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Die Wahrheit · 1917-11-16 · Heft 23 (16.11.1917) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1917
Issue
Heft 23 (16.11.1917)
Date
1917-11-16
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8. Die Wahrtzdit Nr. 23. gedruckt ist, doch für die weltliches Bedeutung des Zionismus von allergrößter Wichtigkeit sein' kann; (Max Brod) „Zionismus ist die (aktive Einstellung des jüdischen Volkes. als eines sein Schicksal selbstbestimmenden Faktors in die Weltgeschichte.^ — Diese Worte sind treffend gewählt; ja, ich möchte behaupten, daß noch niemand vor Brod gewagt hätte, die Definition des Zionismus derart einleuchtend zu charakterisieren. Es isi ein Wagnis, weil Zionismus nicht als jüdische Partei, sondern als dem Judentum, dem heutigen Judentum, gleich bedeutend erklärt wird! Und diese Behauptung hat ihre Richtigkeit! B. b. I. NerschiedeUe Nachrichte«. LKie«. Freitag, den 16. d. M. halb 5 Uhr abends findet im Tempel IX. Bz. Müllnergaffe ein Festgottesdiensl anläßlich der Errettung Sr. Majestät des Kaisers aus Lebensgefahr, statt. Wie«. Ter Vorstand des Kaiser Franz Josef I.-Huldigungs- Tempels veranstaltet Freitag, den 16. November, abends %5 Uhr, aus Anlaß der glücklichen Errettung Seiner Majestät aus schwerer Lebensgefahr einen feierlichen T ankg ottesdienst. Wie«. (V. Spendenliste für den Leopoldstädter Tempel.) Dem Komitee sind in der abgelausenen Woche nachstehende Spenden zugekommen: Herr Dr. Felix Katzaü X 2600, Herr Sigmund Spiegel 1000, Herr Leopold Wilheim 500, Herr Theodor Gläser 500, Herr Siegmund Oppenheim 400, Firma Schwendenwein & Berger 500, Herr Theodor Klein 500, Herr Louis Waller 500, Herr kaiserl. Rat, k. k. Kommerzialrat Moritz Reif 1000, Herr Friedrich Freund 1000, Herr Dr. Eduard Thaler 500, Herr Viktor Nathansohn 500, Herr Siegmund Basel 1000, Herr Arnold 3!osenfeld 1000, Firma N. & S. Steiner 1000, Herr Edmund I minergut 400, Herr Dr. Bruno Pollack v. Parnau 2000, Herr kaiserl. Rat Ignaz Gewitsch 2000, Herr Simon Manheit 500, Herr Samuel Deutsch 1000, Herr Emmerich Kauders 1000, Herr Max und Frau Josefine Funk 1000, Herr Joses Reiniann 1000, Heer Oskar Schrame! 1000, Herr Dr. Julius Monath, nomine ^Abadie-Gesellschaft in. b. H." 2000, Firma Bunzl & Mach 2000, Herr Adolf Reiß 1000, Herr Heinrich Berger 500, Herr Oskär Tvnello 500, zusammen X 27.800, bisher ausgewiesen X 324.500, Gesamtsumme K 352.300. Wie«. Der Vorstand des Vereines „Maehsike Hadas“ zu* unentgeltlichen Ausspeisung armer jüdischer Flüchtlinge aus Galizien" hat den weltberühmten Tenoristen Oberkantor Gerson S i r o t a aus Warschau, der in Paris, New-Aork, London und anderen Hauptstädten mit schlagendem Erfolg gastier hat, für einen Abend- und Morgengottesdienst gewonnen. Herr Oberkantor Sirota wird dementsprechend am Freitag, den 23. d. Mts. um 4 Uhr 15 Min, abends und am Samstag den 24. d. Mts. um 9 Uhr vormittags im Saale „Bayrischer Hof", II., Taborstraße 9fr. 37, Eingang Augartenstraße mit seinem Chor unter Leitung des bekannten Komponisten und Chordirektors L ö w einen Gottesdienst abhalten. Karten sind zu haben: An der Kafia des Bayrischen Hofes von 10—12 Uhr