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Die Wahrheit · 1917-07-13 · Heft 14 (13.7.1917) · page 3

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1917
Issue
Heft 14 (13.7.1917)
Date
1917-07-13
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Redaktion »Mb -lduiinistration: Wien, II., Novaragasse 27 Teievbon: Redaktion ilutouiat 42.889. fibniiitifnrntiou Silit. 47.654 K. k. Stzerr. Posijparkassa- 8check»Konlo Nr. 1V0.SI8. Inferatr: Die viermal gesvaltene Ronvarellle-Zeiie W Heller. RbonneineiitSniib ZnsertionSbelräge sind in Wien zahlbar und klagbar. Haaöhängige Keitschnft für Mische Irrtere^eu. Erscheint jeden A.r e 11 a g. Motto: „Hae Siegel (-»oltea ist Wahrheit!“ Bezugspreis: lüaiijirt&ri«.Ü IB.— Halbiährig.K 7.80. Fin. JtuttnSbeamte: Ganzjährig.K 10.— Für Auslund: Ganztährig.8 Mark 6 Nudel oder >6 Fee». Ur. 14. Wien, 13. Inli Inhalt: Abonnenients-Einladung. — Schmerzliches und Erfreuliches aus den letzten Wochen. — Israel. Allianz zu Wien. — Kantorale Wissenschaft. — Verschiedene Nachrichten. — Aufruf. — Oesterr.-ungar. Kantoren-Berem._ Abonnements-Einladung. Die geehrten Kerren Abonnenten werden um umgehende Erneuerung des Abonnements für das am 1. Juki 1917 begonnene lll. Huartal ersucht, damit die regelmäßige Expedition des Mlattes keine Unterbrechung erleide. Abonnements-Bedingungen: Kanzjährig Kr. 15.— Kalbjäyrig Kr. 7.50, Fnerteljährig Kr. 3.75. K. k. Poftsparkafsen-Konto 100.1M8. ■- Vrobenummern gratis zur Verfügung. Die Administration. Schmcrrliches und Erfreuliches au» de« letzten Woche«. Das Schmerzlichste für die nun schon 3 Jahre durch den blutigen Weltkrieg schwer geschädigte Menschheit des ganzen Erdballes ist die Tatsache, daß die so nahe geschienene Hoffnung auf baldigen Frieden wieder in die Ferne gerückt wurde. Englands Regierung stemmt sich immer noch hartnäckig gegen Friedensverhandlungen und Lloyd-George treibt seine diplomatische Lügenkunst so weit, Deutschlands kriegerischen Einbruch in Belgien nachdem der Krieg bereits ausgebrochen war, mit einem verbrecherischen mit Mord verbundenen Hausfriedensbrüche in eine Linie zu stellen. Tie vorangegangene „Einkreisung" Deutschlands und Oesterreich-Ungarns sollte wohl jedermann bereits begriffen haben, ebenso die gewaltsame Hineinpreffung neutraler Staaten in den blutigen Krieg zu ihren Gunsten und die Vergewaltigung Griechenlands, wo man offen den Herrscher absetzt, weil er sich nicht pressen läßt und mit dem Hochverräter Veniselos gemeinsame Sache macht. Die erpreßte, wenn auch vorläufig noch wenig wirksame Kriegshilse Nordamerikas und die Tatsache, daß es noch gelang, die russischen Heere an der galizischen Front vorzutreiben, sacht den Kriegswillen der Machthaber der Entente wieder an. Von deutscher Seite klingt nun schon ein stolzes, kriegerisches Echo zurück und der Haudegen Hindenburg meint: „Die Regierungen, die Armeen und jeder einzelne in den Völkern Deutschlands und Oesterreich-Ungarns sind bereit, einzustehen für das gemeinsame Wohl vis zum Aeußersten möge kommen, was wolle!" Stimmt dies auch restlos mit den Aeußerungen der deutschen und österreichisch-ungarischen Sozialdemokratie und vieler bürgerlicher Pazifisten? Wissen die schneidigen Heerführer auch, daß nun die Leiden der Zivilbevölkerung im Hinterlande die tapferen Kämpfer an der Front bereits übertreffen? Stolze Soldaten haben wohl ein Recht darauf, kampfbereit zu bleiben, aber die Friedenssehnsucht der gequälten Zivilisten sollen sie nicht etwa nach dein Muster der englischen und französischen Machthaber zu verdächtigen suchen. Das arme russische Volk hat nun schon schwer unter dem inneren Kampfe der Parteien zu leiden und eS ist vorläufig noch nicht abzusehen, wie sich dort die Verhältnisse schließlich gestalten werden, Gebe Gott, daß die revolutionären Pazifisten, denen eS bereits gelungen ivar, einen Miljukov und einen Gutschkov im Kabinette zu stürzen, auch noch die Kraft aufzubringen, die Kriegsverlängerer Kerensky und Lwow zu Paaren zu treiben. Dann wäre der Weltkrieg bald zu Ende, denn ohne russische Hilfe kann die Entente ihre kühne Kriegsunternehmung nicht weiter fortsetzen. Die amerikanische KriegShilfe ist noch weit im Felde und erscheint militärischen Fachmännern wohl zu — windig. Sehr erfreulich wirkt die Tatsache, daß die Demokratisierung Oesterreich-Ungarn bereits energisch eingesetzt hat und durch den letzten Amnestieerlaß Sr. Majestät Kaiser Karl 7. hochherzig unterstützt wurde. Für die jüdischen Staatsbürger Oesterreichs gewinnen in dem angezogenen Erlasse folgende Kaiserrvorte besonderen bleibenden Wert: „Tie Politik des Hasses und der Vergeltung, die durch unklare Verhältnisse genährt, den Weltkrieg auslöste, wird nach dessen Beendigung unter allen Umständen und überall ersetzt werden müssen durch eine Politik der Versöhnlichkeit." „Dieser Geist muß auch im Innern des Staates vorwalten." „ES gilt mit Blut und Einsicht und in wechselseitigem Entgegenkommen Dölkerwünsche zu befriedigen." Des Kaisers Zuversicht, daß nun alle österreichischen Völker und insbesondere alle Deutschen und ihre Vertreter durch maßvolle, die Staatsinteressen fördernde Haltung bei der Neuordnung der Dinge an der Schwelle einer neuen Zeit patriotisch Mitarbeiten wollen, scheint wenn auch langsam in Erfüllung

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