Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1916
- Issue
- Heft 27 (20.10.1916)
- Date
- 1916-10-20
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite A. Nr. 27. Die Wahrheit Letztere verfiel immer mehr der Armut, wodurch er auch au Wertschätzung bei seiner Umgebung einbüßte, denn bei den Menschen gilt Erfolg — Gold : Mißerfolg — Kot. Or half gerne seinem bedauernswerten Freunde mit .Rat und Tat, ohne ihn hiebei demütigen zu wollen, allein was halfs? In den Sternen steht eines jeden Schicksal geschrieben und niemand vermag dem Sternbilde andere 'Formen zu verleihen. Die Hilfe eines Menschen jedoch ist -eine vorübergehende nur und gewährt dem Bedrängten nie dauernde Aufrichtung. Or hörte einst beim Weine ans eines Weitgereisten ^Munde: „ . . . . lueim Ihr hundert Tage und hundert Mächte lang reiset (er wies mit dem Zeigefinger die Richtung) gelanget Ihr in ein Reich, das mit allen Schätzen der Welt gesegnet ist, wo Gold und Silber, Perlen und Diamanten sozusagen ans der Gafie liegen. . . . Ihr fraget: „Wieso?" Ich wills Euch erklären: Es gibt gewisse Bedarfsartikel, die bei uns längst als selbstverständlich und unentbehrlich gelten, dort hingegen noch ganz unbekannt sind; also kommen Reisende ans allen Zonen der Erde dahin und suchen ihrem Artikel Eingang zu verschaffen. Es geschieht oft. daß eilt Kaufmann, dessen -Angebot den Staatsräten besonders vorteilhaft dünkt, vor öeu Landesfürsten. der sehr großzügig im Schenken von ^Edelsteinen und Orden ist, geführt wird. Das Geld ist dort nicht üblich, die Geschäfte werden durch Warentansch -abgewickelt.* Or stieß mit dem Erzählenden an: «Prost! Wie Mundete Euch die Kost in jenem Wunderland?" Der Erzählende: „Prost! Ich danke, gut! Allerdings ^rickant und ganmenkitzelnd war sie nicht." Da schoß ein Gedanke durch Or*s Gehirn: «Ah! -sicher ist der Knoblauch dort noch unbekannt!" Er ließ keinem was von seinem Einfälle merken, ging -heim, schnürte seinen Ranzen, küßte Weib und Kind und reiste fort. Kein Mensch wußte wohin. Nach hundert Tagen und hundert Nächten der Reise erreichte Or sein gestecktes -Ziel. In der Herberge, wo er Einkehr hielt, waren viel Bürger versammelt. Sie maßen den Fremdling mit nengierigeu 'Blicken. Or ging auf sie zu und sprach: «Der Herr zum Gruße! Mein Artikel darf fürwahr Euer höchstes Interesse erregen. Knoblauch wird die Frucht genannt, die ich führe. Zn einen Silbermantel hüllt sie ihre kostbaren Glieder. 'Gleich dem^Opinm ist ihre wunderbare Eigenschaft. Sie bringt zum Weinen, bringt zum Lachen und welche ^beneidenswerte Frau sich beim Znbereiten der Speisen ihrer bedienen darf, ist der Liebe ihrer Angehörigen gewiß und sicher. Der Knoblauch verleiht nicht nur den.Speisen erhöhten Genuß, er wird auch seinen Genießern zum Lebenselixier." (Fortsetzung folgt.) vis Kapitalserhöhung der Anglo-Qesterreichischen Bank. Auf Grund des Beschlusses der ausserordentlichen Generalversammlung vom 11. d. und der Vollmachten, die dem 'Generalrat erteilt wurden, schreitet die Anglo-Oesterreichische Bank nunmehr zur