vorm, und von 2 — 4 Uhr nachm, im Lokale des Vereines II., Obere Augartensttaße 9fr. ' 40. Das Erttägnis fällt den humanitären Zwecken des obgenannten Vereines zu. . Wie«. (Lese- und R e d e h a l l e jüdischer Hochfchüler in Wien.) Max Brod, der Dichter des Romans „Tycho Brahes Weg zu Gott" liest am Sonntag, den 18. November, um 11 Uhr vorm., in den „Wiener Kammerspielen", 1., Rotenturmstraße, aus eigenen gedruckten und ungedruckten Dichtungen. Die Veranstaltung ist zunächst für, die jüdische Jugend bestimmt, so daß nur an organisierte jüdische Jugendliche Karten abgegeben werden, Plätze zu K 3, 2 u. 1 sind unter Vorweisung der Vereins- Legitimaüon in der Buchhandlung R. Löwit, I., Rotenturmstraße Nr. 22, zu haben. Tie verbliebenen Karten werden als Gasttarten zum Preise von X 4 ausgegeben. Wie«. (Kaiserlicher R a t A d o l f Schramek s. A.) Aus besonderer Dankesschuld für seinen' verewigten Präsidenten, Herrn kaiserl. Rat Adolf Schramek, der durch 35 Jahre den Bethausverein in höchst umsichtiger und ersprießlicher Weise geleitet haterachtete es der Vorstand des Kaiser Franz Josef I.-Huldigungs- Tempels als seine Pflicht, auch die zweite, auf den 25. Cheschwan fallende Jahrzeit, durch Veranstaltung einer Trauerandacht öffentlich abzuhalten. An derselben haben neben sämtlichen Familienmitgliedern des Verewigten und Verttetern der Kultusgemeinde "und der Vereinsbethäuser der gesamte Bereinsvorstand unter Führung seines derzeitigen Präsidenten, kaiserlichen Rates Adolf Weng er, teilgenommen. Die israelitische Kultusgemeinde war durch die Vorstandsmitglieder Landesschulrat Dr. Markus Spitzer und Salomou Steiner vertteten. Die Gedenkrede hielt Herr Rabbiner Dr. Funk. Troppa«. Am 30. Ottober fand die Trauung des Frl. Olga Sing er mann, Tochter des in hiesiger Gemeinde und Stadt allgemein verehrten^ Obeickäntors, Mäx. Singermann-, mit ferrn Direktor Karl Sander aus Hudqlfstäl hei Reichenbflcg, att. Zur Feier erschien der Gesämtvorstand mit dem Präsidenten Dr Th. Sonnenschein an der Spitze, sowie die Nvtaölen der Stadt. Ltnz. Der von seiner Herzl-Gebenkrede des Vorjahres noch in bester Erinnerung stehende Herr Dr. Wilhelm Stein unternahm die schwierige Aufgabe, Sonntag, den 4. November 1. I. einen Vortrag „Vom Wesen des Judentums" zu halten. Das Thema, das bedeutende Anforderungen an die wissenschaftliche Durchbildung des Lebens stellt, wurde vom Genannten in geradezu glänzender Weise erfaßt. Einleitend vom Wesenssinne der Völker ausgehend, verbreitete er sich auf dem des Judentums im besonderen. Er sprach von den zerstörenden Arbeiten des 17. Jahrhunderts, wo es protestantische Theologen unternommen hatten, die Einheit der Bibel zu stören und aus ihr ein Wüstwerr von Geboten und Verordnungen zu machen. Indem er vorher noch den Orientalismus besprochen hatte, zeigte Redner, daß. wir uns Unseres orientalischen Zusammenhanges nicht zu schämen brauchen, denn die größte Weisheit, das tiefste Denken, die hehrste Spekulation war immer vom Orient äusgestrahlt. An ihr erwärmte sich die 'vielgepriesene Kultur Europas. Welchen Anfeindungen war Maimonides ausgesetzt, weil er das Judentum in einige Sätze zusammenpferchen wollte. Uebergehend