Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1917
- Issue
- Heft 13 (29.6.1917)
- Date
- 1917-06-29
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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I SM 8 . ."!'C ’ Me Wahrheit Nr. 13. und allseits anerkannte Tätigkeit enZMete hat sich auch Htm die Organisation der Kinderbekleidungs-Vereine in Wien große Berdiwste erworben. DLr aufrichtigen Trauer über den Heimgang dieses wackeren Mannes hat im Namen der zahlreichen Freunde und Verehrer desselben das VoAtarchsmitglied des Vereines „Treübuftd", Herr Ignaz Glück, beim Leichenbegängnisse beredten Ausdruck gegeben. Wie«. Am 25. d. M., fand unter zahlreicher Beteiligung das Leichenbegängnis der Frau Fänni Bauer, Gattin des Herrn Adolf Bauer, statt. Rabbiner Dr. Grunwald hielt der Heimgegangenen pMr Nachruf, in dem er die Tugenden und schätzenswerten Eigenschaften dieser tüchtigen und braven Frau würdigte, die ein arbeitsvolles Leben hinter sich hatte und ihrem Manne eine liebevolle Gattin, eine zärtliche Mutter und ihrer Mutter eine aufopfernde Tochter war. Die kantorale Funktion versah Oberkantor Morgenstern in erhebender Weise. Wie«. Am 14. Juni l. I. wurde ein wackerer Mann zu Grabe getragen. Es ist dies der 80jährige, zuletzt im Wiener israel. Versorgungshaufe wohnhaft gewesene, Leopold L ö w y. Er verlebte eine harte Jugend in feiner Vaterstadt Preßburg, erlernte das Büchbinderhandwerk, ,'diente beim Militär und heiratete eine Witwe mit 3 Kindern, mit der er in Wien in der Seegasse im IX. Bezirke 33 Jahre als selbständiger Buchbinder und Papierhändler lebte. Er ernährte seine Familie anständig durch seiner Hände Arbeit und verheiratete auch feine Stieftochter mit einer ansehnlichen Mitgift. Rüstig bis ins hohe Alter mußte er endlich fein Geschäft wegen Ausmietung aufgeben und wurde in die israel. Altersversorgung ausgenommen, wo er jahrelang als Tempeldiener und Totenwächter Dienste leistete. Die Kriegsnot mit chrer Lebensmittelknappheit hat wohl sehr Ende beschleunigt. Löwy war ein prächtiger, selbstbewußter jüdischer Arbeiter — Prolet mit stolzem Herzen: Wer ihn näher kannte, mußte ihn liebgewinnen. Er war. einer derjenigen Juden, die die Judenfeindschaft zum Schwinden brächten, wenn alle Glaubensgenoffen ihnen gleich wären. Wie«. (Später und S-o h n ausgezeichnet.) Feldwebel Rudolf F r e i w i r t h (Cafetier, II., Praterstraße 48), erhielt das eiserne Verdienstkreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille. Sein Sohn Fähnrich Erwin Freiwirth erhielt die silberne Tapferkeitsmedaille; derselbe erhielt schon ftüher die bronzene Tapferkeitsmedaille für tapferes Verhalten vor dem Feinde. Wie«. Der int zweiten Bezirke in weitesten Kreisen bekannte Kaufmann, Herr Sigmund Planer, ist in Anerkennung seiner mannigfachen gemeinnützigen Tätigkeit von Sr. Majestät dem Kaiser durch Ernennung zum kaiserlichen Rat ausgezeichnet worden. Wien. Sonntag, den 24. Juni l. I., fand im Restaurant Hotel „New-Iork" die konstituierende Generalversammlung des Vereines „Jeschurun", die Organisation für die thoratreue Jugend, ttttt. Die zahlreich besuchte Versammlung wählte an die Spitze des ereines Herrn Sigmund Bondi, dessen Persönlichkeit und Familientradition Gewähr bieren für das Wirken der Organisation nach dem Primzipe: „Torah im derech erez.