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Die Wahrheit · 1916-12-22 · Heft 32 (22.12.1916) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1916
Issue
Heft 32 (22.12.1916)
Date
1916-12-22
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8. Die Wahrheit Nr. 32. Wiener» unvergeßlich bleiben, wie auch seine Jdealsgestalt mit dem weithin tönenden, klangvollen Organ. Sein Vater war ein Temesvarer Spaniole. Unter den Wiener Rabbinern hat sich besonders hervorgetan der ehrwürdige Renben Barnch, hochgelehrt und verdienstvoll, der auch der deutschen Gemeinde als Dajan (Privatnchter) zugeteilt war. Er war ein talentierter Redner und zeichnete sich besonders durch seine künstliche Miniaturschrift ans. So -erregte seinerzeit ein Fruchtkern, auf welchem er die Zehn-Gebote auf hebräisch schrieb, große Bewunderung. Auch die von ihm geschriebenen Ehekontrakte sind künstlerisch ausgeführt. In Wien taten sich als Kaufleute besonders hervor die Familien Elias, Russo, Adult, de Majo. Die Häuser, welche mit ihnen in geschäftlicher Verbindung waren, denken gerne und mit besonderer Achtung an sie zurück. Auch gab es unter ihnen große Wohltäter; viele Arme betrauern sie. Sie trachteten durch ihre Wohltätigkeit sich nicht in der breiten Oeffentlichkeit hervorzutuu, sondern sie taten oft Gutes nur im stillen. In diesem Sinne zeichnen sich in Temesvar die Familie Magyar, Nissim, Russo, D'erera aus. In Lugos die Amigos und Mizrachi. So könnte man noch viele brave Männer anfzählen, doch will ich nur auch einiges über die spaniolischen Frauen sagen. (Fortsetzung folgt). Verein Me ««entgeltlichen Arbeitsnachweis. Donnerstag, den 7. Dezember d. I. hat im BereinSlokale des Israelitischen Humanitätsvereines „B'nai Birith" die XVJLL ordentliche Generalversammlung dieses Vereines stattgefunden. Der Vorsitzende, Herr Dr. Bela Tauffig, eröffnete die Sitzung mit einer Trauerkundgebung für weiland Seine Majestät Kaiser Franz Josef I. Er gedachte insbesondere der Errungenschaften auf dem Gebiete sozialer Fürsorge, wie Altersversorgung, Invalidität- und Krankenversicherung und Kinderschutz, welche alle in die Regierungszeit dieses Kaisers fallen, und zum großen Teile sich unter seiner kräftigen Förderung vollzogen. Sohin begrüßte der Vorsitzende die erschienenen Mitglieder und Gäste, namentlich Herrn Dr. I. Samuely, als den zur Generalversammlung delegierten Vertreter der Israelitische» Kultusgemeinde, die Vertreter der Israelitischen Humauitätsvereiue „B'nai B'rith" „Wien", Herrn Doktor Wilhelm Knö'pfmacher, und „B'nai B'rith" „Eintracht", Herrn Ernst Simon. Die Herren Oberrabbiner Dr. Moritz G ü d e m a n n, Rabbiner Dr. D. F e u ch t w a n g nnd Rabbiner Dr. Max G r u n w a l d, ferner Reichsratsabgeordneter, Herr Dr. Julius Ofner, Domänendirektor, Herr Heinrich G l ü ck s t h a l und Herr S. B r o d, Präsident deS Vereines zur Hebung der Gewerbe, haben ihr Fernbleiben entschuldigt. ' Der Obmann des Exekutiv-Komitees, Herr Moriz Sonnenschein, verliest den Jahresbericht, in welchen^einleitend das Ableben des Schriftführers des Vereines, des Herrn Dr. Gustav Langstein, der dieses Ehrenamt seit Gründung deS Vereines in eifrigster, hingebungsvollster Pflichterfüllung versehen hat, bekanntgegeben wird. Ferner hat .der Verein im abgelaufenen Jahre den Verlust von weiteren zwei Mitgliedern des Vorstandes, der Herren Philipp Löwy uud Leo Schloß zu beklagen, die sich äeusalls unermüdlich mit ihren reichen Kenntnissen und Erfahrungen in den Dienst des Arbeitsnachweises stellten. An Stelle des Herrn Dr. Gustav Langstein wurde Herr Dr. Rudolf Fürth zum Schriftführer gewählt. Die VermittlungStätigkeit des Berichtsjahres 1915/16 hat unter der mächtigen, normale Arbeit fast ausschließenden Einwirkung der