in die Zeit, in der wir leben, gab der Redrer zu bedenken, daß wir nicht auf dem Boden einer Glaubensgenossenschaft, sondern eines immer mehr gesundenden Volkstumes stehen. An uns liegt es allein, die wichtige Stunde des Erkennens zu erfassen, denn das Judentum will auch innerlich gefunden sein. Seine glanzvollen, tiefdurchdachten Ausführungen fanden stürmischntt Beifall im überfüllten Saale. — Hieran schloß sich -eine Vorbesprechung zur Gründung eineszionistischen Volksvereines, die ebenso stark besucht war. Den zionistische Gedanke hat in unserer Stadt schon derart begeisterte Aufnahme gefunden, daß selbst die Schwierigkeiten, die sich,iner Gründung entgegenstellen, überwunden werden konnten. Nach den ungemein informierenden Darlegungen des Herrn Dr. Milhelin Stein, der über die allgemeine Lage der Bewegung referierte, schloß sich eine Diskussion, -bei der Herr Kultusvorsteher Schwager den Standpunkt der Kultusgemeinde präzisierte und dem neuerstandenen Vereine das Wohlwollen und die wärmste Förderung zusicherte. Eine, zirkulierende Liste zeigte, durch eine ausnahmslose Zeichnung als Mitglieder, daß die Bewegung in Linz auf fruchtbaren Boden gefallen ist. SIEBENTE OESTEBBEICmSCHE KRIEGSANLEIHE. , Steuerfreie 572% Staatsanleihe zu K 92.50 Steuerfreie 572% Staatsschatzscheine zu K 94 — Der Zeichner erhält eine Bonifikation von 72% und bei der amortisablen Staatsanleihe ausserdem eine einmonatige Zinsenbonifikation. Die Staatsanleihe wird in den Jahren f923 bis 1957 durch Auslosung getilgt, Die Staatsschatzscheine werden am 1. August 1920 zurückgezahlt. Zeichnungen und Auskünfte beim Postsparkassenamt und den Postämtern, bei den Steuerämtern, Staatskassen, bei der Oesterr.-ung. Bank und ihren Filialen, bei allen Banken, Bankiers, Sparkassen, Versicherungsanstalten, Kreditgenossenschaften und deren Verbänden. Begünstigungen der österr.-ung. Bank und der Kriegsdarlehenskasse bei Belehnungen zu Zeichnungszwecken. Zeichnungen vom 5. November bis 3. Dezember 1917. Meizeichilis der Perstorüenen Vom 4. bis 12. Sfrvember 1917. Dr. Henrich Eigdor, gew. Arzt, 55 I. Hersch Gold, 'Privatbeamter, 53 I. Jstwan Schiffer, Zögling, 22 I. Babette Koralek geb. Gellner, Geschäftsinhaberswitwe, 69 I. Rifka Borten geb. Zasurttönig, Hebamme, 70 I. Emil Schmerz, Geschäftsreisender, 36 I. Joefine Zinn, Kind, 2 Tage. Cäcilie Tauber geb. Freund, Private, 77 I. Anna Eisner geb. Palteer, Private, 32 I. Rest Weitzmann geb. Fuchsbalg, Private, 83 I. Samuel Fellner, Hilfsarbeiter, 70 I. Bernnhard Bernstein, Kontorist, 38 J.Loni Werner, Private- 35 I. Minära Grünwald geb. Goldmann, Kaufmannswitwe, 64 I. Josef. Schzof, mag. Kostkind, 1 Monat. Anna Stern, Private, 69 I. Elorä Hol^ erger. Mag. Pharm. 32 I. Simon Leiner, gew. Schänker, 22 .. Emil Berger, Jnfantrist des Jnft.-Regt. 4, 50 I. Golde Libe Karkminsky, Schustersmeistersgattin, 24 I. Johann Wiener, Kind, 2 I. Rosalie Wachsmann.geb. Basseches, Kaufmannswitwe, 78 I. Rudolf Roth, Kaufmann, 59 I. Georg Acs, Vater Rechtsanwdlt. 5 J. Herta Weiß, Vater Installateur, 3 I. Flora Stern, Kaufmanns, gattin, 46 I. Elias Leiter, Lehrer, 63 I.

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