“ Mit Freude wurde von der Versammlung zur Kenntnis genommeu, daß Herr Josef Weißkopf K 8000.— und die Firma Jakob Neurath X 2000.— für die edlen Zwecke des Vereines spendete, undader Hoffnung Ausdrnck verliehen, daß die Opferwilligkeit oberwähnter Männer Nachahmung finden werde. Die allgemein kundgegebene Begeisterung berechtigt zur. Hoffnung, daß der Verein, der die Pflege jüdischen Wissens und jüdischen Geistes, hauptsächlich in den Reihen der thoratreuen studierenden Jugend bezweckt, mit dem Beginn des nächsten Schuljahres im kommenden Herbste seine segensreiche Tätigkeit im vollen Umfange wird aufnehmen können. Wie«.. (Ch ewra K a disch a, Wien.) Ein ungenannt sein wollender Wohltäter hat der Chewra Kadischa in Wien für ihr Baden, Braitnerstraße 23, befindliches Erholungsheim einen Betrag von 10.000 Kronen als Beitrag für eine Erweiterung dieses Heimes gewidmet. Mit dieser hochherzigen Spende erscheint eine Aktion eingeleitet, deren Dringlichkeit sich während des nunmehr viejährigen Betriebes in unzweifelhafter Weise erwiesen hat. Die Bitten um Aufnahme in das Heim sind derart zahlreich, daß mit den vorhandenen Räumlichkeiten auch nicht annähernd das Auslangen gefunden wird, hauptsächlich deshalb, weil ein Theil des Hauses zur Verwendung für Kranke, bezw. für Erholungsbedürftigeungeeignet ist; diesen Teil durch einen Umbau, resp. Neubau zu ersetzen, ist eine dringende Notwendigkeit, an welche geschritten werden muß, sobald die Verhältnisse und die Mittel es gestatten. Es wäre ein Akt der Menfchenfteundlichkeit, wenn sich gleich dem oben erwähnten hochherzigen Spender auch noch andere Persönlichkeiten finden würden, durch deren Mithilfe das angestrebte Ziel erreicht werden könnte. Das Erholungsheim soll und wird nach dem Kriege feine Wirksamkeit insbesondere auf solche Personen erstrecken, die infolge Teilnahme am Kriege sich Krankheiten zugezogen haben, zu deren Behebung die Badener Heilquellen geeignet sind. Auch von niesem Gesichtspunkte aus erscheint die werktätige Mithilfe an der Ausgestaltung des Heimes ganz besonders als ein Akt sozialer Fürsorge und wahrhafwr Menschenliebe. vsf: Wie«. Der Verein. „Kinderstütze"- XVI., Hudexgaffe Ö, welcher aWhrlich eine grqtze - Anzahl von Kindern in seine Fexfenkalonien entsendet, ist im .Begriffe seiye bereits zusammengestellte Kolonie von tdern, deren Vater eingerückr sind, in das ihm von einem Kohlx zur Verfügung gestellte Heim zu entsenden. Der. Verein kämpft infolge der fürchterlichen Lebensmittelteuerung mit schweren Sorgen und bittet edle Wohltäter, die ihr Herz für die Kinder unserer Soldaten bewahrt haben, die Bestrebungen der Vereinsleitung gütigst zu unterstützen. Geld und Spenden aller Art übernimmt das Sekretariat des Vereines, Wien; XVI., Hubergasse 8. Wie«. (M ä h ch e n u n t e r st ü tz u n g s - B e r e i n.) An den Schulen dieses humanitären Vereines finden die Einschreibungen Kr: Schuljahr 1917/18 Nr deu ersten Jahrgang der zweiklassigen Handelsschule und für den einjährigen kaufmännischen Fortbildungskurs Montag, den 2. Juli 