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Die Wahrheit · 1916-10-06 · Heft 26 (6.10.1916) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1916
Issue
Heft 26 (6.10.1916)
Date
1916-10-06
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8. Nr. 26. Die Wahrheit Uerschjedenc Nachrichten. Wie«. (Fleischgeuuß am Vorabend des Jo m« Kippur.) Das Ministerium des Innern hat genehmigt, daß an Angehörige» der israelitischen Konsession. welche den Fasttag halten, daß der Fleischgenuß sowohl in der Familie, wie in den rituellen Gasthäusern am Vorabend des Jom-Kippur, d. i. der 6. Oktober 1916, gestattet werde. (Die diesbezügliche Verlautbarung unter Mitteilung der näheren Modalitäten erfolgte durch die Behörden in de» Tagesblättern.) Wie«. Aus dem Militärkommando-Befehl Nr. 226 äs dato 3. Oktober 1916. lieber Erlaß des k. k. Kriegsministeriums, Abteilung XU. Nr. 96648 vom 30. September 1916, wurde verfügt, daß, nm den Offizieren und Mannschaften . des israelitischen Glanbensbekenntniffes am Vortage zum Bersöhnungsfeste den Fleischgenuß zu ermöglichen, der 6. Oktober als Fleischtag, dagegen der 5. Oktober als fleischloser Tag erklärt wurde. Wie«. Der der k. u. k. israelitischen Militärseelsorge in Wien zugeteilte Feldrabbiner Dr. Rudolf F e r d a erhielt vom Militärkommando in Wien für vorzügliche Dienstleistung während der Kriegszeit die belobende Auerkennnug. Wie«. (Wiener Bürger-Hilfslegion vom Roten K r e n z.) Mit Zustimmung des Kriegsministeriums und der Bnndesleitung der Oesterreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz wird nun an die definitive Konstituierung der Wiener Bürger-Hilfslegion geschritten. Der Dienst besteht, nach vorheriger ärztlicher Schulung, im Tragen oder Führen Verwundeter und (insektionsfreier) Kranker ans den ankommenden Zügen zu den Transportniittelu und in der Hilfeleistung bei deren Labung während einer zwölfstündigeu Dienstzeit bei Tag oder Nacht in mehr tägigen Zwischenräumen. Körperlich rüstige Männer im militärfreien Alter und noch nicht dieustpflichtige junge Leute, welche sich der Wiener Bürger-Hilfslegion anschließe» und freiwillig und unentgeltlich an diesem patriotischen Dienst mitzuarbeiten erbötig sind, werden eingeladen,, sich beim Obmann des vorbereitenden Ausschusses, Herrn Anton Hampel, Kanfnianu in Wien, XIEL, Cumberlandstraße Nr. 14, schriftlich anzumelden. Wien. (Kaiser Franz Josef I. Hnldigungstempel, IL, Pazmauitengasse 6.) Die Einschreibung der Schüler und Schülerinnen für das Schuljahr 1916/17 wird an nachfolgenden Tagen vorgenommen: Sonntag, am 8. Oktober, vormittag zwischen 10 bis 12 Uhr; Montag, am 9. Oktober abends zwischen 6 bis 8 Uhr; Sonntag, am 15. Oktober, vormittags zwischen 10 bis 12 Uhr. Auch dicjeuigeil Kinder, die im verfloffeneu Schuljahre diese Talmud-Thora-Schule besucht haben, müfien sich zur neuerlichen Einschreibung melden. Die Klasseneinteilung wird schon Sonntag am 15. Oktober vorgenommen. Wien, am 2. Oktober 1916. Die Schulsektion. Literatur Neue jüdische Monatshefte, Berlin-München. Unter Mitwirkung von Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Herrmann Cohen, Alexander Eliasberg. Dr. Adolf Friedemauu, Geh. Justizrat Dr. Eugen Fuchs, Dr. Franz Oppenheimer wird vom 1. Oktober 1916 an unter dem Namen: „Neue jüdische Monatshefte" eine neue Zeitschrift für Politik, Wirtschaft und Literatur zweimal im Monat erscheinen. Sie ist dazu bestimmt, das Organ aller deutsche» Jude» zu werden, die treu an ihrem Jndeiltum halten. Aller — nicht einiger! Sie will keiner politischen oder religiösen Richtung einseitig diene», sondern allen denen offen stehe», die mit Ernst und Sachlichkeit sich um die großen Probleme mühen, die das Judentum in Ost und West bewege». Auch Nichtjudeu sollen frei zu Worte kommen. Wer als Jude hier spricht, mag Jude sein nach seiner Art, aber er sei's! Er sage feine Ansicht über alle Probleme der Politik, Religion und Kultur, der Wiffenschast und der Kunst; er spreche von allen Zielen, die der Verwirklichung wert erscheinen. Aber