Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1917
- Issue
- Heft 4 (23.2.1917)
- Date
- 1917-02-23
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Nr. 4. Die Wahrheit Seite 9. Wien. Donnerstag, den 1. März l. I. (7. Adar) einviertel 6 Uhr abends findet im Temvel des Bethaus-Bereines „Chewra Beth Hatfilah" im IX. Bezirk, Müllnergasse (Grüne Thorgasse) für die im verflossenen Jahre verstorbenen Bereinsmitglieder sowie für die im Kriege Gefallenen eine Trauerfeier statt. Wien. (CH ewra Kadischa Wie n.) Mittwoch, den 28. Februar, 7 Uhr abends, findet im Leopoldstädter Teurpel die Gedächtnisfeier für die im abgelaufenett Jahre verstorbenen Mitglieder der Chewra Kadischa statt. Wien- Die für den 25. Februar angesetzte Wohltätigkeits- Akademie des „Israel, hnmanit. Vereines der Kolomeaer", im Festsaale des Hotel „Continental", mußte wegen der inzwischen eingetretenen behördlichen Berfügnngeu bis auf weiteres verschoben werden. BrÜNU. Am 3. März l. I. feiert Herr Jeremias G o l dmaitu sein 25jähriges Jubiläum als Kantor bei der Brünner Israel. Kultnsgemeinde und gleichzeitig das Fest der silbernen Hochzeit ^wit seiner Gattin Cäcilie geb. Schiller. Holies. Am 11. Februar l. I. wurde hier unter zahlreicher Beteiligung der Bevölkerung Fran S a l o IN o n Rotterzu Grabe getragen. Frau Notier erfreute sich ob ihrer ausgezeichneten Charaktereigenschaften allgemeiner und verdienter Wertschätzung. Zur Abhaltung der Grabrede wurde Herr Bezirksrabbiuer Marmorstein aus Renicze -berufen. Aufruf! Die verflossenen Kriegsjahre haben auch unserer Institution ihr Gepräge ansgedrückr: die Erhaltnngskosten unserer zwei Waisenhäuser (mit 120 Zöglingen) haben sich beinahe verdoppelt, die Erziehungsbeiträge für die externen Waisen (560 au der Zahl) mußten den Werlveränderuugen entsprechend erhöht werden. Nun tritt die Sorge für die Kriegerwaisen an uns heran, eine große Pflicht, geboten gleichermaßen von der Humanität wie vom Patriotismus, eine Aufgabe, zu deren Lösung wir an erster Stelle berufen erscheinen und welche auch maßgebenden Orts von uns erwartet wird. Unsere Mittel, schon sonst knapp bemessen, reichen an die Höhe dieses Zieles bei weitem nicht hinan. Gleichwohl müssen wir ihm zustreben, dem Vertrauen lebend, es werden Menschenfreunde, es werden die Mitglieder unserer' Gemeinde uns — sei es durch einen Jahresbeitrag*) oder gütige Spenden — in den Stand setzen, der Waisenfürsorge auch in ihrer gegenwärtigen ^Gestaltung und Ausdehnung gerecht zu werden. Ans daß der alte stolze Ruf erhalten bleibe: „Israel kennt keine Waisen." Wenn die Träger hervorragender Namen, die Vertreter großer Häuser unserem Vereine noch nicht angehören, so kann dies bloß dem Zufälle zugeschrieben werden, daß 'die Aufmerksamkeit derselben noch nicht ans unsere Institution gelenkt worden ist. Gewiß werden sie nun den Kindern, denen Armut und Verwaistheil doppelten Anspruch ans unser Herz geben, liebreiches Mitleid nicht versagen. Der Vorstand des Vereines zur Versorgung hilfsbedürftiger israel. Waisen in Wien. Aufruf an die Bevölkerung Wiens! Härter denn je hat uns der Winter heuer heimgesucht und durch den strengen Frost und den Mangel an Kohle, sowie durch die schwere Beschaffung aller Lebensmittel sind die ärmsten der Armen besonders Hart betroffen. In unseren Lokalen ist der Andrang seit Beginn des Winters ein derart ungeheurer, daß wir kaum den an uns gestellten Anforderungen gerecht werden können. Seit KriegZbeginn haben wir bis Dezember 1916 6,606.497 Portionen verabreicht, darunter 1,202.682 Portionen gratis. Trotz der größten Opfer, mit denen wir arbeiten, ist es uns kaum mehr möglich, alle Bittenden zu berücksichtigen. Wir wissen wohl, wie groß die Opferwillig- *) Mitglieder des Vereines sind diejenigen, die einen jährlichen Beitrag von mindestens 10 Kronen oder einen einmaligen Beitrag von 7250 Kronen leisten. (§ 5 der Statuten.) feit jedes Einzelnen ist und wie groß die Anforderungen sind, welche an alle Bürger in dieser schweren Zeit gestellt werden. Trotzdem wagen wir uns heute, im Namen der Hungernden und Frierenden, mit der Bitte an alle edlen Menschenfreunde und Wohltäter, unsere Hilfsaktionen fördern zu helfen und uns mit Spenden zu unterstützen. Für 8 Heller verabreichen wir eine große Schale Suppe und für 12 Heller eine Schüssel Gemüse! Jeder helfe — auch die kleinste Gabe ist willkommen —und wer rasch gibt, hilf: doppelt! Verein zur Errichtung von Volksküchen (nach isr. Ritus), 2. Bezirk, Krnmmbanmgasse 8. Salo Cohn, Präsident. Direktor Benno K a h a n e, Vizepräsident. Hermiue K a d i s ch, Küchenvorsteherin. Aelteste jüdische Bezugsquelle für Tempelstickereieu JOS. 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