Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1916
- Issue
- Heft 30 (1.12.1916)
- Date
- 1916-12-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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Nr. 30 Hie Wahrheit Seite 11. Wien. (D u s z. e i ch n. u u qi) Frau Charlotte Kurzweil, die ieit fast 15 Aionaten als Pflegern« ii« k. k. Reservenntak Nr-. 1, XVI. Hasiierstrahe86 tätnx ist mtb sich die Achtung und-Zufriedenheit der hohen und höchsten Vorgesetzten im dollsten Maße erworben, hat dieser Tage at» Anerkennung besonderer Verdienste um die militärische Sauitätspflege im Kriege, taxfrei die Bronzene Ehrenmedaille vom Roten Kreuz unt der Kriegsdekoration, nebst einem mit eigenhändiger Unterschrift Sr. kaiserl. Hoheit des Herrn Erzherzogs. Franz Salvator versehenen Diplom erhalten. Baden bei Wie«. (Trauergpttesdienst.) Zu einer Trauersitzung für unseren verewigten glorreichen Kaiser weiland Franz Josef I. berief der Präsident der israelitischen K"ltusg?meinde in Baden, Herr Moriz Lettner, für Donnerstag, .den 34. v M- 5 Uhr abends den Gesamtvorstand. An' der Sitzung nahm auch Se. Ehrwürden Herr Oberrabb.ner W. Reich teil. Beide, der Herr Präsident, wie der Herr Oberrabbiner hielten in warmen nnd ehrfurchtsvollen Worten Ansprachen, die das geheiligte Wesen des dahingeschiedenen Kaisers in formvollendetem Bilde zum Ausdrucke brachten. In der Sitzung wurde beschlossen: 1. Daß Sonntag, den 26. 5 Uhr abends im Tempel ein Trauergottesdienst abgehalten werde. 2. Alljährlich am -Sterbetage des verstorbenen Kaisers ein Seelenlicht im Tenrpel anzuzünden. 3. Sollen am Begräbnistage Sr. Majestät des Kaisers Franz .Josef I. K 200.— an bedürftige Soldaten verteilt werden. Sonntag, bei Abhaltung des Trauergottesdienstes, füllte den schwarz dekorierten Tempel eine immens große Menge von Andächtigen. Mann an Mann stand sie und lauschte in tiefster Ergriffenheit dm Worten des allverehrten Oberrabbiner W. R e i ch, der mit der gewohnten Kraft seines Vortrages und mit der ungemein geschickten Art seiner erhabenen Schilderungsfähigkeit ein Bild vom verewigten Kaiser entwarf, das unvergänglich im Geiste aller Anwesenden bleiben wird. Den gesanglichen Teil des Trauergottesdienstes brachte Herr Oberkantor Ferdinand Jura znm Vorttage. Mit seiner wunderschönen Stimme rezitierte er die Trauerpsalmen und das „El mole rachamim." Nach Schluß des Trauergottesdienstes drängte sich alles zu dem- Herrn Oberrabbiner wie auch zu dem H^rrn Oberkantor, um denselben für ihre vorzügliche gotttsdienstliche Leistungen zn danken. Jitevittitr. Empor die Herzen! Ein Kriegserbannngsbllch für Gebildete aller Stände. — Es ist ein Ruhmesntel für das Judentum, daß das Äriegsfürsorgekomitee vom Roten Kreuze nebst einem gewesenen katholischen Geistlichen, jetzt Profesior au dex Wiener Universität, Dr. Franz Strunz, einen jüdischen Rabbiner, Dr. Max Grnnmald, - mit der Auswahl eines ErbannngSbuches vetraut hat, das den Gefangenen, offenbar nach der Answahl und dem Titel zn schließe», de» Offizieren und Freiwilligen zur geistigen Erhebung in ihrer bangen Kriegsgefangenschaft bis an die Grenzen Chinas und die Steppen Afrikas gesendet wird. Der Ernst der Zeit bringt es wohl mit sich, daß wir aber alle, Männer nnd Frauen. Gefangene und Freie, den Lug zum Transzendentalen in uns spüren, wie immer wir ein Höhere» bezeichnen mögen. So findet der Inder, Chinese, Perser und Araber, der Buddhist, Moslem, Christ und Jude und der Philosoph in diesem kleinen, handlichen, bei Seidel und Sohn in Wien neuerschienenett, geschmackvoll ansgestatteten Büchlein eine Fülle der Aureguug und der moralischen Stütze, wie es eben die großen Denker und Dichter aller Völker und Zeiten ihm bieten. So möge nicht nur unser altes, allen nloilolheistischen Konfessionen heilige „Blich", so mögen Midraich und Talmud, so möge der so modern amnutende Maimonides und J-chuda chen Halevi (in Seligmann Hellers Meisterüberrragimg) hiuauswandern und den Bekümmerten aller Böller unserer eben in tiefe Trauer gehüllten Monarchie verkünden: Wir sind ein Volk von Brüdern. Mitten im Weltenbrand zeigt gerade dies kleine Büchlein wie die großen Geister aller Zeiten, voran unsere Propheten, au der Einheit des Menschengeschlechtes festhielte», wie übereinstimmend die großen deutschen Philosophen des 18. und 19. Jahrhunderts mit unseren talmudischen und mittelalterlichen Weisen gedacht, nnd wie wenig von den hohen Menschheitsidealeil des so viel verkannten Talmud noch erfüllt ist. In -jüdischen Kreisen, namentlich der Jugend wird das Buch zum genaueren . Studium unserer Geistesheroen auregen, in nichtjüdische den Ruhm unseres Volkes tragen, viele Trauernde von den Sorgen des Alltages .ablenken, in höhere Sphären führe». C. Benedikt. Jeder überzeugte Jude zeichne auf die Fünfte österr. Kriegsanleihe rauart Wodaks Hamuazeach 13 Hefte a Heft 2 Kronen. — Alle 13 Halbe ermässigt bloss 18 Kronen. Ha/nk7lWSi€&tefo vou berufeueu Autoritäten vorzügichat bev gutaehtat» euihiU alle»» was ein pn Kautor innerhnb und auss&rhab des Tempe s für Chaaonia, Rezitative und. Kasuaieu benötig«, in reichster Fit e. Zu beziehen, gegen Einsendung des Betrages bei Frau M. SCHÖN ( Witwe WO H A K), Wien, 11/3, üevnkrunttttitrasäe SA ebenso bei der Redaktion dieses Baues. Wien 11/1. 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