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Die Wahrheit · 1917-04-06 · Heft 7 (6.4.1917) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1917
Issue
Heft 7 (6.4.1917)
Date
1917-04-06
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8. Die Wahrheit Nr. 7. Aufruf! Die verhe/ /enden Folgen dieses Krieges haben unsere Glaubens brüdel in Palästina, in erster Reihe die aus Ostgalizien und bei Bukowina, am schwersten und empfindlichsten getroffen. Eine G» nndlage ihrer Existenz, die ständigen Unterst ützungen au i ihren Heimaisländeru, haben sie infolge der feindlichen Invasion in jene Gebiete vollständig verloren. Mangel an den unentbehrlichsten Lebensmitteln und unerschwingliche Preise einerseits, dezimierende Epidemien — ohne ärztliche Hilfe und Medikamente! —andererseits kennzeichnen die gegenwärtige trostlose Lage im Heiligen Lande. Welche Opfer die verschiedensten Krankheiten infolge Unterernährung und Mangels an sanitären Vorkehrungen dort fordern, kann daraus ersehen werden, daß, wie uns jüngst ans Palästina zuverlässig mitgeteilt wurde, von der über 50.000 Seelen zählenden jüdischen Bevölkerung in Zernsalem allein kaum 24.000 zurückgeblieben sind. Um das Maß der Leiden übervoll zu machen, bleiben jetzt auch die sonst ansehnlichen Unlerstützuugsbeüräge Amerikas ans. Dieses unbeschreibliche Elend nach Möglichkeit zu lindern, hat die Hilfsk o m m i s s i o n 1915 für Palästina sich zur Aufgabe gemacht. Seit nahezu zwei Jahren ist es ihr mit Hilfe des hohen k. n. k. Ministerium des Aeußern und vieler edler Gönner auch gelungen, das erstrebte Ziel zu erreichen: Viele Taufende wurden vom Hnugertode gerettet, viele Kriegswaiseu und -Witwen wirksam unterstützt, und ans unserer gleichfalls gegründeten Kriegsspita lshi!fe für P a l ä st i n a vielen Kranken ärztliche Hilfe und Medikamente verschafft. Nun sind aber unsere Mittel erschöpft, während die Anforderungen an unser Hilfswerk infolge der stetig steigenden Not immer größer werden. Wir wenden uns daher an alle edlen Menschenfreunde und Wohltäter ohne Rücksicht auf ihre Staatsangehörigkeit mit der dringenden Bitte, sich dieser Aermsteu der Armen zu erbarmen, an den kommenden noan ni Feiertagen durch Thora-Spenden und Sammlungen unsere Aktion nach Kräften zu fördern und dadurch mit dazu beizntragen. daß unsere Schützlinge, darunter hunderte Witwen und Kriegswaisen, die wir ohne Rücksicht auf die Staatsangehörigkeit unterstützen, vor dem sicheren Hnugertode bewahrt werden. Das Präsidium Hilfskommission 1915 u. Kriegsspitalshilfe für Palästina Wien, IV., Frankenberggasse Nr. 14. W.Reich,Badenb.Wien Dr.MaxGrunwald Dr.Adolf Kapralik , Oberrabbiner Rabbiner Für die Kriegsspitalshilfe: k. k. Hofrat Dr. Julius Schlag Zahlstelle für Oesterreich: Bankhans S. M. v. Rothschild, Wien, I., Renngasse 3; Sämtliche Spenden, auch die Tempelspenden, werden in der „Oesterreichischen Wochenschrift" bezw. im ^Frankfurter Jsr. Familienblatt" veröffentlicht. Aufruf au die gesetzestrenen Juden Wiens; Glaubensgenossen! Während in allen Zentren jüdischen Lebens Vereine segensreich wirken um iu der gesetzestreuen Jugend die Liebe und Begeisterung für das überlieferte Judentum zu wecken und zu erhalten, fehlt hier bisher eine solche Bereinigung. Das unterfertigte provisorische Komitee hat es daher zu seiner Aufgabe gemacht, ehebaldigst eine Organisation zu schaffen, welche der gesetzestreuen studierenden Jugend Wiens Gelegenheit gewähren soll ihre jüdischen Kenntnisse zu vertiefen und ihnen gleichzeitig eine Heimstätte bietet, in welcher unverfälschter, altjüdischer Geist walten soll. Es wird beabsichtigt Schiurim (Kurse) über Bibel, halachische Literatur, Geschichte und Philosophie des Judentums zu errichten» Auch gesellige Veranstaltungen sollen in altjüdischer Weise geboten werden. Ein Zentrum der thoratrenen Studenten soll diese Institution werden. Wer