Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1917
- Issue
- Heft 26 (28.12.1917)
- Date
- 1917-12-28
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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©ette 8. EirWshrheit Nr. 26. Wie«. Sonntag, hm 16. d.M. veranstaltete der neugegründete tzWUWvkrkin im rr. Kßz. eyM ThmMg-Ahkstd Md Wt somit $jßtt rrstepmale vor die Oeffenttichkeit. Nachdem der Schriftführer MS Vereines Herr Prof. Dr. Berthold Rosenstein Ke Erschienenen begrüßt, den Zweck. des Vereines dargelegt und dessen Förderrmg durch die Anw^mdeg erbeten hatte, zündete Herr Oherkantor Sex die ChkstMatichter an, sang mft ChorbMitung „LgwrMH >lo" und ^Muauz Zur Jeschüöthi" in der üblichen'Weise mit r klangvollen, schönen und rrästigen Stimme, worauf Se. Ehrsv. Herr Rabbiner Dr. Auchtwang in einer formvollendtten, geistvollen Md. stefempfundssNM Rede die Bedeutung der GhanukkaLchtex dtzrlegte, dann wurde den Kindern — 30 an der Zahl — eine reichliche Zause geboten, denn jede einzelne 'Dame hatte sich bemüht, so' viel all» möglich zu geben, um dgn „kleinen Gästen" einen „guten Abend" zu bereiten. Und die Kinder ließen auch durch eine Mitschülerin dem Vereine Dank aussprechen, andere wieder trügen Gedichte vor, einer sogar ein selbstverfaßtes. Es war wahrhaftig M «Lichtfest". Denn hefte Freude war über die Großen und über dre Minen gebxeftsst. Mie«. Am 30. Dezember l. I. findet die Kriegstrauung der Herrn Julius Zellnik, k. u. k. Oberleutnant i. d. R., mit Fräuftin Elly Lunzer statt. Hstiy«. Der Humanitäre UnterstützungSvexein dxr KploM-er in Wim vssranstoltet zu Gunsten heimkehrender Flüchtlinge UM 31. Dezember 1917, um 8 Uhr abends, itn großen Saale des „Cafe Fetzer,^ II., Praterstrafie 8, eine Große Sylvester-Feier unter Mitwirkung namhafter Knnfckrafte der Wiener Bühnen, verbunden mit reichhalttger Tombola. Juxbazar und Juxpost mit Prämien. Enttee- Karten zum Preise von Kronen 2.— sind im Vorverkauf an der Kaffa des Cafe Fetzer, in der Buchhandürng R. Löwit, I.„ Rotentzmnstraße 2g und bei den Vereins- und Komitee-Mitgliedern zu bekommen. Wie«. (Verband der israel. Religionslehrer a « d e n ö ster r. Mittelschulen.) I» der untep Vorsitz des OtzmWnes Rabbiner Dr. Rosenmann abgehaltenen letzten Ausschqß- MNg wurde mitgetkilt, daß nach lärmen Bemühungen gelungen rst vcchin zu wirten, daß seitens des Kultus- und Unterrichtsministeriums den nichtdefinitiven Religionslehrern an den Mittelschulen, uqofeoie sie im Hauptberuf tüttg sind, die gleichen TeuerungszuwGwie die d« Supplenten, zperkannt wpxden sind, u. zfv. vom 1. Juli 1917. — Von dex Abhaltung einer Aedes Verbandes wird auch heuer abgesehen werdey. t«z. Nach einer Reihe von Borträgen wurde am 9. d. M. im landschaftlichen Redoutensaale in Linz eine Makkabäerfeier veranstültrt, die eine» Erfolg in -jeder Hinsicht bedeutete. Alle Kreise her. hier anfäßigen Judenschast. anch die bisher fssrngebliebenen, zahlr«ches Mmtär aus Linz und den o.-v. Kriegsgefflngenlagern, jüdische Flüchtlinge, die in Oberösterreich untergebracht sind, sowie Vertretungen aus allen Orten der Provinz, wo Juden wohnen, wären erschienen. Eingeleitet wurde der Abend durch Herrn Oberkäntor Bernhard Löwensohu, der, begleitet von Frl. Irma Reustgdtl, in gewohnt formvollendeter Weise das „Moaus zur", sowie einen Pscllm zum Vorträge brachte und das erste Chanukalicht entzündete. Frl. Emmy Klauber, Mitglied des landwirtschaftlichen Theaters in Linz, sprach Hugo Zuckermann's „MaKabäer 5675" alS Prolog in einer, alle Herzen rührenden Weise. Frl. Klauber war stets eine treue Gesinnungsgenossin unseres StrebenS, sie ist