Durchführung der Kapitalserhöhung. Das Aktienkapital, das derzeit K 100,000.000 beträgt, wird durch .Ausgabe von 125.000 neuen, mit je K 240 voll eingezahlten .Aktien auf K 130,000.080 erhöht. Den Inhabern der derzeit im Umlauf befindlichen 416.667 Aktien wird das Bezugsrecht auf _zwei Dritteile, das ist auf 83.384 Stück neue Aktien, eingeräumt, während das restliche Drittel an das der Bank nahestehende Konsortium, das bei den letzten Kapitalserhöhungen mehr als 60 Prozent der neu auszugebenden Aktien übernommen hat, mit langdauernder Sperrverpflichtung begeben wurde. Auf Grund des den Aktionären eingeräumten Bezugsrechtes entfällt auf je fünf alte Aktien eine neue Aktie, die an -den Erträgnissen des Geschäftsjahres 1916 zur Hälfte parti- ' „zipierf und zum Kurs von K 400 zuzüglich 5 Prozent Zinsen von diesem Betrage seit 1. Juli 1916 ausgegeben wird. Die . . Anmeldung hat in der Zeit vom 20. bis inklusive 30. d. zu erfolgen und kann bei der Hauptanstalt der Anglobank sowie bei sämtlichen Filialen und Wechselstuben eingereicht werden. Bei der Anmeldung sind auf jede zu beziehende neue Aktie K 200 zuzüglich 5 Prozent Zinsen vom 1. Juli 1916 einzuzahlen; der Best von K 200 zuzüglich 5 Prozent Zinsen bis .spätestens 11. Dezember 1916 zu entrichten. Wodaks Hamnazeach 13 Hefte ä Heft 2 Kronen. — Alle 18 Hefte ermässigt AMbloss 18 Kronen. H(MS¥tl>Tl(Jl%6ClCh voh berufenen Autoritäten vorziigichst begutachtet, ent hat alles was ein pn Kantor innerhab und ausserhab des Tempes für Ghasonia, Kezitative and Kasuaien benötigt, in reichster Fü e. Zu beziehen gegen Einsendung des Betrages bei Frau M. SCHÖN (Witwe WO 1>A K), Wien, IH3, Hem hrnn dtstmsse 39 , ebenso bei der Redaktion dieses Baues. Wien II/1. Aelteste jüdische Bezugsquelle lir TempelsMereiei JOS. SCHLESINGER jüdische Verlags- und Sortiments-Buchhandlung Wien, I. Seitenstettengasse 5 empfiehlt sich zur Anfertigung aller Gattungen Tempelstickereien. wie Vorhänge, rD1"® Thoramäntelchen, Schulchandecken, Traubaldachine, JfSirT «bc. in geschmackvoller, gediegener Ausführung zu billigsten Preisen. Zeichnungen und Muster gratis und franko. Alle Arten Synagogenstickereien und Monogramme für Proches, für Thora - Mäntel, Tefilin und Talles-Behälter werden feinstens und billigst ausgeführt. Daselbst werden alle Gattungen Brautausstattungs - Arbeiten über- Telephon 47.983 nommen Telephon 47.983 Lea Löwy, II, Krummbaumgasse IS Sämtliche Werke und Schriften von Ahron Marcus 3. A. Ferner: Reichhaltiges Lager in Judaica Hebraica. Verzeichnis kostenlos. VMMMMlU S. ÄARCDS, Hamburg 36. R. Tausche Duplikate gegen andere Werke. — Nicht auf Lager befindliche Werke werden schnellstens beschafft. Oberkantor Jakob Bauer " 1 — - erteilt Unterrricbt in allen p———■ Fächern des Kantorats u. alttraditioneilen nnrrr nach bekannt anerk. Methode. Ueber 200 Kantoren des □□ Anmeldungen: Wien, H., Tn- und Auslandes zählen » Novaragasse 27. Sprechzu den Schülern des Ober- II stunden: vorm. 9—10 Uhr, .t kantors Bauer □□ nachm. 2—3. Tel. 47.854. Oberkantor Jakob Bauer