Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1917
- Issue
- Heft 1 (26.1.1917)
- Date
- 1917-01-26
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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aßr ß eit Redaktion intb Slbmintftrntiou: Wen, II., Nvvaragassr 27 Televbon: Redaktion Sllitoiiuit 42.8Ö9. Admininrarion Äm. 47.801 Äi k. öfterr. Postsparka kia- Echcck-Iioiilü Nr. 100.918. Jnfcratc: .Die »ieniiol gespaltene Ronvaieille-Zeile 95 Heller. AbomleinentS- und InjertionSbeträge n»d in Wien zahlbar und klagbar. W m ängtge SertfiHnft fir Di Jirtere^eL Orfcheint jeden Areitu»;. Notto: „Das Siegel Glottes ist Wahrheit!“ Bezugspreis: Ganzjährig.IC 15.— Halbjährig.K 7.50. Für K-iltuSbeamts: tLanzjährig.IC 10.— Für Ausland: «an,jährig.S Mark 6 Rubel oder 18 Fee». Wie». 12. Immer um. Inhalt: Abonnements-Einladung. — Eine Polemik über die Judenfrage in Prensseu. — Zur Weltstellung de» israelitischen Volkes. — Weh dem, dessen Gewissen schläft! — Soziale Fürsorge im alten Testamenr. — Aus der Knlrusgemeinde. — Josesiue Engel. — Die KöiligSkrönnng im Kriege. — Spanien in Oesterre'ch. — Verschiedene Nachrichten. — Warnung. Abonnements-Einladung. Die geehrten Kerren Köonnenlen werden um umgehende Erneuerung des Abonnements für das am 1. Jänner 1917 öegonnene 1. Kuartat ersucht, damit die regelmäßige Expedition des Mattes keine Ilnterörechnng erleide. Abonnements-Bedingungen: Ganzjährig Kr. 15.— Kalöjährig Kr. 7.50, Werteljährig Kr. 3.75. K. k. Postsparkaffen-Kouto 1VV.S18. Probenummern gratis zur Verfügung. Die Administration Eine Polemik über die Inden frage in Prensten. Eine Arbeit des bekannten Nationalökonomen Erzellenz v. Schmoller, welche im letzten Band, seines Jahrbuches unter djem Titel „Obrigkeitssfaat und Völker-, sfa.at" erschienen ist, hat nach einem Berliner Berichte dses ,M. Wr. Journal" in den letzten Tagen dort heftige publizistische Auseinandersetzungen hervorgerufen. Smoller hat dja aus Grund einer scharfen persönlichen Polemik gegen djie bekannten Politiker Hugo Preuß und Hans Delbrück die Judenfrage in Preußen angeschnitten und geraden das Heranziehen einer jüdischen Gefahr konstatiert, indem er schrieb: Die Semiten haben ohnehin Heer, Universitäten und hohes Beametnfach so unbedingt beherrscht, wie das bezüglich, der Stadt Berlin der Fall -ist. An 'anderer Stelle seines Aufsatzes führte er dann seine Auffassung über diese jüdische Gefahr noch gründlicher aus, indem er sagte: „Es P nicht entfernt allgemein richtig, daß wir die Rechtsgleichheit unserer Verfassung gröblich verletzen, weil einzelne Aemter noch nicht jedjöin jüdischen ungetauften Bewerber erreichbar sind», weil einzelne Regimenter das ihnen zustehende freie Mahlrecht des Offizierskorps noch zu dem Judenausschluß benutzen, weil an den Universitäten noch nicht alle zahlreichen jüdischen Privatdozenten so rasch Professoren werden, als pe persönlich glauben, es nach ihrem Talent zu verdienen. Das große Ideal der politischen und rechtlichen Gleichberechtigung läßt sich nur in d-em Tempo durchsetzen, als das Volksbewußtsein sich I dem Standpunkt des Gesetzes angepaßt hat. Seine! Durchführung findet zeitweise natürliche Hemmungen, wo I eine Minorität der Rasse, des Glaubens usw. sich bei | freier Zulassung rasch zur intoleranten Herrscherin des i Staates, bezw. der betreffenden Verwaltung, der einschlägigen Organe zu machen weiß. Wie rasch haben die jüdischen Prioatdozenten und Professoren zugenommen! Wie rasch haben die Juden es erreicht, daß an einzelnen Kliniken jahrelang nur jüdische Assistenten angestellt wurden, wie bewahrheitete sich in manchen Fakultäten die Prophezeiung, baß' der erste jüdische Ordinarius in zehn Jahren fünf oder mehr andere Juden nach sich ziehe! Die Benachteiligung der Juden im preußischen Staatsleben ist heute fast schon dem Verschwinden nahe und macht bereits dem Gegenteil da und dort Platz." Soweit Gustav v. Schmoller. Der bekannte politische Schriftsteller H. v. Gerlach er- : greift nun zu diesen Ausführungen in der Berliner Montzigszeitung „Welt am Montag" das Wort, indem er schreibt: „Also die Juden wollen die Universitäten beherrschen! Nun, wir leben f,a in der Zeit der konfessionellen Statistiken. Herr v. Schmoller hat die besten Beziehungen in den akademischen Kreisen. Wir bitten ihn dringend um eine Statistik der preußischen Universitäten, aus der hervorgeht, wieviel ordentliche Professoren israelitischm Glaubens an ihnen vorhanden sind. Die Juden wollen das Heer beherrschen! Herr von Schmoller meint allerdings, einzelne Regimenter hätten die Juden vom Offiziersdienst ausgeschlossen. Wir bitten ihn, uns ein einziges Regiment in Preußen zu nennen^ wo es vor dem Kriege einen jüdischen Offizier gab. Die Juden wollen das hohe Beamtentum beherrschen! Nun, wo ist denn der Anfang dazu gemacht? Ein paar Juden im preußischen Beamtenkörper würden am End>e noch nicht das unmittelbare Bevorstehen der jüdischen Herrschaft bauten. Aber kann Herr v. Schmoller