uns gestern eine stammende Mahnerin geworden; mit Zuckttnnamfis Worten rief sie uns zu, welch weiter Weg unS noch vom Ziele trenne. Selten hat dieses Wort unseres Dichters eine feurigere und weihevollere Interpretation gefunden. Ein Klavierquintett der Herren Mqx Sonn, B«Aholl> LowenfÄd, Dawid Stößl und Rudolf Krebs, sowie Frl. Irma Neustadt!, brachte G. F. Händel's Hymne aus „Juda MaKabäus" wirkungsvoll zu Gehör. Herr Dr. Otto Abeles, Wien, hielt die Festrede. In packender Form schildert er den Äüffchwung oer Judenhert unter Juda MaRabiS Führung aus Schmach und Schande, und wiederum war es die Schande, so führte er aus, die aus Theodor Herzl den zweiten Makkabi formte, der das Judentum aus der Lethargie der Emanzipation, dem scheuen Verkriechen und Verstecken vor dem eigenen Volkstum, hinaufführen wollte, zum offenen, mannhaften Bekenntnis: Ich bin ein Juve. Das Herzliche Mort: „Wenn Ihr wollt ist es kein Märchen", — es ist Wirklichkeit geworden. Das hat unS auch dieser Abend gezeigt. Jeder einzelne von uns weiß heute, daß er sie wolle« muß unp dgruM will er. Die glanzenden Atzßsührungen des Redners lösten andauernden Beifäll und Begeisterung seitens des Auditoriums aus. Die schon früher erwähnten Pier Herren, unter Begleitung pon Frl Irma Neustadt!, trugen in prächtigen Zusammenspie! Salamyn Jtzbqssyhn: Quintett Nr. 8 in GMtzö, op. 126 vor. Die Leitung sek Mm SWßkklischev Vorträge wsr hei Herrn War SpstU von voxncherejn gut geborgen Wh konnte Hbenh mft dem Vorfrage von Mofenthal's ^Heimat jn"der'Hremhe" Wd' emer Ausl^e AuäWlMNsch« Äedichse. Dar MrträgMe «nchttz die ZusgimvengKörrHät der JwM ,K emPgartiger WMe km HPyueMn HMMfiein zp öriWesj. Mgetell^tt Perfall erytefe Herr HcrrÄerg für alle s«ne Darbietungen, ms'er'jedoch als letztsss Zuckermann's „Psalm" brachte, riß er damit sämttiche Anwesenden mit, zum Wunsche, zum Heßef, LM Schrxir „Erbaue Zion wieder«' Der Borttagende, der von den Linzern auf der Bühne gefeiert ist, überraschte burch das tiefe Erfassen und BerständniK der jüdischen Dichtung; an Men treffsicheren Interpreten konnte wohl nicht gedacht werden. Der Abend war M Triumph der Jugend. Was wtt junge Juden, pusgestpßep pop unserey MerSgeyoffen um unseres Bolkstuins willen, schon läng mit heißem Herzen gefühlt mnd «strebt haben, et dämmerte langsamer auch der alteren Generation heraufdie, erzogen in den Zeiten des LHerMflrus, lang M den, ist Ksndhkft und Jünglingsalter uufsmommmen Geharchn festhaltzen wollten. Her Krieg hat uns alle gereift unp gestern ram kkax Md deutlich das Bewußtsein: Nur' im Zionismus liegt unsere leibliche und moralische Erlösung. Lemberg. Der Direktor der Filiale Lemberg des Wien« Bankvereines, Herr Eugen Singer, ist mit dem Verdlenstttenz für Zipilverdftnste zweiter Masse ausgezeichnet worden. Herr Direktor Singer ist eist Sohn des Kais. Rates Oberkantor Josef Singer s. U. w Troppau. (Kaiserliches Geschenk an einen jüd. Flüchtling.) Mittwoch, den 12. Dezember fand in Komorau eine ebenso seltene als erhebende Feier statt. Seine k.u. k. Apostolische Majestät haben dem m der Gemeinde Kpmorqy untergebrachten Flüchtling Hofes Herjch-Weier aus Snczqwg in der Bukowina, der sieben Söhne im Felde stehen hlft, von denen emer den Tod fürs Vaterland erlitten hat, ein Geschenk von 500 Kronen und außerdem als Erinnerungszeichen eine rnit dem Allerhöchsten Namerrszuge gezierte silberne Taschenuhr huldvopst zu spenden geruht. Zur feierlichen Ueherreichung dieses Geschenkes hatten sich zu Komorau eingesunden: Der Amssleiter der k. k. Bezirkshauptmannschaft Troppau, Herr Bezirkskömmissär Dr. Kunz, der Referent für Flüchtlingswesen