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Die Wahrheit · 1917-09-21 · Heft 19 (21.9.1917) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1917
Issue
Heft 19 (21.9.1917)
Date
1917-09-21
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8. Die Wahrheit Nr. 19. Haußdorf aus Berlin, Bordfunker, zur Zeit in Döberitz, Leutnant Hemmerdinger, Infanterieregiment 28, tödlich verunglückt, Rechtsanwalt Kahn aus Stuttgart, Feldluftschiffer. Leutnant der Reserve Leopold, bei einer Fliegerabteilung im Westen, Leutnant Müller, Mitglied der Verbindung Salia in Würzburg, aus Hannover, vor einiger Zeit im Lustkampf gefallen. In der ersten Anzeige schreibt der Staffelführer Herr Oberleutnant Schwenden, daß Ernst Müller „als Beobachtungsoffizier bei der Staffel ganz hervorragenden und vorbildlichen Schneid zeigte" und eine „beste Stütze der Staffel" war, „stets bereit, sein Alles für das Vaterland einzusetzen". Leutnant der Reserve Ernst Müller war in einem Lustkampf bei Verdun mit seinem Flugzeug nach einen: französischen Treffer abgestürzt. In einer beschwerten Blechkapsel, die sie am 26. Dezember 1916 herunterfallen ließen, teilten die Franzosen mit: „lieber das Flugzeug C 1667—16: Am 9. November 1916 fielen Leuttrartt der Reserve Müller, Ernst, und Unteroffizier Christian Bemsel, Flugzeugführer, bei Verdun. Sie wurden an Ort und Stelle mit militärischen Ehren beigesetzt. „11s «e sont battu heroiquement." (Sie haben heldenmütig geWmpft.) In einem späteren Briefe an den Vater schreibt der Staffelsührer von Leutnant Emst Müller unter anderem: „Könnte ich ihm doch auch noch femerhin ein guter Vorgesetzter und ein treuer Kamerad sein, so wie damals, als er noch mit ungebrochenen Schwingen über dem rauchenden Schlachtfelde seine Kreise zog. Doch er hat uns ja seine ideale Begeisterung für sein Vaterland zurückgelassen, und so lebt er als Vorbild in uns weiter." Ein schöneres Denkmal kann einen: gefallenen Helden nicht gesetzt werden. Ernst Müller, der als Cand. med. eigentlich dem Sanitäsdienst angehörte, mewete sich sofort bei Kriegsausbmch steiwillig zmn Dienste mit der Waffe. Schon nach drei Monaten zum Offner befördert, kämpfte er unmtterbrochen in den vordersten Sitzen. Da aber bald der Grabenkrieg seinem Tatendrang nicht genügte, mewete er sich wiederhvtt und endlich mit Erfolg zur Fliegertruppe, Leutnant Adolf Neumann und sein Bruder Otto Neumann, bewe aus Frankfurt a. M., b« einer Füegerabteilung im Westen, Unteroffizier und Flugzeugfirhrer Perlhöster aus Breslau, augenblicklich bei einem Armeeflugpark im Westen. Unteroffizier Friedrich Rüdenberg, Gefreiter Hermann Schmidt aus Stuttgart, Flugzeugführer bei einem Kampfgeschwader im Westen, Flug- Maat Ernst Steinitz, Flug-Lehrer bei einer Flug-See-Station, Leutnant Strauß, bei einem Few-Lustschiffer-Tmpp, Gefreiter Unger, Flieger, jetzt bei einem Park im Westen. Diese Aufstellung, das Ergebnis einer kürzlich erfolgten Uorstage, das sich noch ständig vermehrt, erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, weder was die Zahl der jüdischen Flieger, noch weniger, was die erhaltenen Auszeichnungen betrifft. Uerschiedene Nachrichten. Wie«. Das Militärkommando hat auf Grund des Erlasses des k. u. k. Komm., Abtell. 