Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1918
- Issue
- Heft 6 (22.3.1918)
- Date
- 1918-03-22
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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SM» fe: VtzWWHM m.* 6.^ Wien-Mariahilf. Die vom Vorstände des Mariahilfer Tempelvereines km vergangenen Somttctg im Tempel in der Schmalzhofgafie veranftalielte Trauerandacht für weiland SimoüDüstmann gestaltete sich zu einer überaus weihevollen und erhebenden Pietätstundgebung für den Heimgegangenen Sangmeister in Israel. Die stilvoll drapierte Anöachtsftätte war von einer vornehmen Trausrgemeinde buchstäblich überMt; als Vertreter' der Kültustzemeinöe war Hxrr Kultusvorstand Max Zirner erschienen, als Vertreter des Tempelvereines die Herren Präsident Hofmann, Straßburg, Weiß u. a., die ehrwürdigen Rabbiner Dr. Bach, Reich, Dr. Taglicht mit Gemahlin, Herr Präsident Dr. Löwy für den Humanitätsverein, Frau Jermy Weiß für den Mariahilfer Tempelverein, la s. Rat' Direktor Simon Heller, Direktor Hecht, der Gesamtvorstand des Mariahilfer Tempelvereines und der größte Teil der Mitglieder. Nahezu vollzählig war die Kantorenfchaft unserer Gemeinde unter Führung der Herren Oberkantoren Präsidenten Jakob Bauer und Don Fnchs erschienen und bekundeten auch auf diese Weise die besonderen Sympathien, die sie, dem Verblichenen bewahrt haben. Nach Vortrag eines Psalmes durch den Tempelchor mit Orgelbegleitung, der durch seine hohe künstlerische Leistung gleichsam den Zoll tiefster Dankbarkeit seinem verehrungswürdigen, Heimgegangenen Führer darbrachte, wurde durch Herrn Oberkantor Morgenstern in ergreifender Weise das Seelenlicht entzündet. Die nun folgende Gedenkrede des ehrwürdigen Rabbiners Dr. DrobinSky war durchweht von tiefer Empfindung; andachtsvoll lauschte die erlesene Trauerversammlung den Worten des Redners. Zum Schlüße rezitierte Oberkantor Morgenstern das „El mole rachamim" meisterhaft und wirkungsvoll. Wie». Die Leitung der Bibelschule im Kaiser Franz Joseph 1- Huldigungstempel veranstaltet am 1. Pessachtage, Donnerstag am 28. März, nachmittags '/,5 Uhr, nach dem Minchagebete eine Sed ers e i e r für die Schuljugend, wozu allgemein die Einladung ergeht. Wie». Der Kantor im XU. Bezirke Döbling, welcher über Einladung der k. k. Jsr. Militärseelsorge in Wien an den vergangenen hohen Festtagen den Gottesdienst für die isr. Soldaten versah, erhielt als besondere Anerkennung für diese Leistungen von Seite der isr. Militärseelsorge nebst ehrenvoller Zuschrift einen silbernen Pokal mit Widmung. Wie«. Samstag, Schabbes hagodaul, nachmittags 4 Uhr, hält Herr Rabbiner Dr. Salnmon Funk im Kaiser Franz Joseph I.- Huldigungstempel, II., Pazmanitengafse 6, einen halachifchen Vortrag üb«: das Chemez-Verbot am Pessach (Pefiachim 2a, 4b und 6b). Wie«. (Plaketten des Kaisers und Kaiserin.) Kaisertreue hat in diesem Kriege mannigfache Ausdrucksformen erfolgreich gesucht. Zu den populärsten Mafien-Symbolen zählen die ausgezeichneten Plaketten des Kaisers Karl und der Kaiserin Zita, die namentlich in der Armee Eingang gefunden haben und die Kappen der Offiziere wie des einfachen Wehrmannes aus dem Volke zn HnndertMusenden zieren. Der wohltätige Zweck, dem die Veräußerung dieses Abzeichen gewidmet ist, sichert ihnen aber auch in den breitesten Schichten der Zivilbevöllerung stärkstes Interesse. Der Verkauf der Plaketten, Meisterwerke der Kleinplastik von der Künstlerhand des Profesiors Rudolf Marschall modelliert und vom Kaiser