Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1916
- Issue
- Heft 32 (22.12.1916)
- Date
- 1916-12-22
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Redaktion mib Administration: Wien, II., Nvvaragnsse 27 Telephon: Redaktion Automat 42.888. Administration Aut. 47.654 5t. k. österr. Vostsparkassa- SLeck-Konto Ar. 100.918. Jnlferats: Die viermal gespaltene Ronvareille-Zeite 2ü Heller. Ab'oniiemciiiö- und JnsertionSbeträge und in Wien zahlbar und klagbar. »abhängige Aeiifchrift für Mische Hniere^eu. Erscheint jeden Areitan. Molto: „Das Siegel (üottes ist Wahrheit!“ Bezugspreis: iöanzjädrig. lL 15.— Halbsährig.K 7.S0 Für KttitttSbeaittte: ülanzjährig.K 10.— Für Anslaud: iMniijtrtÜrifl.8 Mark 6 Rubel oder l« Frc». Ur 32. I nh a l t: Abonnements-Einladung. — Etwas über die Exhorte. — -Organisation der Juden in Polen. — Aus der Kultusgemeiude. — Patriotische Kundgebung der „Oesterreichisch-Jsraelitischen Union." — Die Juden als eifrige Förderer des Welthandels. — Spanien m Oesterreich- Ungoru. — Verein für nnentgelilichen Arbeitsnachweis. — Verschiedene Nachrichten. —Oesterr.-ungar. Kantorenverem. Wien, 22. Dejemder ii-I6 Abonnenrents-Ginlcldung. Pie geehrten Kerren Aöonnenten werden um umgehende Erneuerung des Abonnements für das am 1. Aänner 1917 beginnende I. Huartat ersucht, damit die regelmäßige Expedition des Utattes keine Hlnterbrechnng erleide. Abonnements-Bedingungen: Kanzjährig Kr. 14.— Kalbjährig Kr. 7.—, vierteljährig Kr. 3.50. K k. Poftsparkaffen-Konto 100.918. Probenummem gratis zur Verfügung. Die geehrten Herren Abonnenten in Ungarn erhalten von uns direkt das Blatt zugesendet und ersuchen auch die Abonnementsbeträge an uns einsenden zu wollen^ -. 1 ■— r ■- — Die Administration Etwas «der die Gehörte. Von L. Wiesner Im Zusammenhänge mit dem Jugend gottesdienske Wt die Gehörte. Sie bildet -ei uns einen wesentlichen Bestandteil des Jugendgottesdienstes. Mm Jugendgottesdienst ohne Erhörte.! ' ES unterliegt keinem Zweifel, daß die Erhörte viel dazu beitragt, den Jugendgottesdienst zu heben und zu bieleben, und wir sind hm letzten, die ihren Wert und ihre , Bedeutung bestreiten oder auch nur unterschätzen wurden. Es will uns Mer doch scheinen, als ob die Regelmäßigkeit, mit Äer die Erhörte Sabbat für iSabjbat wiederkehÄ, ihre Wirkung einigermaßen verringern würde. Jede Wvjche eine Erhvüe ist etwas zuviel, zuviel für Erwachsene, geschweige denn für Kinder. Diese lassen die EÄHorte als etwas Gleichgiltiges an sich vorüberziehen, wenn nicht als etwas Lästiges über sich ergehen. Und gerade bei der Erhörte kommt es darauf an, daß sie mit Spannung erwartet und Mit Interesse angehört werde. Käme die Erhörte seltener, etwa um am Sabbat der Neumondsankündigung oder an den ausgezeichneten Sabbaten. so würde sie ein Ereignis bilden. Durch die erweckte Neugierde über den besonderen Anlaß der Erhörte würden hie Kinder auch dieser selbst! Interesse entgegenbringen und dem Erhortanten sozusagen quf halbem Wege entgegenkoMMen. Dadurch, daß hie Erhörte zuweilen entfiele, würden die Kinder auch sehen, daß sie keinen integrierenden Bestandteil des jüdischen Gottesdienstes bilde, und das Beten würde dadurch mehr in den Vordergrund des Gottesdienstes gerückt werden. 1 Von allem anderen aber auch ganz abgesehen, ist es für einen Religionslehrer keine leichte Aufgabe neben seiner öffentlichen und privaten Lehrtätigkeit, jede Woche eine Nach Inhalt und Form gleich gediegene Erhörte auszuarbeiten. Denn eine Erhörte, wie sie fern soll, stellt eine viel höhere Summe geistiger Arbeit dar, als.Man für gewöhnlich anninrmt. Eine gute Erhörte gleicht deM wahren Kunstwerke, das in seiner Schlichtheit und Natürlichkeit nicht ahnen läßt, welche Anstrengung es dem Hervorbringer gekostet hat.!Je weniger der Zuhörer der Erhörte die Arbeit anmerkt, je selbstverständlicher ihm die Gedankenreihen erscheinen, je natürlicher der Wortflutz, je einfacher die Sprache, je glatter die Form der Sätze ist, desto mehr Arbeit liegt in der Erhörte. Die Erhörte soll kurz sein, aber dach etwas abgerundetes Garyes bilden, sie soll gedankenreich, interessant, leichtfaßlich und noch vieles andere sein. Ich kann mir nicht gut denken, daß ein Religionslehrer, der sich mit dem Vorhaben zum Schreibtische setzt, in zwei Stunden eine Erhörte zu machen, etwas Gutes zustande bringt. Mannheimer brauchte eine ganze Woche zu einer Predigt. (Philippsohn, „Rhetorik und Homiletik", S. 82; Maybaum, „Jüdische Homiletik", S. 182.) Und eine Erhörte ist für einen Religionslehrer gewiß nicht leichter zu machen, als es eine Predigt für Mannheimer war. Die Erhörte für Kinder ist im Vergleiche zur Predigt ein verhältnismäßig noch sehr junges und zartes Blümlein im Garten jüdischer Homiletik. Es wäre daher y k 1 v ta