10, Nr. 207.972, vom 28. August 1917, folgenden Befehl verlautbart: Sabbat- und Feiertagsruhe und rituelle Berköstigung für die auf Grund des KLG. orthodoxen Juden. Den in Arbeiterkompagnien, Werkstätten und Anstalten diensttuenden Juden orchodoxen Glaubens ist die Einhaltung der Ruhe an Sabbat- und jüdischen Festtagen durch entsprechende Arbeitseinteilung und entsprechend stärkere Verwendung derselben an Sonn- und nicht jüdischen Feiertagen zu ermöglichen und denselben, soweit es. nach ihrer Zahl und den zur Verfügung stehenden Einrichtungen möglich ist, eine rituelle Verköstigung zu gewähren. Zur Orientierung wird bekanntgegeben, daß der Sabbat und die jüdischen Festtage mit dem Eintritte der Dunkelheit am Vortage beginnen und mit dem Erntritte der Dunkelheit am Sabbat und am Schluffe des jüdischen Feiertages enden. Wie«. Der Vorstand des Kaiser Franz Josef I. Huldigungstempels hat bei der letzten anläßlich der hohen Feiertage stattgehabten Borstandssitzung stimmeinhellig beschlossen, den Oberkantor Herrn Josef Giblichmann, der seit nahezu drei Jahren im Felde steht und wegen tapferen Verhaltens vor dem Feinde mehrfach ausgezeichnet wurde, gelegentlich der Beurlaubung über die Feiertage zur Verrichtung seiner Amtssimktionen eine besondere Ehrung zu erweisen. Es wurde daher die vollendete zehnjährige Amtstätigkeit zum Anlaß genommen, um demselbn ein besonders schmeichelhaftes Anerkennungsschreiben samt einem ansehnlichen Ehrengescheenk zu überreichen. Wien« Am Sonntag, den 9. September, fand im Bethause des Bethausvereines „Tefillath Jeschurun," II., Sebastian Kneippgaffe 14, die feierliche Einweihung einer von dem Ehepaare Herr:: und Frau Bernhard Mayer, II., Molkereistraße 5, gespendeten komplett mit Goldmantel ausgestatteter „Sefer Thora" statt. In Anwesenheit des gesamten Vorstandes und zahlreich erschienenem distinguierter Gäste unternahin Herr Rabbiner Heschul Jizchok Meah aus Kopozinza die feierliche Weihe vor. Bei einem vom Gastgeber veranstalteten Mahle, wo Obmann-Stellvertteter Herr Sigm. Stark in einer erhebenden Ansprache im Namen des Vereines dem edlen Spenderpaare den Dank abstattete und Oberkantor Math. Balogh wirkungsvoll, unterstützt vom verstärkten Chore, die feierlichen Gesänge zelebrierte, wurde sodann in einem formierten Zuge unter Vorantritt des Rabbiners und zahlreicher Beteiligung der Prater Judenschaft die Sefer Thora persönlich von Herrn Berhard Mayer ins Bethaus gettagen. Daselbst hielt Schriftführer des Vereines Herr Leopold Altholz eine stimmungsvolle Dankrede,, in welcher derselbe die Verdienste der großherzigen Spender vollauf würdigte. Anläßlich seines Aufrufens zur Thora spendete unter anderem Herr Bernhard Mayer den namhaften Bettag von 1000 Kronen als Fond für einen Tempelbau. Der feierliche Gottesdienst von Herrn Rab. Heschul mit dem Minchagebete eingeleitet, übte auf alle Teilnehmer eine weihevolle Wirkung aus und fand mit der Absiugung der Vollshymne einen würdigen und erhebenden Abschluß. Um das Gelingen der schönen Feier hatte sich namentlich der Betyausvorstand Herr David Waldmann besonders verdient gemacht. Wien. (Hilfsaktion der Israel. Allianz zu Wien.) Das k. k., Ministerium