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Die Wahrheit · 1916-09-22 · Heft 25 (22.9.1916) · page 11

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1916
Issue
Heft 25 (22.9.1916)
Date
1916-09-22
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 25. Die Wahrheit Seite 11. Wer weiss etwas? Uebrigens hat es den Anschein, als ob die Menschheit in neuester Zeit von dieser modernen Kunst abrückt. Möge der gewaltige Weltkrieg, der in. so vieler Beziehung reinigend wirken wird, auch den Futurismus nnd Kubismus vollends hinwegfegen! Nach dieser Abschweifung kehren wir nun zu unserer -Geschichle zurück. Als Sally und Riekchen den Mittelsaal betraten, wartete ihrer eine große Ueberraichnng. Da hing ihnen ge- ' rade gegenüber das verwünschte Bild, das sie in Z . . . so -lächerlich gemacht hatte, i h r Bild. Kein Zweifel, — es war's. Unten am Rahmen stak wieder ein Zettel, aber keine Nummer stand darauf, sondern das inhaltsschwere Wort: »Verkauft". Ein dichter Menschenhaufen drängte sich vor dem Gemälde, das allem Anschein nach das wertvollste der ganzen Ausstellung war, nnd mancher Ausruf der Bewunderung wurde wurde laut. Mit begreiflichem Interesse suchte das junge Ehepaar jede Aeußernng, jedes Wort zu erhaschen und sich' -einznprägen. „Es ist eigentlich eine Schmach", sagte da ein älterer, vornehm anssehender Herr mit einem Ordensbändchen im Knopfloch zu seinem Begleiter, einem Offizier, »daß diese englischen nnd amerikanischen Protzen, uns so unsere besten Kunstwerke vor der Nase wegkaufen können. Wenigstens sollte wan gesetzliche Bestimmungen erlassen, öte ihnen das einigermaßen erschweren würden." „Ich wäre neugierig, zu erfahren, was für das Bild bezahlt worden ist", meinte der Offizier. »Wissen Sie es, Herr Gras?" „O ja. Ein reicher Schweinezüchter aus Cincinnati hat diesen echten Teniers für 10,000 Taler an sich gebracht." Ein leichter Schrei ans weiblichem Mllnde ertönte. Nieckchen halte ihn ansgestoßen. Halb ohnmächtig wurde sie von ihrem über das Gehörte ebenfalls ganz fassungslosen Mann nach dem großen Rnndsofa in der Mitte des Saales geleitet. Der Ansstellnngsdiener kam mit einem Glase frischen Wassers gelaufen. Um kein Aufsehen zu erregen, trank Rieckcheu einen Schluck davon, erhob sich dann und nahm Sallys Arm. Der drückte dem gefälligen Diener noch ein größeres Silberstück in die Hand nnd frng im Davongehen: „Ist es wirklich wahr, daß das große Bild da für 10,000 Taler verkauft worden ist? " „Jawohl Herr Baron" — unter dem tat es der Mann in Anbetracht des reichen Trinkgelds nicht —»10,000 Taler sind dafür bezahlt worden." Mit welchen Gefühlen das Paar die-Ausstellung verließ, taim man sich denken. Wie hatten sie sich gefreut, als sie damals ihre 500 Taler wieder bekamen und nun.... es war um an den Wänden tiinanfzulanfen. Zwanzigmal so viel war es wert. Ob der Neffe des Kammerherrn das gewußt hatte. Wer konnte es ihm beweisen? — Zn Hanse gab es auch große Aufregung. Inda Hamberg, Joel Stern, ihre Frauen, Onkel Simon und Tannenbanm alle schrien Zeter, als sie die Kunde vernahmen. Den kleinen Trödler griff es am meisten an. Die Haare hätte er sich ausraufen mögen! Da er nicht mehr viele besaß, überlegte eres sich noch einmal. Der Stadtklatsch über das verhängnisvolle Bild bekam nun neue Nahrung. Man konnte wieder einmal sehen: Die reinste. Freude ist die Schadenfreude. Der „Neffe" war abermals auf Reisen gegangen, wie Sally von dem Notar erfuhr. Wo er sich zur Zeit aufhielt, wußte er nicht zu sagen. Es bedurfte einer Reihe von Jahren, rhe Sally sich über das „Danaergeschenk " seines Frauchens einigermaßen hinwegsetzen konnte. Sein stets wachsender Wohlstand ließ ihn die ärgerliche Geschichte schließlich verwinden. Kam aber doch 'mal die Rede darauf, so ballte er unwillkürlich die Faust und halb ingrimmig, halb wehmütig -Lachte er sich: „So ein Pech!" 21ax B.ra,dy, Unterjäger beim Feldjäger-Bataillon Nr. 25, ist seit 15. Juni 1916, wo er an den Kämpfen im Baume von Brody teilnahm, verschollen. Kameraden oder Vorgesetzte, die von seinem Schicksale irgend welche Kenntnis haben, werden gebeten, diesbezügliche Mitteilungen an Br. Leopold Brady, Wien II., Praterstrasse 24, gelangen zu lassen. man an rwn mn wird im grossen Orpheumsaate, 11., Praterstrasse 25 ein Feierlicher Gottesdienst mit Predigt abgehalfcen. Die Hauptfunktionen wird vom berühmten Oberkantor des Tempels „Ahawas Reim“ in New-York versehen. Ein Teil des Erträgnisses wird für „Kriegsflüchtlinge, ein Teil für arme Kranke verwendet. Kartenverkauf von 8 Uhr früh bis 7 Uhr abends int Betlokale. man nri rwrrt wi , wird im grossen Pracht-Saale ADLON, I., Rothgasse 9 Gebäude des Cafe ABLON, ein Feierlicher Gottesdienst mit Predigt abgehalten. Ber Gebetvortrag wird vom berühmten Tarnopoler Kantor besorgt. Ein Teil des Reinm'trägnisses fällt dem „Verein Kriegsfreitisch für Flüchtlingskinder“ zu. Karten sind im Bethauslokale von 8 Uhr früh bis 6 Uhr abends zu haben. JOS. SCHLESINGER jüdische Verlags- und Sortiments - Buchhandlung Wien, I. Seitenstettengasse 5 empfiehlt sich zur Anfertigung aller Gattungen Tempelstickereien wie Vorhänge, Thoramäntelchen, Schulchandecken, Traubaldachine, J7£jin etc. in geschmackvoller, gediegener Ausführung zu billigsten Preisen. Zeichnungen und .Muster gratis und franko. Für den Israelitischen Tempelverein im VIH. Bezirk (Josefstadt) wird ein Schachris-Vorbeter für die hohen Festtage aufgenommen. Anmeldungen täglich von 2 bis 4 Uhr nachmittags im Sekretariate VIEL, Neudeggergasse (Tempelgebäude). Aeiteste jüdische Bezugsquelle für TenpctetidKran

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