1917 (für Schülerinnen mit den Anfangsbuchstaben A—K), Dienstag, den 3. Juli 1917 (für solche ruft den Anfangsbuchstaben L—Z), jedesmal von 2 bis 4 Uhr nachmittags statt; die Einschreibungen für die Frauengewerbeschule, für Weißnähen und Kleidermachen, Dienstag, am 3. und Mittwoch, am 4. Juli, von 10 bis i Uhr vormittags. Der Unterricht wird in allen Abteilungen unentgeltlich erteilt. Aufnahmsbewerberinnen — mittellose israelitische Mädchen, die das 14. Lebensjahr zurückgelegt haben — können sich in Begleitung ihrer Eltern oder Obsörger in der Schulkanzlei, IX., Seegasse 16 A, melden. Beizubringei. sind Geburts-. Wiederimpf- und Schulentlassungs-Zeugnis. Wien. (B a r m i z w a h f e i e r.) Samstag, den 30. Juni l. I., findet im Leopoldstädter Tempel, II., Tempelgasse, um 9 Uhr vormittags, die Barmizwah des Konfirmanden Paul T h e u m a n n, Sohn des Herrn Alois und Frau Berta Theumann, statt. Znaim. Hier feierte vorige Woche das Ehepaar B r ü l l das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Schlichtheit und Einfachheit ziert dieses Paar und hat sie in unserer Gemeinde zur allgemeinen Wertschätzung und Hochachtung erhoben. Frau Louise Brüll wurde als Präsidentin des. Frauenvereines, den sie mit Würde und Umsicht leitet, von einer Deputation dieses Vereines in feierlicher Weise geehrt. Und alle Wünsche vereinigten sich in dem Gebete: „Gott möge dem ehrwürdigen Paar noch recht, recht viele Jahre des Glückes und der Zufriedenheit schenken!" Budapest. Der in Meran verstorbene Generalmajor Simon Vogel war bis zu seinem 20. Lebensjahre Jeschiwabachur. Die Eindrücke seiner Jugend waren bei ihm stark und nachhaltig. Als vielfach dekorierter Offizier bildete er die Zierde des andächtigen Tabaktempelpublikums und machte es dem General stets ein Herzensvergnügen, am Jom Kipur nach alter Weise Haftoras Jona zu rezitieren. Und merkwürdig, dieser jüdische General wurde als Kommandant des 38. Leibregiments des spanischen Königs vom edlen alten König Franz Josef betraut, dem katholischesten Monarchen der Welt in Begleitung von Franz Ferdinand die Grüße Sr. Majestät zu seiner Hochzeit zu übermitteln. Aufruf! Für die Evakuierten in Palästina. Tausende palästinensischer Inden, darunter zahlreiche Oestereicher und Ungarn, bisher von Mangel und Seuchen heimgesucht, haben nun auch ihr Obdach verloren. Unsägliche Not herrscht unter diesen Unglücklichen, dem Flüchtlingselend und verheerenden Krankheiten preisgegeben. Nur sofort und kräftig ausgreifende Hilfe kann von den jüdischen Siedlungen im Heiligen Lande eine ernste Gefahr abwenden. Wer zur Erhaltung dieses Kulturwerkes beiträgt, erfüllt eine Menschenpflicht, die nicht nur nach Auffassung maßgebender jüdischer Kreise, sondern auch leitender Staatsmänner dringend geboten ist. Vor allem hilft er Tausende wertvoller Menschenleben retten. Kopf und Herz'gebieten es, die Hand zur Gabe zu öffnen. Die Hilfskommission 1915 für Palästina Wien, IV., Franken berggasse 24. Zahlstelle: Bankhaus S. M. v. Rothschild, Wien, I., Renngasse 3, auf Konto Hilsskommission 1915 für Palästina. Erste Spende: E. F. K. 1000.— für die Evakuierten Palästinas nach der Rede des Herrn Rabbiners Doktor Grunwald. i