Kriegszeit gestanden. Die Zahl der Arbeitnehmeranmeldung sank dementsprechend von ihrem vorjährigen Tiefstand weiters auf 3847 gegen 8234 im letzten Friedensjahre; die Zahl der Arbeitgeber auf 3316 gegen 5013, im Vorjahre. Besonders ausfallend ist der Rückgang in der Zahl der Besucher, die im abgelaufenen Berichtsjahre 7030 betrug gegen 49629 im letzten Friedensjahre. Die Gesamtzahl der seit Bestand des Vereines durchgeführten Vermittelungen beträgt 48623. Der Bericht verweist auf die mannigfachen Ursachen des erwähnten Rückganges, zu welchem insbesondere die mehrfachen militärischen Musterungen gehören. Der Vermittlung von 'Kriegsinvalideu hat der Arbeitsnachweis sorgfältige Aufmerksamkeit zugewendet und einen großen Teil der gemeldeten Kriegsbeschädigten nach dem Maße ihrer Arbeitsfähigkeit plaziert. Herr Dr. I. Samuely spricht dem Vorstande deS Vereines den verbindlichsten Dank des Kultnsvorstandes für die bisherigen segensreichen Leistungen des Arbeitsnachweises im Interesse der jüdischen Bevölkerung ans nnd gibt der zuversichtlichen'Hoffnung Ausdruck, daß der Arbeitsnachweis nach Eintritt normaler wirtschaftlicher Verhältnisse seine soziale Aufgabe voll und ganz erfüllen wird. . Nachdem der Kassier des Vereines, Herr Eduard Schwarz, den Gebahrnngsausweis zum Vortrag gebracht hatte, wurden der Bericht und der Rechnungsabschluß einstimmig genehmigt. Bei den hierauf vorgenommenen Wahlen wurden die statutengemäß ausscheidenden Vorstandsmitglieder, die Herren Richard B e t t e l h e i m, Max F l e i s ch n e r und Kommerzialrat Gottlieb Kantor mit Stnnmeneinhelligkeit wieder gewählt. An Stelle des verstorbenen Vorstandsmitgliedes Dr. Gustav L a n g st e i n wurde Herr Richard P e t s ch e k mit Akklamationen in den Vorstand gewählt. Hierauf schloß der Vorsitzende mit warmen Dankesworten an die Versammelten die Sitzung. Verschiedene Nachrichten. Wien. (Kinderbekleidung.) Der unter der bewährten Leitung der rührigen Präsidentin, Iran Aurelia Beck, sichende Josefstädter Frauen-Wohltätigkeltsverein hat, wie in den Vorjahren, auch Heuer eine große Zahl von Kindern mit Schuhen, Wäsche und Winterkleidern bedacht. Von den 60 Knaben und Mädchen, dle in diesem Jahre bekleidet wurden, gehört ein gut Teil armen Flüchtlingen an, die auch Heuer der Wohltaten dieses im Stillen so segensreich wirkenden Vereines teilhaftig wurden. Die Berteilnng fand Samstag, den 3. d. M., vormittags 10 Uhr, im „Kaffee Kaiserhof" statt, wo die zu Beteilenden ihre Pakete bereit fanden und mit einer opulenten Jause bewirtet wurden. Nach einer herzlichen Ansprache der Frau Präsidentin, in der sie den vollzählig erschienenen Borstaudsdamen und den Freunden und Gönnern des Vereines für deren aufopferungsvolles Mitwirken den wärmsten Dank abstattete, richtete Rabbiner Dr. Bauer zündende patriotische Worte an die Kinder, gedachte pietätsvoll des verstorbenen Kaisers Franz Josef I. und schloß mit einem Hoch auf das junge Kaiserp'aar, worauf die Kinder voll Begeisterung die Bolkshymne saugen. Namens der Kinder sprach das Mädchen R, Sommer ein stimmungsvolles Daukgedicht an die Vereinsleitung in sehr wirkungsvoller Weise. Die kurze,-aber erhebende Feier machte auf alle Anwesenden, namentlich aus den Armenrat der Josefstadt Herrn Hermann Reich und aus den entsandten Vertreter Sr. Exzellenz des Herrn Bürgermeisters, den Herrn Dr. Lindner, tiefen Eindruck. . Grob. Wien. (Chanuka in den Sanitatsanstalten Wiens.) Anläßlich des Chanukafestes wurden die Kriegsblinden und sonstigen invaliden jüdischen Soldbten von der israelitischen Militärseelsorge in Wien durch eine Liebesgabe erfreut. Dieses schöne Werk wurde durch einen namhaften Betrag, den die israel. Kultnsgemeinde

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