hei der Troppauer Bezirkshaupttnannschast Dr. Scherf, die Bertteter des Zenttalkomitees für Flüchtlingsfürsorge die Herren Dr. Sonnenschein, Siegmund Gold und Oberkantor Max Singernrann, der Gemeindevorsteher von Komorau Herr Harttnann mit den Gemeindeverttetern, Herr Schulleiter Hopp, der Flüchtlingskonimissär Herr tojel und eine große Unzahl von Flüchtlingen aus stomoran und .mgebung. Der Vertreter der Regierung, Herr Bezirkskömmissär Dr^ Kunz hielt bei Ueberreichung des kaiserlichen Gnadengeschenkes au den Flüchtling Hersch-Meier eine ttefempfundene, zu Herzen gehende Ansprache. Er rühmte die päterliche Fürsorge des Moriarchen für alle seine ftnteptanen, die keiqen Unterschied kenne hinsichtlich der Nationalität oder der Konfession, gedachte der Tapferkeit unserer Armee, die uns mit Siegeszuversicht erftille und hob schließlich die stets bewiesene Opferwilligkeit der Bevölkerung hervor. Das Vaterland schuldet einem Manne, der ihm sieben Söhne als tapfere und tüchttge Soldaten erzogen habe. Dank und Anerkennung. Dr. Sonnenschein dankte für den ttefgerührten Flüchtling icnd hob hervor, daß der huldvolle Gnadenyst Sr. Majestät dem Ausgezeichneten eip erhebender Lichtstrahl in der ttüben Zeit, die ihn vom heimatlichen Herd verbannte und ihn viel schweres Lech erdulden ließ, sein werde, an der er sich jederzeit mit Dankbarkeit erinnern möge. Herr Dp. Sonnnschein schloß seine Rede mit einem Hoch ans den Monarchen, m daß hie Anwesenden begeistert eiustsmmten. Am Schluffe her schönen Feier üherxeichte Herr $>« Sonnenschein dem Gemeindevorsteher von Komorau den Bettag vyn 100 Kronen zur Verteilung an die Armen der Gemeinde. Berztichttis der Werttorveiren Vym 9. bis 15. Dezember 1917. Helene Herrmann, H. a. Gattin, 72 I., Julius Kende, Buchhändler, 58 I.). Anna Heller geb. Kreidl, Private, 55 I., Hedwig Zenka, 4 I., Katharina Waffervogel geb. Ziegler, Private,'46 I., Ernesttne Händel geh. Weißgarten, Kaufmannsgattin, 71 I., Fritz Hirsch, Kaufmann, 66 I., Anna Munk, Kommerzialratswitwe, 83 I.", Josef Kpamer, Beamter, 30 I., Fanny Feil geb. Goldberg, AgentensgaMp, 51 I., Engenie Grünwald, Kaufmannsgattin, D I., Rosa Wiesesthier, Private, 71 I, Marie Hochbaum, Private, 64 I.,. Samuel Joseph, Kleidermacher, 72'I., Jakob Kleinberger, Buchhalter, 54 I., Nechume Schloffer geb. Gutwirt, Kaufmannsgattin, 7stkJ., Samuel Alexander Blnmmfeld, gew. Schuhmacher, 75 I., JufiuD Pftnnhnkr, 51 I., Markus Arnstssin, PapierhäMer, 66 9[.f Berta Perpän^ Weißnäherin, 54 I., Max Sylisch, Kontorist, 22 I., Anna Schöngut, Näherin, 53 I., Chane rsvtv Helene WinreMitz geb. Fotzlfttauch, Kaufmannsgattin, 48 I., Irene Fiedler geb- Angel, Bedienerin, 63 I., Adele Werner geh. Wieder, PflegfiM, 62 I,, Therese Ratzendorftx, 64 I., Eryestine Leindörfer geh. PsM, ohne Beruf,' 6K ' I,, Philipp Fleifchl, General-Bextreter, 82 I,, Ma Heivft geb. Rix, Haus'befitzersgattin, 62 I., Ferdinand Kraus, Privat, 69 I., Katharina Wasservogel geh. Hirsch, Privat, 102 I., Hernüne Hgiek, Dttektoxswitwr, 62 I., Bernhard Friedmann, m>- PxanntweiNichänker, 84 I., Fanny Berl geh. Kohn, KayftNMüKgattin, 66 I., Marie Wagner, Pfründnerin, 76 I., Bqruch Reichevbach, Privatbeamter, 78 I., Osias Hellmann, Kaufmann, 61 I., Michael Glaß, Kommis, 63 I., Josef Schleim, Kaufmannssohn, 2 I., Juljus Fjschl, k. k. Kommerziälxat, 66 I., Markus Goldstein, Fcwrikant, 75 I., Emapuel Johann Engel, Prwat, stud. jux., 3S I,, Mashilde Stiaßwa geb. Manuel, Kaffeesiedersgflttin, 58 I., Regine Horowitz,^Kind, 6 I., Friedrich Hofstnänn, Buchhalter, 2tz I., Jakob Angermann, Kaufmann, 63 I., Hersch Merlaub, Lehrer i. P., 67 I.