für die so leicht gefährdete Zukunft der thoratreuen Jugend wirksam Mitarbeiten will, schließe sich an! Gesetzestreue Eltern, es geht um die Zukunft Eurer Kinderl Meldet Euch! Jeder, dem das überlieferte Judentum am Herzen liegt, tue seine Pflicht und unterstütze werktätig die Organisation! Zuschriften und Anmeldungen sind zu richten an Rabb. Joel Pollak, II., Untere Augartenstraße 1a, 2. Stock, Tür 11. Persönlich von 2 bis 4 Uhr. Rabb. S. Fürst, Rabb. Dr. S. Funk, Rabb. M.Flesch, Rabb. M. Friedmann, Rabb. S. jNenwirt, Rabb. I. Pollak, Rabb. H. Schenk* Rabb. A. Weiß, kais. Rat Markus Bondi, Siegmnnd Boudi, David Bischofswerder, Eduard Deutsch, Ernst A. Engelsrath, Moritz Felsenburg, Mox Hofbauer, Oskar Neurath, Wolf Pappenheim, Doktor J.'Reiniger. . ...... *"**" Wien, im März 1917. Kundmachungen. WIEHEB BANK-VEREIN. Die siebenundvierzigste ordentliche Generalversammluug findet am 18. April 1917 um 11 Uhr vormittags in "Wien, I., Schottenring 2, statt. Verhandlungsgegenstände; 1. Jahresbericht des Administrationsrates. 2. Bericht der Zensoren über den Rechnungsabschluß pro 1916 und Beschlußfassung über denselben. 3. Beschlußfassung über die Verwendung des Keinerträgnisses des Jahres 1916 (.§ 59 lit. c der Statuten). 4. Beschlußfassung über die Aenderung der §§ 1, 14, 19, 35, 63, 66 und 70 der Statuten. 5. Wahlen in den Administrationsrat. 6. Wahlen in das Zensorenkollegium und den Aufsichtsrat für die Filialen. Nach § 47 dor Statuten sind zur Stimmführung in der Generalversammlung nur jene Aktionäre berechtigt, welche seit wenigstens 14 Tagen vor dem Zusammentreten derselben mindestens fünfundzwanzig Aktien nebst Kupons bei der Gesellschaftskasse oder den sonst hiezu vom Administrationsrate bestimmten Stellen erlegt haben. Je fünfundzwanzig Aktien geben das Hecht auf Eine Stimme (§ 48 der Statuten). Die stimmberechtigten Herren Aktionäre werden daher eingeladeu, ihre Aktien samt Kupons bis spätestens 4. April 1917 in Wien bei der Liquidatur des Wiener Bank-Verein (L, Schottengasse 6—7), in Agram, Aussig a. d. E., Belgrad, Bielitz-Biala, Bodenbach, Bozen, Brünn, Budapest, Budweis, Drohobycz, Friedek-Mistek, Graz, Innsbruck, Jägemdorf, Karlsbad, Klagenfurt, Konstantinopel, Krakau, Lemberg, Mähr.-Ostrau, Marienbad, Meran, Pardubitz, Pilsen, Prag, Proßnitz, Przemysl, Salzburg, St. Pölten, Smyrna, Tarnow, Teplitz, Teschen, Tetschen, Villach, Wr.-Neustadt und Zwittau bei den Zweigniederlassungen des Wiener Bank- Verein, in Triest bei der Banka Commerciale Triestina, in Berlin bei der Deutschen Bank und der Dresdner Bank, in Dresden bei der Dresdner Bank und der Deutschen Bank Filiale Dresden, in .Frankfurt a. M. bei der Deutschen Vereins- ÖStERR. BODEN-KREDIT-ANSTALT. Die zweiundfünfzigste ordentliche Generalversammlung der k. k. privilegierten Allgemeinen österreichischen Boden-Credit-Anstalt findet am 21. April 1917 um halb 5 Uhr nachmittags in Wien, I. Teinfaltstrasse 8 statt. Verhandlungs - Gegenstände: a) Bericht des Gouverneurs, b) Bericht der Zensoren, c) Beschlussfassung über die Gesellschaftsrechnungen und die Verwendung des Gewinnes, d) Beschlussfassung über die Ermächtigung des Verwaltungsrates zur eventuellen Erhöhung des Aktienkapitales von 68,000.000 auf höchstens 75,000.000 Kronen durch Ausgabe neuer Aktien a K 300.— Nominale sowie zur Festsetzung der Modalitäten dieser Emission, e) Beschlussfassung über Statutenänderungen (Art. 10, 11, 56, 79 und 139), f) Bestimmung der Höhe der Tantiemen des Verwaltungsrates, g) Wahl von Verwaltungsräten, h) Wahl eines Zensors. In dieser Generalversammlung sind jene Herren Aktionäre stimmberechtigt, welche mindestens 14 Tage vor dem Zusammen treten derselben, daher bis längstens 6. April 1. J.j fünfzig Aktien nebst Coupons bei der Kasse der Gesellschaft in Wien, Teinfaltstrasse 8, deponieren.

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