als offizielle Abzeichen erklärt, dient gleichfalls dazu, den „Kaiser und König Karl Kriegsfürsorgefonds" zu kräftigen, der sich bekanntlich die Fürsorge für die Soldaten im Felde, die Unterstützung von Witwen und Waisen Gefallener, die Verbesserung des Jnvalidenloses und insbesondere die Errichtung von Heilanstalten zur segensreichen Aufgabe gesetzt hat. Jeden einzelnen dieser Zweige und sie alle insgesamt fördert järer durch sein Schärflein, der die Plaketten des Kaiserpaares erwirbt. Das Abzeichen kostet eine Krone. Kein Zweifel, daß der Verkauf der Plaketten, der sozusagen einen Kaiser- Kronenfonds darstellt, auf die werktätige und begeisterte Anteilnahme der großen Mafien der kaisertreuen Bevölkerung zählen darf. Bade«. Anläßlich der glücklichen Entbindung unserer Kaiserin veranstaltete der Vorstand der israel. Kultusgemeinde Baden, sofort nach Verkündung dieser freudigen Nachricht durch Freudensalute, im Tempel einen Dankgottesdienst. Die Festrede hielt Ehrwürden Herr Wilhelm Reich. Gleich nach dem Gottesdienste wurde eine Festsitzung des gesamten Vorstandes in Anwesenheit der Beamtenschaft abgehalten. Der Präsident Herr Moritz Leitner hielt die Festrede. Auf das Huldigungs- und Wunschtelegramm an Se. Majestät erhielt Herr Moritz Leitner tagsdarauf folgende Depesche: „Herrn Moritz Leitner, Präsident der israelitischen Kultusgemeinde Baden. Hofstelle Baden—Wien. Seine k. u. k. Apostolische Majestät danken dem Vorstande der israelitischen Kultusgemeinde Baden huldvollst für die treuen Glückwünsche. Aus allerhöchsten Befehl. Kabinettskanzlei." Ne»-R«uß«itz. (A m t s j u b i l ä u m.) Der hiesige Oberkantor, Gemeindesekretär rc. Herr Leopold Stößler vollendet am 26. März d. I., am ersten Pefiachfesttage, das 50. Jahr seiner mehrfach durch Ah. Auszeichnungen belobten amüichen Wirksamkeit. Der greise Jubilar, -ein Mährer von Geburt, der Schule des verewigten Altmeisters Sulzer entstammend, erfreut sich völlig körperlicher und geistiger Frische und versieht sein durch die Kriegszeit gewachsenes Amt in bewährter Kraft fort. Bubäpest.. Am 2. März ist' in Budapest nach, kükzeiri Leidest» die Witwe des Herausgebers des „Egyenlöseg" . Max Szabolcsi, Nina geborene Tyröler, gestorben, Eine weitverbreitete,' angesehene! jüdische Familie ist durch deuToti dieser vornehmen, edlen Frau in! üefe Trauer versetzt worden, die von reiner unendlichen Schar von Bewunderern ihrer ausgezeichneten Charaktereigenschaften geteilt wird. Seit dem Ableben ihres von ihr angebeteten und mit Hin-! gebung betreuten Gatten, Max Szabolcsi, hat diese an Herzensgute und Edelmut so überreiche Frau nur noch aus dem Bewußtsein' i Lebenskraft geschöpft, daß sie dem Audenkett des ihr im Tode Vor- angegangenen am schönsten opfert, wenn sie seinen Söhyen als aufopferungsvolle Mutter, als treue Stütze zur Seite steht. Diese ihre Aufgabe hat sie bis an ihr Lebensende treuherzig erfüllt. Geistreich und klug, wohltätig und gastfreundlich, wurde sie von allen, die sie kannten, verehrt und groß ist der Kreis derjenigen, die durch ihren Heimgang die. verläßliche Ratgeberin, die Helferin in der Not verlieren. Sie stammte aus rabbinischer Familie und ist den Traditionen ihres Vaterhauses stets treu geblieben. Ein unabsehbarer Zug von Leidtragenden, die Nachrufe, die die Vorzüge der Verstorbenen würdigten, und die zahllosen Beileidskundgebungen, die der schwerbetroffenen Familie von den verschiedensten Körperschaften und Freunden aus allen Teilen des Landes