Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1917
- Issue
- Heft 13 (29.6.1917)
- Date
- 1917-06-29
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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» Redaktion und »lduiinistration: Wien, 11., Novaragasse 27 relevbon: Redaktion Auloinal 42.VV8. Rdminisiranon Slni. 47.654 ft. L dtzerr. Postsparkasia- Echeck-ftonio Ar. 100.918. Avakhängige Zeitschrift für jüöifche Intsrefsen. > Inserate: Die viermal geniallene Nonpareille-Zeile 25 Heller. £ r f *6 e t n t jeden I» reitu g.! kbonnemeiilS» »nd JniertionS» betröge sind in Wien zahlbar und klagbar. Motto: „Dos Siegel Gotte» ist Wahrheit!“ Bezugspreis: iDanzjiidrig.t 15.— Halbjährig.K 7.50. Kür KiiltttSdeumte: <»rtiijinbna.K 10.— jyin '.’lii~hiui>: iMniijUnjrifl.S Mar? 6 Mubn obtc Itf Frc». Ur. 18. Wien. SS. Juni 1917. Inhalt: Abonnements-Einladung. — Widerstände gegen Frieden und Recht. — Hüben und drüben. — Ter jüdische Viehhandel in Deutschland. — Die Judenfrage in England. — Die Zahl der Juden. — Ter Papst und der Zionismus. — Befähigungsnachweis rür Kantoren. — Verschiedene Nachrichten. — Aufruf. Abonnements-Einladung. Die geehrten Kerren Abonnenten werden um umgehende Erneuerung des Abonnements für das am t. Juli 1917 beginnende 111. Huartat ersucht, damit die regelmäßige Expedition des Klattes Leine Hlntervrechung erleide. Abonnements-Bedingungen: i Ganzjährig Kr. 15.— Kalvjährig Kr. 7.5V, Dierteljährig Kr. 3.75. K. k. Postfparkasseu-Konto 1VO.S18. Pröbenummern gratis zur Verfügung. - Die Administration Widerstände gegen Frieden «nd Recht. Die große Raubgesellschaft, Entente genannt, findet immer noch den traurigen Mut, die grandiose Massen- M/nschenschlächterei fortzusetzen und den Weltkrieg durch weitere Hineinzwängung neuer Staaten in denselben durch List und Gewalt zu verlängern. Trotzdem die europäischen Zentralstaaten klar und deutlich genug ihren Gegnern im Sinne der neuen revolutionären russischen Regierung einen „ehrenvollen Frieden ohne Annexionen und Zahlung von Kriegsentschädigungen" anboten, zetern die Ententeregierungen wie besessen dagegen und faseln trotz ihrer mageren Erfolge im Felde von notwendiger Zerschmetterung der gegnerischen Macht und Bestrafung für die empfindlichen Kriegsschäden. Wohl wird ihnen die revolutionäre Entwicklung in Rußland sehr unangenehm und hinderlich, doch suchen sie deren Fckedensprogramm beharrlich wenn auch unlogisch in Kriegsfreudigkeit umzulügen. Der „Arbeiter-und Soldatenrat", der durchaus nicht mehr gesonnen ist, der Entente noch weiter die Kastanien aus dem Feuer zu holen und Miljukow und Gutschkow bereits in der Regierung zu Fall brachte, ist ihnen besonders unangenehm. Tie Ententepresse stellt ihn deshalb als unfähige, die Reichsmacht schwächende Regierungsbehörde hin, die den Staat zerri'ttte. Das Geld der Entente trägt an den andauernden Zuckungen des russischen Staatskörpers wohl auch viel Schuld, ja, es ist keineswegs unglaublich, daß es auch an den Versuchen, zugunsten der Wiedererweckung der Zarenmacht Gegenrevolutionen zu arrangieren, beteiligt sei. Nur die Tatsache, daß die Mehrzahl der französischen Staatsbürger aus Rentnern besteht, welche den Verlust ihrer Kapitalien und Zinsen in Rußland mehr fürchten, als den ihres Lebens, daß die Schichte der Besitzenden auch in England den Löwenanteil der Macht in Händen hält und daß die Handvoll Millionäre in Nordamerika daselbst die Geschicke des Staates lenkt, kann die sonst unerklärlichen Verkehrtheiten erklärlich machen, daß diese „demokratischen" Regierungen es wagen, Sozialisten, die es unternehmen, nach Stockholm zu reisen, mn dort an den Vorbereitungen zum Weltfrieden mitzuarbeiten, die Pässe zu verweigern. Während sie es immer noch in die Welt hinausschreien, sie kämpfen gegen den Militarismus und für die Selbständigkeit der großen und kleinen Elationen, treiben sie die russischen Kriegerscharen gegen den Feind und vergewaltigen Griechenland und Spanien. Wer genau hinsieht, der weiß es auch, daß es die unbarmherzige Ausnützung der furchtbaren politischen Lage Nordamerikas war, welche diesen früher so eminent friedlich gesinnten Staat an ihre Kriegsseite drängte. Japan, Englands Verbündeter, wandelte eben Nordamerika in das Kind, das vom englischen wilden Jäger geholt wird. Doch ist noch nicht aller Tage Abend. Die großen Offensiven der Entente in Nordsrankreich und Nordostitalien fruchteten nicht, die II-Boot-Erfolge Deutschlands währen weiter und der Sozialistenkongreß in Stockholm tagt unbekümmert um die Prügel, die ihm die Entente in den Weg legt, wacker fort. Die Macht Ribots und Lloyd Georges kann angesichts der wachsenden Friedenssehnsucht auch in den Ländern der Entente bald versiegen, wodurch die Hauptwiderstände gegen den Weltfrieden zusammenbrächen. Gott gäbe es! Wir wollen übrigens die Augen auch nicht dagegen verschließen, daß es auch auf unserer Seite Kriegstreiber und Kampfenthusiasten gibt. Zu diesen zählt die große Masse der Kriegsverdiener, gleichgiltig, ob sie sich in den Reihen der Fabrikanten und Händler, der Banken, Großgrundbesitzer und Großbauern befinden. Dagegen überwiegen