Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1916
- Issue
- Heft 33 (29.12.1916)
- Date
- 1916-12-29
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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aHrheit Redaktion nnb Administration: Bezugspreis: j Ganzjährig.K 15.- Halbjährig.K 7.50 S^ieu, II., Novaragasse 27 Telepbon: Redaktion Automat 42.889. Asabhängige Aertfchnfi für jüöifche Administration Aut. 47.851 •> -; ft. I. Öfterr. Vostsparkasta- Echeck-ftonlo 31t. 100.918. Jirterejses. Für KultuSbeaiute: Gauzjährig.K 10.— Jnj'Bratc: — Die viermal gesvaltene Ronpaieille-Zeile 25 Heller. Erscheint jeden A r e i t a g. { Für Ausland: RbonnemenlS- und JnfertionS» Ganzjährig.8 Mark ' betröge und in Wien zahlbar ■ und klagbar. Motto: „Das* Siegel (Lottes ist Wahrheit!“ 6 Rubel oder 18 FrcS. Ur. 33 Wien, 29. Dezember Inhalt: Abonnemchits-Einladnng. — Etwas über die Exhorte. — Der Krieg und die jüdische Frau. — Die Juden als eifrige Förderer deS Welt-' Handels. — Die österreichische Reiterei. — Aphorismen. — Gerson Linhardt. — Verschiedene Nachrichten. — Warnung. — Ausruf d.r Kriegsmütterkasse. Abonnements-Einladung. Die geehrten Kerren Abonnenten werden nm umgehende Erneuerung des Abonnements für das am 11 Jänner 1917 beginnende I. Kuartal ersucht, damit die regelmäßige Expedition des Mattes keine Itnterbrechnng erleide. Abonnements-Bedingungen: Ganzjährig Kr. 15.— Katbjährig Kr. 7.50, Dierteljährig Kr. 3.75. K. k. Poftsparkasten-Konto Ivv S18. Probenummern gratis zur Verfügung. - —. Die geehrten Herren Abonnenten in Ungarn erhalten von uns direkt das Blatt zugesendet und ersuchen auch die Abonnementsbeträge an uns einsenden zu wollen. Die Administration. Etwas «der die Erhörte. Von L. Wiesuer. ' (Schluß:. Was in den Rahmen des Schulunterrichtes gehört und bei einem großen Teile der Kinder >als bekannt vorausgesetzt werden darf, darf nicht zum wesentlichen Inhalt der Erhörte gemacht werden. Die Erhörte darf an das in der Schule Gelernte anknüpfen, es idealisieren, erweitern und vertiefen, aber keine bloße Wiederholung (desselben bieten. Die Wiederholung langweilt. Ueberhaupt scheint uns dre Aufgabe der Erhörte weniger im Mitteilen von positiven Kenntnissen zu liegen, als in dem Erwecken des jüdischen Bewußtseins, die Erhörte soll eriWntern und begeistern. Der Erhortant wende sich mehr an das Gemüt als an den Geist. Daraus ergibt sich als zeitgemäße Forderung, in der Erhörte mehr das spezifisch Jüdische, das Charakteristische der jüdischen Lehre, des jüdischen Stammes und ganz besonders die erhebende Tragik der jüdischen Geschichte zu betonen, als allgemeine Morallehren vorzutragen. Die Kinder sollen herausyören und empfinden, daß man zu ihnen als zu jüdischen Kindern rede. Trotzdem wird sich der Erhortant vor zu weitgehender Realistik in der Schilderung von Leiden und Verfolgungen in acht zU nehmen haben. Cs ist mit Recht einmal die Aeußerung getan worden, daß das Ausmalen der trüben und trübsten Bilder in der Geschichte unseres Volkes keineswegs geeignet ist, Freude und Begeisterung zu entfachen. Verzagtheit und Scham über die erlittene Schmach, bis zum Widerwillen gegen alles, was jüdisch heißt, gesteigert, könne oft die Wirkung solcher grellen Malerei sein. (Vergl. Wegweiser f. d. Jugendliteratur 1913, Nr. 2, S. 8.) ( Wie schön und reichhaltig auch die rabbinisch-agadische Literatur ist, so erscheint beim Gebrauch derselben für die Jugend vorsichtige Auswahl dringend geboten. Es kann und darf nur dasjenige daraus Verwendung finden, was sich dem Geiste und dem Gemüte unserer nach zeitgemäßen Anschauungen erzogenen Kinder zwanglos anschmiegt. 4 i Was die klare und leichtverständliche Form der Sätze anlangt, wovon die Wirkung der Erhörte zum großen Teil abhängt, so erfordert auch diese ein Stück geistiger Arbeit. 'V Da heißt es nicht selten, einen Satz wenden und drehen, um zu sehen, in welcher Fassung der Gedanke die größte Klarheit zeigt, Worte suchen oder streichen, bis der Ausdruck bei aller Kürze und Anschaulichkett nichts mehr zu wünschen übrig läßt. Bei allem Bestreben, einfach und natürlich zu sprechen und den kindlichen Ton zu treffen, sollen aber die Kinder doch nicht merken, daß man sich zu ihnen herabläßt. Kinder, besonders die der Bürgerschule, wollen gerne als Erwachsene gelten und es schmeichelt ihrer Eitelkeit, wenn man zu ihnen wie zu Großen redet. Sie haben es bald heraus, wenn wir zu ihnen zu tief herniedersteigen. Unsere Worte erhalten alsdann in ihren Augen das Gepräge der Unaufrichtigkeit, sie klingen ihnen wie eine Vorstellung, die sie nicht ernst zu nchmen brauchen, well sie darauf berechnet sind, sie zu überreden. Wir sollen nur so tref zu den Kindern her-