Herren Aktionären wird freigestellt, gleichzeittg mit der Anmeldung, des Bezügsrechtes die neuen Aktien vollzuzahlen öder , wann immer innerhalb'der Zeit vom 17, Hügust 1018 bis 28. August 1918 den Rest von X 300—, zuzüglich'5°/0 Zinsen von diesem Betrage vom 1. Juli 1918 emzuzatzlen. -'Eine weitere Frist zur Vollzahlung kann, nichteingeräumt werden'.. Bei Fristversäumung gehen sämtliche aus der Anmeldung stammenden Rechte verloren und es verfällt dieerlegte Anzahlungzu Gunsten.des Reservefonds der Bank. Die Bollzahlung der Aktten hat ausschließlich Sei jenen Stellen, bei welchen die Anzahlung geleistet würde, zu erfolgen. Gegen Rüchahlung der die Bollzahlung aüsweisendenBestüttgung, beziehungsweise Bestätigungen, werden die Neuen Aktten nach Ferttgstellung bnden betteffeyden Anmeldestellen aüsgefölgt werben. Wien, 14. August 1918. Anglo-Oestkmielchlfche Bank» Die. Wahrhett

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