er vergesse über dem Einzelnen nicht das Ganze, über der Gruppe nicht die Gesamtheit, über dem Trennenden nicht das Einende: die allen gemeinsame Idee des Judentums. Er bedenke, daß man im Innern einer alten Gemeinschaft nicht kämpft, um zu kämpfen, sondern um zu klären und zu nützen. In Zeiten so schwerer Erschütterung ist eine jüdische Tribüne, wie sie hier entstehen soll, gewiß unentbehrlich. Der Weltkrieg wird einen äußerlich wie innerlich gewaltig veränderte» Erdteil hinterlassen; undgerade dem deutschen Judentum werden bei der Neugestaltung der Dinge schwere Aufgaben voller weltgeschichtlicher Verantwortung znfalleu. Es wird ihm nicht erspart bleiben, den Kampf um die Gleichberechtigung der Juden in Staat und Gesellschaft mit allein Nachdruck, und vielleicht nicht mir gegen die alten Gegner, weiterzuführen Aber nicht nur dem deutschen Judentum, sondern auch dem Judentum im Osten der alten Neichsgrenzen, dieser Hauptmasse unseres alten Stammes, will die neue Zeitichrift nicht minder dienen; sie will das Verständnis wecken helfen für ihre Eigenart, ihre Kultur und ihre wirtschaftlichen Existenzbedingungen und für die ihnen selbst und uns daraus erwachsenden Aufgaben. Sie will sich ehrlich bestreben, mit allen Kräften an der Lösung der Ostjudenfrage mitzuarbeiten, nm der jüdischen und der allgemein-menschlichen Gemeinbürgschaft, nm der Gerechtigkeit willen. So darf den „Neuen Jüdischen Monatsheften" nichts Jüdisches fremd sein! Wenn das deutsche Judentum nicht einmal jetzt die Kraft finden sollte, die natürlicherweise in ihm bestehenden Gegensätze zn wahrhafter Harmonie zu versöhnen, so würden wir uns in dieser auch über unser eigenes Schicksal entscheidenden Zeit als Faktor eigener Kraft ausschalten, und die'Entwicklung würde über uns hinwegschreiten. Leider hat es oft genug an dem erforderlichen Verständnis gefehlt; wir wollen mithelsen, es in zwölfter Stunde zu schaffen. Eine große Anzahl hervorragender Männer — Inden und Nichtjuden — hat sich zur Förderung unserer Bestrebungen bereit erklärt. So hegen wir die Hoffnung, daß unsere Zeitschrift eine freundliche Aufnahme seitens aller finden möge, die an der Entwicklung des Judentums tätigen Anteil nehmen. Jede Nummer der „Neuen Jüdischen Monatshefte" wird einen Aufsatz über ein-politisches Thema bringen, dem ein wissenschaftlicher Beitrag ans der Religion, Geschichte, Wirtschaft usw. folgen wird. Jüdische Folklore und Literatur werden gebührend berücksichtigt werden. Ueber jüdische Religion und Wiffenschast wird n. a. von Professor Hermann Cohen eine Reihe von Artikeln unter dem Titel „Streiflichter" erscheinen, von Dr. Franz Oppenheimer Beiträge unter, dem Titel „Soziologische Tagebuchblätter". — Eine Rundschau über die aktuellen Ereignisse und eiir Literatnrblatt werden das Heft schließen. ANGLO-OESTERREICHISCHE BANK. EINLADUNG zur ausserordentlichen Generalversammlung der Aktionäre der Anglo-Oesterreichischen Bank welche am 11. Oktober 1916 um 6% Uhr abends im Kassensaale der Anglo-Oesterreichischen Bank (I., Strauchgasse 1) stattfindet. ßGegenstände der Verhandlung: 1. Beschlussfassung über die Ermächtigung des Generalrates zur eventuellen Erhöhung des Aktienkapitales von K 100,000.080 auf K 130,000.080 durch Ausgabe von 125.000 Stück volleingezahlter Aktien k K 240 Nominale und Beschlussfassung über die entsprechende Aenderung der Statuten. 2. Bestätigung der Kooptation eines Mitgliedes des Generalrates. Laut Artikel 30 der Statuten berechtigen 25 Aktien zu einer Stimme. Die stimmberechtigten Herren Aktionäre, welche zu der Generalversammlung entweder persönlich öder durch Stellvertreter erscheinen wollen, haben im Sinne ' des Artikels 33 der Statuten bis einschliesslich 4. Oktober 1916 ihre Aktien samt den nicht fälligen Kupons in Wien bei der Liquidator der Anglo-Oesterreichischen Bank in Aussig, Bodenbacb,- Brünn, Brüx, Budapest, Eger, Falkenäu, Graz,-Innsbruck, Karbitz,- Karlsbad, Komeüburg, Linz, Lobositz, Marburg, Marienbad,

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