Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1917
- Issue
- Heft 26 (28.12.1917)
- Date
- 1917-12-28
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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.HsdMio» unp r>h»ijpiftrfitio„: Wen, ls.. Popükflgqsse 27 Sedakiiop Äülopiat 42.V8V. | «{»infniftratiou Um.. 47.554 | St. L överr. Voftsparkassaji SchxAKonio Nr. 100.9^8. g JulEiratc: | Dt» viermal grspaUrue | ||OH|)4>fiae^eiU 25 tptfifr. fl |R^func{iijtit$> ppd JuserlionS» | wtröfic nnd iu Wie» zahlbar | . ' ' ' ’ und klagbar. H «aßh^rgigs Kertfchnft für Mische Iitteresseu. KrschrinL jeden Are ring. Hatto: „Daa Siegel Hottet) ist Wahrheit!44 ( Bezugspreis: lva»zia-ri-.K I».- HalMtzri«.* 3.- Fiic KiiltuSbeamte: 1 <»a»,iShriL.K »S - 1 Für AuSltmd: | .10 Mark | 1 Kr 86 Mir«, 88. Dezrmtrer IÖ17. I «halt: WonrissflleM-Einlahurig. — Der pepe Wtwurf fstr ein österr. Lehrerbildungsgesetz. — Die Offenbarung. — Der neue Gesetzentwurf, betreffend die Kultusgemeinden in Oesterreich und der „Scholiach Zibbur." — Ostjüdisches. — Verschiedene Nachrichten » Jf Abonnements-Einladung. Are geehrten Kerren Aöonnenten werden um «Mgehpnde Erneuerung des AöpnnemeUts tür das am 1. Jänner 1918 beginnende l. Huartat ersuchtdamit die regelmäßige ßrpedition des Malles keine Zlntervrechnng erleide. f. k. Poftspgrkafsett-Konto 100.918. Ganzjährig K 16, halbjährig K 8, vierteljährig K 4. Die Administration Der «e«r G«tw«rf für ei« öftere. KehreeöUd««s»gefrtz> Die „Oesterr. Schulzeitung" brachte kürzlich die Mitteilung, daß im österr. Abgeordnetenhause eine Vorlage für ein österr. Lehrerbildungsgesetz bevorsteht, die hauptsächlich von solchen Volksboten gezeichnet ist, die dem bekannten christlichsozial-deutschnationalen Blocke angehören, wie Kemetter, Mprckhl, Neunteufel, Brandl, Schürl, Pantz, Dr. Waber, TVedra, Dr. Röster und Lodgeman. Die Aufmerksamkeit aller freiheitlich nnd fortschrittlich gesinnten Staatsbürger fordert jedoch die Tatsache heraus, daß auf der genannten Vorlage gnch die Namen: Dr. Neumann, Friedmann, Dr. Heilinger und Dr, Redlich prangen. Die Frage der staatlichen Lehrerbildung ist für den kulturellen Fortschritt des gesamten VolkSnachwuchfes derart wichtig, daß es wohl nicht überflüsig erscheint, sie auch in der spezifisch jüdischen Presse näher zu beleuchten. Vor allem muß es von allen Kennern der österr. Schulverhältnisse bedauert werden, daß nur ein Teil der so Nötigen Schulerpeuernng, die Lehrerbildung, gesetzlich reformiert werden soll, denn die ganze Schulgesetzgebung in Oesterreich ist sehr reformbedürftig und wenn ste wieder zerr splittert wird, dann kann das jo notwendige Reformwerk Unmöglich harmonisch und allseitig gelingen, um dm tatsächlichen Bedürfnissen gerecht zu werden. Wir meinten, man werde nach dem Kriege in Oesterreich das gesamte Volksbildungswesen, daß elementare, das Mittel- und Hochschulwesen gleichzeitig und zielgerecht wie aus einem Gusse nach allen Richtungen befriedigend zettgemäß reformieren. Noch urtter dem Regime des Ministerpräsidentm Grafm Ststrckgh arbeitete man bekanntlich sowohl im Ministerium fsir Kultus und Unterricht, als auch im erzbischöflichen Palais an einem neuen Schulgesetze. Die Vorarbeitm zu deer neuesten Lehrerbildungsgesetze soll nun der „Reichsverein dm österr. Lehrerbildner" ausgearbettet haben und daß diese Herren den katholischen Schulbestrebungen nicht etwa kulturkqrupflustig entgegentreten wollen, erhellt aus der Tatsache, daß im Gesetzentwürfe auch private auf konfessioneller Grurcklqge organisierte Lehrerbildungsanstalten zugelaffen werden. Freisinnige und fortschrittliche Staatsbürger solltm wohl schon im Interesse der Staatsgewatt von derselben energisch und eifersüchttg verlangen, daß sie selbst „die nöttgen Lehrkräfte" in eigenm staatlichen Lehrerbildungsanstalten heranbildm, wie dies der § 26 des R. V. G. dekrettert. Doch trotz der eindringlichen Lehren des Weltkrieges scheinen in Oesterreich Regierung und Volksverttetung ihre alte Unauftichttgkeit und Knauserei im Belange der allgemeinm Volksbildung und Erziehung noch nicht aufgegeben zu haben. Der größte Teil des jungen Lehrernachwuchses kommt tatsächlich bis heute in Oesterreich aus katholischen Privat-Lehrerbildungsanstalten, was ihm nicht zum Vorteile gereicht, weil an solchen Lehrerbildungsanstalten nach den bestehenden Gesetzen Lehrerbiloner wirken dürfen, die den staatlichen Lehrerbildnern an Fachwissen weit nachstehm. Für die jüdischen Staatsbürger ist schon die Tatsache mißlich, daß die Zäglingsaufnahme an solch« Lehrerbildungsanstalten nicht von der Eignung der Bewerber allein, sondern mehr noch von der konfessionellen und parteilichen Zugehörigkeit abhängt. Im Schulwesen sind die Juden in Oesterreich lange schon verkürzt und es ist für dieselben kränkend und unleidlich, wenn sie zum öffentlichen Schulwesen nur fleißig mitsteuern sollen, aber dazu schweigen sollen, wenn man in die öffentlichen Schulen konfessionell fanatisch herangebildete Lehrkräfte hineinstellt, die auch vom judenfeindlichen Parteigeist ergriffen sind. Verzichtet die Staatsgewalt für immer auf die Staatsschule in Oesterreich, die sie nur dann durchführen kann, wenn sie die Lehrerbildung nicht aus der Hcmd gibt? Der Gesetzentwurf sucht ferner die allgemeine Volksschule durch die Bürgerschule noch'mehr zu schädigen, als dies leider bereits der Fall ist, denn er beschränkt die Lehrbefähigungsprüfungen für allgemeine Volksschulen auf eine bloß pädagogische und methodische Prüfung und sogar örtlich, indem sie an der Schule abgelegt werden soll, an der