des Innern hat an den Vorstand der Israel. Allianz folgenden Erlaß gerichtet: Zahl 50380. Wien, am 6. August 1917. Wie dem Ministerium des Innern bekannt, ist die geehrte „Israel. Allianz" in Wien seit Kriegsbeginn eifrigst und unter Aufwendung bedeutender Geldmittel bemüht, das ttaurige Los der israel. Flüchtlinge zu lindern. Dieses Hilfswerk stellt sich als eine wertvolle und überaus dankenswerte Ergänzung der staatlichen Flüchtlingsfürsorgeaktton dar. Das Ministerium des Innern nimmt daher die Mitteilung des in der Generalversammlung vom 25. Juni 1917 erstatteten 44. Jahresberichtes gerne zum Anlasse, um der geehrten Israel. Allianz den Dank für ihr ersprießliches Wirken zugunsten der israel. Flüchtlinge auszusprechen. Wien. (Jüdischer Nationalfonds.) Die Spendeneinnahmen des INF ergaben im August den Bettag von M 222.323. Der Anteil der einzelnen Landessammelstellen ist folgender: Rußland M 139.100, Oesterreich M 51.094 (besetztes Gebiet M 9246), Deutschland M 11.606 (besetztes Gebiet M 2748), Nordamerika M 6572, Südafrika M 4358, Ostasie M 3468, Argentinien M 2259, England M 1872, Griechenland M 449, Südslavische Länder M 433, Schweden M 392, Holland M 326, Bulgarien M 150, Belgien M 96, Dänemark M 71, Frankreich M 57, Aegypten M 26. Die Spendeneinnahmen des INF vom 1. Jänner bis 31. August 1917 bettagen M 1,055.305. Wr.-Neustadt. Mittwoch, »den 12. d. M., ist unser ehrw? Rabbiner Benjamin Weiß nach 47jährigem segensreichen, dem Wohle der Gemeinde gewidmeten Wirken im 70. Lebensjahre gestorben. Wir verloren in ihn: die Zierde, den Stolz und tätigen Berater unserer Gemeinde und wir beklagen das Hinscheiden des edelsten und besten Menschen, dessen Herz stets für alle Unglücklichen geschlagen hat. Seinem letzten Wunsche, gemäß wurde der Verblichene unter imposanter Teilnahme der Gemeinde ohne größere Trauerfeierlichkeiten am hiesigen israel. Friedhofe zur ewigen Ruhe bestattet. Sein Andenken und seine guten Werke werden in der. Gemeinde fortleben. - Budapest. (Kriegszus chläge für Kultusbeamte.) Aus Budapest wird gemeldet: Entsprechend einem Beschlüsse der Konferenz der israel. Kultusgemeindebeamten sprach kürzlich eine Abordnung beim Kultusminister vor, um von der Regierung die Zubilligung von Kriegszuschlägen zu erbitten. An Stelle des erkrankten Kultusministers empfing Staatssekretär Johann Toth die aus den: Gemeindesettetär der Pester israel. Kulmsgemeinde Dr. Julius Weißburg, dem Oberkantor Lazarus und dem Schriftführer der Kecskemeter israel. Gemeinde Julius Viranyi, bestehende Deputatton, der er versprach, innerhalb der Grenzen der Möglichkeit für die günstige Erledigung der vorgettagenen Bitte einzutteten. Funktionen an den hohen Festtagen: An den hohen Festtagen fungieren im Konzerthause (großer Saal) : Rabb. Dr. Grunw ald, Oberkantor Marge n st er n und I. Kantor I u r b e r g e r. Im mittleren Saal: Prof. Dr. Kupfer, die Kantoren Friedländer sowie Kantor Kirschner vom Leopoldstädter- Tempel. Im kleinen Saal: Rabb. Dr. G e l b h a u s, I. Kantor Rosenberg und Kantor Schwalb. Im große« MnfikvereirÄsäal r Rabb. Dr. K a m i n k a, Kantor Funke vom Leopoldstädter-Tempel, und W. Skolnik.

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