zukamen, waren beredte Beweise der hohen Wertschätzung, der sich die Verblichene mit Recht erfreute. Spenden für den Leopoldftiidter Tempel. Dem Komitee sind in der abgelaufenen Woche nachstehende Spenden zugekommen: Von den Herren Emil & August Lederer, K 8000, Herrn Heinrich Landau 500, Herrn I. L. 200, Herrn G. Müller aus Warschau 50, Herrn Professor Dr. G. Alexander 50, Herrn Josef Mendrochowicz 1000, Herrn. Max Eisenklam 100, Herrn Heinrich Mandl 1000, Herrn Philipp Läufer 100, Herrn Direktor Gustav Korner 1000, Herrn Berthold Strebinger 100, Herrn A. Lauterbach 100, Herrn Johann Auerhahn 100, Herrn Ingenieur Wilhelm Hellmann 500, Herrn Anonym 100, Herrn Robert Beck 100, Herrn Ignaz Garrenberg 3000, Herrn kaiserlicher Rat Wilhelm Taussig 200, Herrn Siegmund Hayek 50, Firma H. Bauer 50, Herrn Ch. M. Weisser 50, Herrn Karl Ehrenzweig, Erhöhng auf 400, Herrn M. Marienberg 50, Herrn Josef Reinhalt aus Tarnow 50, Herrw Moritz Zwicker 100, Firnta Hilfstein & Länderer aus Troppaü 50, Herren Ludwig und Berthold Epstein 100, Frau Rosa Grün 50, Herrn Ignatz Weiß, als Ueberschuß des Losvereines 50.80, Herrn Dr. Adolf Stein 500, Herrn Anton Oesterreicher 50, Herrn Tr. Carl Mangold aus Stockerau, znm Andenken an Frau Betti Mangold 50, Herrn S. Fränkl 300, Herrn Ludwig Blum 50, Herrn Heinrich Stern 50, Herrn Dr. Bela Rosenthal und Frau 500, Herrn Oskar Alschech 50, Herrn Dr. Siegmund Stiaßny 50, Herrn H. F. 2000, Herrn S. Ratzersdorfer 50, Herrn Josef Friedler 50, Herrn Gympl Schnupftabäbk 50, Herrn Feibisch Rosenblatt 50, Herrn L. M. Schmiedt 50, Herrn Albert Kohn 50, Herrn Dr. Max Diamant 50. Israelitisch-theologische Lehranstalt Wien. T)as Sommer-Semester beginnt Freitag, den 12. April d. J. mit der Inskription der zur Aufnahme- Prüfung Zngelassen; die Vorlesungen nehmen Sonntag, den 14. April ihren Anfang. Wien, März 1918. Der Rektor: Prof. Dr. Adolf Schwarz' Zivnostenska Banka. Die Zivnostenska Banka in Prag erhöht ihr Aktienkapital von 100 auf 120 Millionen Kronen durch Ausgabe von 100.000 neuen Aktien ä 200 K. Nominale. Auf je fünf alte Aktien entfällt , eine neue. Die neuen Aktien, welche an den Erträgnissen der Bank ab 1. Juli 1918. partizipieren, werden den alten Aktionären zum Kurse von 285 K., den Nichtaktionären ä 310 K. überlassen. Die Subskriptionsfrist endet 28. März d. I. Die 50. ordentliche Generalversammlung der Bank findet am 4. April d. I. in Prag um 10 Uhr vormittags statt. Niederösterr. Eskornpte-Gesellschaft. Die stimmberechtigten Herren Aktionäre der Niederösterr. EskoMpte-Gesellschaft werden hiemit zu der. am 3. April 1918 um 5 Uhr abens,.ini Gebäude der Gesellschaft, 1. Bez.,Am Hof Nr. 2, stattsindenden fünfundsechzigsten ordentl. Generalversammlung eingeladen, in welcher folgende Gegenstände zur Verhandlung gelangen werden: 1. Rechenschaftsbericht und Bilanz für das Geschäftsjahr 1917; 2. Bericht des Revisionsausschüsses; 3. Antrag des Berwaltungsrates 'auf- Verwendung des Reingewinnes; 4. Wahl von Mitgliedern des Berwaltungsrates; 5. Wahl von vier Mitgliedern in den Revisionsausschuß (8 52 der Statuten). Die stimmberechtigten Herren Aktionäre, welche als solche drei Monate vor dem Zusammentritte der Versammlung in den Aktienbüchern der Gesellschaft eingetragen, waren »und an der Generalversammlung teilzunehmen beabsichtigenwerden hiemit eingeladeü, ihre Aktien bis längstens 20. März 1918/ l'Uhr nachmittags, bei der Liquidator der Niederösterreichischen. Eskolnpte-Gesellschaft zu erlegen. ’ ' r